Das neue, alte ZfA: Die Obsession für schiefe Vergleiche

 

Das neue, alte ZfA:
Die Obsession für schiefe Vergleiche

 

Von Dr. Clemens Heni (The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA) )

Geht es den Muslimen heute so wie den Juden Anfang des 19. Jahrhunderts? Das meint die neue Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA), die Historikerin Stefanie Schüler-Springorum. Bevor diese These etwas näher untersucht wird, geht es um eine geplante Veranstaltung des ZfA Ende Oktober 2011.

Während der ehemalige Leiter des ZfA, Wolfgang Benz, mit den Antisemiten und Islamisten des Muslim-Markt freundschaftlich diskutierte und „Islamophobie“ bzw. „Islamfeindlichkeit“ zum Thema machte, folgt die neue Leiterin den letztgenannten Topoi offenbar gerne, wie ein Text des bekannten Internet-Blogs tw24 zeigt.

Demnach wird Schüler-Springorum Ende Oktober 2011 in Berlin in der umstrittenen „Werkstatt der Kulturen“, die 2009 eine Ausstellung über die „Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“[i] wegen einer kritischen Tafel zum Nazi-Mufti Muhammad Amin al-Husaini zensierte und die Ausstellung nicht zeigte, auf einer Konferenz mit dem Titel „Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft“ reden.

 Diese Tagung, gesponsert von der „Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft“[ii], hat Schüler-Springorum nicht nur mit konzipiert. Sie wird auch ein Panel moderieren, auf dem[iii] problematische Teilnehmer dabei sein werden wie Yonas Endrias, der mit der „Islamischen Zeitung“ freundlich redete und sich 2009 gegen einen Boykott des antisemitischen und islamistischen Hetzfestivals, genannt Durban II-Konferenz, in Genf aussprach, wie tw24 berichtete. Dann ist da Naime Cakir vom „Abrahamitischen Forum“ sowie vom „Kompetenzzentrum muslimischer Frauen“, die sich aggressiv gegen die Islam- und Kopftuchkritik von Necla Kelek oder Seyran Ates wendet und als Kritikerin oder Forscherin zu Antisemitismus noch nie in Erscheinung getreten ist. Cakir hat mit dem Abrahamitischen Forum und dem „Interkulturellen Rat“ eine Erklärung zum 11. September 2011 verfasst, worin sie sich dafür einsetzt, „das Miteinander zu verbessern sowie Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit und Christenfeindschaft zu überwinden“. Schon diese groteske Verharmlosung des Antisemitismus in Deutschland, der mit herbei geredeter „Muslimfeindlichkeit“ und „Christenfeindschaft“ gleichgesetzt wird, ist auffallend.

Damit wird der genozidale Charakter des Antisemitismus geleugnet und als bloße Ablehnung einer Religion (wie des Christentums oder des Islams) herunter dekliniert.

 Wer waren eigentlich die Täter am 11. September 2001? Und wer waren die Opfer? Das Abrahamitische Forum und der Interkulturelle Rat schreiben:

  „Am 11. September 2011 erinnern wir uns an ein Ereignis, das mit menschenverachtender Gewalt die Welt verändert hat. Blutige Kriege und Anschläge waren eine Folge. Hunderttausende wurden weltweit zu Opfern von Gewalt, insbesondere Muslime in Afghanistan und Irak, aber auch Menschen in London, Madrid oder Istanbul. Bis heute dauern die damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen an.“

 Wie bitte? Die einzige Gruppe von Menschen, die näher beschrieben wird, sind Muslime als Opfer! Viel absurder und geschichtsverfälschender geht es nicht. Muslime waren die Täter am 11. September. Sie ermordeten 3000 Menschen in New York City im World Trade Center, im Pentagon und vier entführten Flugzeugen.

 In London, Madrid, Djerba waren Europäer, nicht-religiöse Menschen, Christen, Juden und andere Opfer – wiederum waren Muslime die Täter. Davon kein Wort vom interkulturellen Rat. Dass in Afghanistan und im Irak Muslime ermordet werden von anderen Muslimen, ist schrecklich; für den Interkulturellen Rat aber offenbar schlimmer als 9/11 oder die islamistisch motivierten Massenmorde in Madrid oder London, denn da waren Muslime kaum unter den Opfern. Auch hier wird nicht erwähnt, worum es geht: islamistische und jihadistische Muslime sind die Mörder dieser Tausenden von Opfern weltweit. Das verleugnen die Multikulti-Ideologen – eine intendierte Derealisierung.

 Diese Art von „interreligiösem Dialog“, der Antisemitismus mit einer eingebildeten „Muslimfeindlichkeit“ oder „Christenfeindschaft“ in Deutschland auf eine Stufe stellt, ist kontraproduktiv und gefährlich. Antisemitismus wird als spezifisches Phänomen geleugnet. Daher wird Naime Cakir von der ZfA-Leiterin offenbar eingeladen. Inkompetenz zahlt sich aus.

 So ist es also kein Zufall, dass kein einziger der Vorträge Ende Oktober auf der ZfA/EVZ/KIGA-Tagung „islamischen“ oder „arabischen“ Antisemitismus zum Thema hat. Natürlich werden auch nicht die brutalen und zum Mord an Juden aufrufenden Einträge von zumeist Deutsch-Türken auf dem Internet-Portal Facebook, wie sie am 31. Mai 2010 und die darauf folgenden Tage aus Anlaß der Aktionen des Terrorschiffes „Mavi Marmara“ zu Hunderten und Tausenden zu lesen waren, thematisiert, jedenfalls deutet kein einziges der Panel darauf hin. Diese Statements wurden fast immer mit richtigem Namen und mit Bild gepostet und zogen den Neid von Neonazis auf sich, da sich die NPD und autonome Nationalisten kaum so offenherzig mit Namen und Bild Pro-Hitler und Pro-Holocaust äußern und zum Mord an Juden aufrufen.

In der Ankündigung für die Tagung oder in den Titeln der Panels ist davon keine Rede. Dafür wird auf der Veranstaltung über „Die Bedeutung des Sozialraums für Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF)“ fabuliert und damit apriori Antisemitismus mit der „Abwertung Langzeitsarbeitsloser“ oder der Kritik am Islamismus („Islamophobie“) gleichgesetzt – denn so sieht es das federführend von dem Pädagogen Wilhelm Heitmeyer aus Bielefeldt konzipierte und mittlerweile aus zehn Komponenten bestehende Konzept „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF)“ vor.

Darüber hinaus und ganz grundsätzlich meint Schüler-Springorum zuletzt in mehreren Interviews, dass heutige „Islamfeindschaft“ sehr wohl mit Antisemitismus verglichen werden könne, und zwar z.B. mit jenem Anfang des 19. Jahrhunderts. Die „Jüdische Allgemeine“ Wochenzeitung schreibt dazu, ohne kritisch darauf zu reflektieren:

 „So sagt Schüler-Springorum etwa: ‚Man kann Antisemitismus und Islamfeindschaft miteinander vergleichen, weil dann ja auch die Unterschiede deutlich werden.‘ Parallelen zum Antisemitismus des frühen 19. Jahrhunderts sieht sie durchaus, aber für das späte 19. Jahrhundert verneint sie diese.“

Was meint die neue Leiterin des ZfA mit „Parallelen“ des Antisemitismus und heutiger „Islamfeindschaft“? Ging es den Juden Anfang des 19. Jahrhunderts so wie den Muslimen in Deutschland heute?

Anfang des 19. Jahrhunderts mussten Juden konvertieren, wenn sie irgendeine Chance haben wollten – siehe als ein Beispiel den Schriftsteller Heinrich Heine, der sich 1825 taufen ließ, um das „Entréebillet“ in die „bürgerliche Gesellschaft“ zu bekommen.

Die ZfA-Leiterin stellt in den Raum, und die Jüdische Allgemeine oder auch der Kölner Stadtanzeiger bieten den Platz dafür, dass heute Muslime eine Diskriminierung erfahren würden wie Juden um 1800 oder auch um 1825 herum. Das verharmlost und derealisiert den Antisemitismus Anfang des 19. Jahrhunderts und vernebelt vollkommen, wie gut es heute den Muslimen in Deutschland geht. Es ist also ein doppelt falsches Argument.

Zur Erinnerung: In den altdeutschen Liedern unter dem Titel „Des Knaben Wunderhorn“ popularisierten Clemens Brentano und Achim von Arnim zwischen 1806 und 1808 auch den antisemitischen Topos des „ewigen Juden“, Ahasver.

1811 hielt von Arnim eine der antisemitischsten Reden der deutschen Romantik („Über die Kennzeichen des Judentums“), worin er fantasierte, wie die Körper von Juden wohl reagierten, wenn man sie pulverisierte. Darauf wies im Jahr 1996 die Historikerin Susanna Moßmann in dem Band “Machtphantasie Deutschland” hin.

Von Arnim gründete 1811 die „Christlich-Deutsche Tischgesellschaft“[iv], zu der Juden (getaufte wie nicht getaufte, sowie Nachkommen von getauften) keinen Zutritt hatten, was Saul Ascher scharf kritisierte.

Hinzu kommen der deutsche Nationalismus und die Propaganda für ein „deutsches Volkstum“ sowie der Antisemitismus von Turnvater Friedrich Ludwig Jahn und seinen Horden. Auch das ist in der Forschung seit langem ein wichtiges Thema. So hat Eleonore Sterling im Jahr 1956 darüber publiziert –„Judenhaß. Die Anfänge des politischen Antisemitismus in Deutschland (1815–1850)“ – und die Bedeutung von Jakob Fries, den Turnvereinen und den Burschenschaften betont. Es wird in Berlin derzeit in Fußballkreisen diskutiert, endlich den Ex-DDR-Jahnsportpark in Prenzlauer Berg umzubenennen.

Nicht zu vergessen das burschenschaftliche Wartburgfest von 1817, inklusive dem Verbrennen von Büchern von französischen und jüdischen Autoren.

Sind Parallelen zur Situation von Muslimen heute zu erkennen, wenn ein schwäbischer Muslim wie Cem Özdemir Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen ist und Islamismuskritik als „Islamophobie“ diffamiert und sich der Hetze gegen Ralph Giordano und Henryk M. Broder, die beide mit dem Antisemiten Heinrich von Treitschke verglichen werden, aus der Feder des FAZ-Feuilleton-Chefs Patrick Bahners anschmiegt?

Die Historikerin Monika Richarz promovierte 1969 an der FU Berlin mit einer Arbeit über den „Eintritt der Juden in die akademische Welt“. Darin behandelt sie auch judenfeindliche Tendenzen Anfang des 19. Jahrhunderts, sie berichtet von einem „Taufzwang“ der Juden, wenn die irgend reüssieren wollten.

Dazu gibt es heute natürlich keine Parallele. Im Gegenteil, eher konvertieren in den letzten Jahren relativ viele Bürger in Deutschland zum Islam. Salafisten und andere rabiate Islamisten in der Bundesrepublik sind häufig Konvertiten.

Das Beispiel der Akademiker ist treffend: heute kann jeder Muslim Student, Doktorin, Doktorand, Post-Doc, Professor, Institutsleiter etc. werden. Juden hingegen hatten mit extrem heftigem, oft blutigem Antisemitismus zu kämpfen, zumal an den Universitäten Anfang des 19. Jahrhunderts, um das es hier geht. 

1822 wurde in Preußen der Ausschluss von Juden von „akademischen Lehr- und Schulämtern“ beschlossen, 1827 wurde verfügt, Juden dürften auch keine Apotheker mehr sein, wie die Sprachwissenschaftlerin Nicoline Hortzitz in ihrer 1988 publizierten Dissertation „Früh-Antisemitismus in Deutschland (1789–1871/72). Strukturelle Untersuchungen zu Wortschatz, Text und Argumentation“ herausarbeitete. 1819 gab es die antijüdischen „Hep-Hep-Krawalle“, insbesondere in Würzburg, Frankfurt, Hamburg, aber auch in anderen Orten. Die pro-jüdische Gesetzgebung unter der französischen Besatzung wurde wieder rückgängig gemacht.

Während Juden in Preußen ab 1827 keine Apotheker mehr sein durften, gibt es hingegen heute selbstverständlich migrantische und muslimische Apotheker in Deutschland. Manche sind sogar im „Palästinensischen Ärzte- und Apothekerverband“ organisiert, der im Oktober 2010 eine Veranstaltung mit dem international berüchtigten Antisemiten und Israelfeind Norman Finkelstein plante, wie die „autonome neuköllner antifa“ berichtete und zu Gegenaktivitäten aufrief.

Heute haben Muslime wie anderen Migranten auch alle Bürgerrechte in Deutschland, viele wollen aber gar nicht die deutsche Staatsbürgerschaft und kapseln sich bewusst ab. Muslime werden nicht anders behandelt als andere Bürger des Landes. Völlig anders die Situation der Juden, hier am Beispiel des Anfangs des 19. Jahrhunderts. Die rechtliche Emanzipation der Juden dauerte im 19. Jahrhundert bis 1871, und auch das war nur eine formale Gleichstellung, de facto waren Juden aus Sicht der nicht-jüdischen Deutschen nie wirklich angekommen, gerade nicht Anfang des 19. Jahrhunderts.[v]

Islamische Staaten wie der heutige Iran sind eine große Gefahr für die Menschheit. Wenn jetzt Forscherinnen insinuieren, dass es den Muslimen in Deutschland, Europa und der Welt in Teilen oder insgesamt so ginge wie den Juden Anfang des 19. Jahrhunderts, wird in den Raum gestellt, dass es damals etwas Ähnliches gegeben haben möge wie den Iran, die Hamas, oder die Muslimbrüder – von jüdischer Seite! Man muss diese These der ZfA-Leiterin nur logisch durchdenken, dann kommt man zu solchen Absurditäten.

Die größten Antisemiten und Islamisten wie der iranische Präsident Ahmadinejad bekommen Foren wie das Rednerpult der Vereinten Nationen, doch Forscher sprechen ernsthaft über „Islamfeindlichkeit“. Das kann man nur als realitätsgestört bezeichnen.

Juden waren seinerzeit eine unterdrückte Minderheit und in deutschen Landen der eingebildete und konstruierte Feind schlechthin. Heute gibt es dutzende Länder mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit und mächtigen Militärapparaten. Islamisten hetzen gegen die westliche Welt, sie sind Täter und nicht Opfer. Islamisten propagieren Judenhass und ihren Wunsch nach Vertreibung und Vernichtung von Juden, während Juden schon Anfang des 19. Jahrhunderts Objekte waren für den Antisemitismus.

Heute sind viele Muslime fanatisiert und propagieren nicht nur die Scharia und schüchtern moderate Muslime ein, sie agitieren auch gegen den Westen: Staatsmänner wie der türkische Ministerpräsident Erdogan, der iranische Präsident Ahmadinejad, sowie islamistische Vordenker wie Yusuf al-Qaradawi, der im Februar 2011 in Ägypten auf dem Kairoer Tahrir-Platz zum Marsch auf Jerusalem geblasen hat und damit die Wahrheit über den arabischen Frühling zum Ausdruck brachte.

Das sind nur einige wenige Hinweise zur Kritik an der neuen, alten Leitung am Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) an der Technischen Universität Berlin.

Die Palästinenser wollen unilateral einen eigenen Staat ausrufen, ohne direkte Verhandlungen mit Israel. Die Terrororganisation Hamas soll aufgewertet werden.

Es geht um Kritik am antizionistischen Antisemitismus, von anderen gegenwärtigen Formen des Antisemitismus wie der Blutbeschuldigung nicht zu schweigen. Die Analyse und Kritik des islamischen und arabischen Antisemitismus spielt heutzutage eine entscheidende Rolle.

Wer jedoch von einer Ähnlichkeit oder „Parallelität“ der Situation der Muslime heute und jener der Juden Anfang des 19. Jahrhunderts redet, argumentiert nicht nur politisch problematisch, vielmehr ahistorisch.

Anstatt der bekannten Programme von KIGA e.V., des ZfA, der EVZ et. al. über „Ausgrenzung“ (von Muslimen!), „Sozialraum“ und daraus abgeleiteten (womöglich teils auch antisemitischen) „Einstellungsmustern“, so die Ankündigung zur Tagung im Oktober, wären z.B. Nietzsche-Seminare, Religions-Aussteiger-Camps oder Ich-werfe-mein-Kopftuch-in-die-Spree-Aktionen[vi] doch einmal eine echte Alternative.

Doch KIGA wie das ZfA und die große Stiftung EVZ gehen von Folgendem aus, wie die Tagungsankündigung schreibt:

 „Antisemitismus als gesellschaftliches Phänomen wird in der Wissenschaft, der Migrationsforschung und der Bildungspraxis intensiv diskutiert. Klar ist: Antisemitismus ist kein spezifisches Problem ausgewählter Gruppen.“

Das ist gerade nicht klar. Eher soll offenbar von vornherein geleugnet werden, dass es heute einen spezifisch muslimischen und islamischen Antisemitismus gibt, und zwar auch in Deutschland. Manche Migranten bilden derzeit vor allem im öffentlichen Raum (neben gewissen Linken und den Neonazis) eine der größten Gruppen, die Antisemitismus und Israelhass verbreiten: auf Demonstrationen, Flugblättern, Kongressen, auf Facebook, auf Schulhöfen, bei Attacken auf jüdische Kindertanzgruppen wie in Hannover etc. etc. Vor diesem Hintergrund erscheinen auch die Projekte von KIGA fragwürdig, da sie die Jugendlichen dort abholen möchte, wo diese stehen: in Berlin-Kreuzberg am „Kottbusser Tor“[vii]; dass dabei der Antisemitismus von Muslimen bei den Projekten und Äußerungen der KIGA-Frontfrau Anne Goldenbogen offenbar eher selten explizit auftaucht, fiel sogar dem Südwestrundfunk in einer Sendung im Juni 2011 auf.

Wo bleiben beispielsweise (kultur-) wissenschaftliche Untersuchungen zum  antizionistischen Antisemitismus vieler Muslime oder zu gegenwärtigen Formen des Antisemitismus wie der Blutbeschuldigung, die in türkischen Filmen oder ägyptischen TV-Serien propagiert wird?

Die Forschung sollte endlich aufhören, absurde, unwissenschaftliche Vergleiche anzustellen – egal ob nun die Situation von Juden Ende des 19. Jahrhunderts (Benz) oder Anfang des 19. Jahrhunderts (Schüler-Springorum) als Vergleichsmaßstab für die halluzinierte heutige „Islamfeindschaft“ herangezogen wird.

Die Forschung sollte sich mit der Realität befassen: (Antizionistischen) Antisemitismus gibt es in vielen Formen. Die muslimischen und arabischen Varianten sind derzeit die gefährlichsten.

 

 



[i] Eine Ausstellung, die man übrigens in anderer Hinsicht durchaus kritisch sehen kann.

[ii] In Kooperation mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung, ZfA, der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus KIGA e.V., sowie mit Unterstützung des Fritz-Bauer-Instituts aus Frankfurt am Main, und anderen Einrichtungen.

[iii] Laut PDF-Programmankündigung am 20.09.2011.

[iv] Mitglieder waren unter anderem „Kleist, Adam Müller, Clausewitz, Fichte und Friedrich Karl von Savigny“, wie der Publizist Hans Schütz 1992 in einem Band über „Juden in der deutschen Literatur“ schrieb.

[v] Von der Einführung des code civil durch Napoleon zwischen 1806 und 1813 abgesehen, doch das war ja keine deutsche Leistung, sondern eine zivilisierte, französische.

[vi] Diese feministische Idee stammt von der Soziologin und Islamkritikerin Necla Kelek, sie schreibt darüber in ihrer Studie „Himmelsreise“ von 2010.

[vii] Mit einer Fotografie von dieser U-Bahn Station wirbt KIGA in Publikationen.

 

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Yale kills YIISA

CLEMENS HENI: ANTISEMITISM IN AMERICA – YALE KILLS YIISA
Published in: SPME Faculty Voices June 8, 2011

 

 

The Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism (YIISA), established in 2006 as the first institute of its kind that dealt particularly with research on antisemitism was shut down by Yale University a few days ago. YIISA made a routine application for a five-year renewal of its status, which Yale University then denied.

 

Since 2005, even before the official establishment of YIISA, prominent scholars and publicists who are critical about new antisemitism, and Arab and Muslim anti-Semitism, appeared at Yale. A core element of YIISA’s activities focused on the Iranian threat, including an event with YIISA founder Charles Small and Wall Street Journal columnist Bret Stephens at 92Y in Manhattan in 2008.

YIISA had events on many other topics related to antisemitism, like the history of the Holocaust, Holocaust obfuscation and denial, among other forms of historical and contemporary antisemitism. Invited scholars included Paul Lawrence Rose, Deborah Lipstadt, Dina Porat, Michael Oren (meanwhile Israel’s ambassador to the US), Anne Bayefsky, Phyllis Chesler, Ruth Wisse, Richard Landes, Yossi Klein Halevi, Irvin Cotler, Gerald Steinberg, Jeffrey Herf, Hadassa Ben-Itto, Kenneth Marcus and Michael Walzer along with activists and public figures like ADL president Abe Foxman.

Even controversial scholars like German historian Wolfgang Benz, Yale’s Sheila Benhabib, or American philosopher Martha Nussbaum, none of whom are known as critics of Muslim antisemitism, were given a podium at YIISA. The program of YIISA was diverse.

YIISA became famous due to its outstanding criticism of new antisemitism. Usually academics in the US (like in Europe) do not focus on anti-Semitism unless it derives from Neonazis. Left antisemitism, progressive, Muslim, Arab and even Jewish antisemitism is beyond discussion on campus. Therefore seminars and lectures of famous historians and other scholars like Alan Dershowitz, Benny Morris, and Robert S. Wistrich gave YIISA an international credibility.

Yale, though, was also not impressed by the fact that three well known Muslim moderates were also part of YIISA’s program: lesbian Irshad Manji, German political scientist Bassam Tibi, and Bangladeshi Shoaib Choudhury. Taking this into account, the Yale decision to kill YIISA is also a decision against liberal or moderate Muslims who fight for an enlightened Islam, and a life without Sharia law, terror, and Islamic antisemitism.

 

Finally, in August 2010, there was a big international conference at YIISA, including over 100 presentations. Discussing Arab and Muslim antisemitism and supporting the Jewish state of Israel evoked hatred and bigotry from terrorist organizations like the PLO and bloggers, authors and no-name youngsters alike.

Yale’s action proves that criticism of antisemitism in the US and on campus is possible, as long as you are just dealing with Nazis and Neonazis, or right-wing Christians, promoting old-school antisemitism. The much bigger portion of academia and the public, liberal or progressive Christians, non-believers, Muslims, and others who are spreading new style antisemitism, anti-Zionism, and Israel hatred, remain untouched. This is the core argument of ABBY WISSE SCHACHTER , writing on June 6, 2011, in the New York Post:

„Yale University last week killed the Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism — the only program of its kind in the country, an academically stellar one-stop anti-Semitism research shop. Worse, it almost certainly did so because YIISA refused to ignore the most virulent, genocidal and common form of Jew-hatred today: Muslim anti-Semitism.”

If one is analyzing the most dangerous form of contemporary antisemitism, you are censored, defamed, bullied, and finally thrown out from campus: highlighting Muslim and Arab antisemitism is taboo.

In that sense, American academe is like its counterpart in Europe.

Analyzing liberal and left hypocrisy, YIISA Associate Professor Neil Kressel, already showed in 1992 that progressives aim at antisemites as long as they are right-wing or Nazis. Antisemitism from the Third World or from minority groups, including the left, have never been a topic for mainstream scholars and journalists in the US. Contrary to fantasies about a powerful ‘Israel-Lobby’ in the US, antisemitism is very strong among the elites in America. The recent Yale decision is proof for this.

William Prusoff witnessed Nazi activities in New York City in the mid 1930s, including attacks on the shop of his father, and the marching of Pro-German activists on the streets with swastika and Nazi style antisemitic slogans. Bill fled with his family to Florida, he came back years later and was one of the most renowned pharmacologists in the US. Bill Prusoff was one of the leading figures behind YIISA, a sponsor from the very beginning. With a huge portion of humor and his always optimistic view on society, Bill told me and two friends about his life and experiences with antisemitism.

In April 2011 William Prusoff died, age 90.

 

The Yale commission’s decision to shut down YIISA is a typical behavior for American academics, promoting anti-Zionism and rather Pro-Islamism, while attacking criticism of antisemitism and Islamism. If we look at public counter-intellectuals like Tony Judt, Norman Finkelstein, Noam Chomsky, Judith Butler, Daniel Boyarin, all those Institutes for Middle Eastern Studies, Islamic Studies, Area Studies (or Gender Studies, Philosophy etc. etc.), not to forget Obama’s and Edward Said’s ally Rashid Khalidi: hatred of Israel, anti-Zionism, along with affirmation, trivialization or downplaying of Muslim antisemitism, are conventional wisdom for many elites in the US, especially scholars in the related fields.

 

In January 2009 there were rallies across the nation attacking Israel, but not Hamas and its Qassam rockets fired on Israel. In one of these rallies in New Haven some demonstrators had posters with “Israel Stop the Holocaust in Gaza”. This did not shock Yale University.

I was undercover in a church in downtown New Haven during the preparation of one of these anti-Israel rallies. Trotzkists, Maoists, Marxists, alongside with religious extremists, Islamists, Christians, and others focused on their common enemy: the Zionists!

We know this from Germany, most recently famous Protestant cleric Margot Kaessmann publicly said she prefers to pray for the Taliban instead of fighting or bombing them. This is the German way of love and peace with those who love death and destruction.

CSCharles Small is the founder of the Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism (YIISA). His tireless engagement with YIISA was the force that made YIISA a famous institution among those who love democracy, Israel, America, and who are against bigotry, Sharia law, antisemitism and the cult of death, embraced by Islamism.

Charles was always soft in his tone, respecting the fact that YALE is a typical liberal institution of higher learning.

 

American antisemitism remains an important topic for research. The decision by Yale to kill YIISA adds another chapter to this story. As late as in 2006 a liberal Canadian sociologist, Charles Asher Small, founded YIISA. Not even five years later the story ends (with a tiny exception of an institute on research on antisemitism in Bloomington, Indiana).

Analysis and criticism of Islamic antisemitism is as important as never before. Yale University intentionally destroyed its own institution which really gave Yale the spirit of being an important place for this world. Embracing universal law and fighting cultural relativism, YIISA was a beacon of democracy and the free world. This is no longer welcome.

As soon as Yale closes the doors of YIISA it will be – on another level, sure – as unimportant for criticism of the real threats to world peace (Islamic Jihad and Muslim antisemitism) as German universities like Humboldt-University Berlin, Free University Berlin, Technical University Berlin, like Columbia, or the University of California in LA, Berkeley, and elsewhere: just another place for postcolonialism, Area Studies, postorientalism, cultural relativism, Islamism (framed as „multiculturalism“ or “tolerance”), anti-Americanism, anti-Zionism (“criticism of Israel”) and the minimization of antisemitism.

Yale will be just another place for ignoring or even promoting Jew-hatred. YIISA made Yale a great place – but Yale obviously did not wish to rise to the challenge.. New Haven and Yale do not want to be a great place. Probably they do not even deserve it.

 

YIISA did inspire an entire generation of young scholars to deal with antisemitism in a new, much more critical way we used to do in North America and Europe. Israel has of course the longest record of high-profile research on antisemitism.

 

The idea to challenge academia from within, when it comes to antisemitism, will be among the life achievements of Charles Small.

Bill Prusoff did not witness the end of his dream of YIISA, as he died shortly before Yale’s decision. His dream is still alive and his and Charles’ idea of universalism has already spread around the world. Groups like British Muslims for Israel are indicating a new tendency in world history: moderate Muslims are waking up AND they get support in the West. No longer from Yale, though. However, at some point even Yale University will learn its lesson.

 

 

The author, Dr. Clemens Heni, was among the first five Post-Doctoral Researchers at the Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism (YIISA) in 2008 and 2009. In 2011 he established the Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA). In summer 2011 he will publish his groundbreaking 430 pages study on Schadenfreude. Islamic Studies and antisemitism in Germany after 9/11.

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Antisemitismus in Amerika – YALE kills YIISA

Antisemitismus in Amerika – YALE kills YIISA

Die Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism (YIISA), das 2006 gegründete erste universitäre Institut für Antisemitismusforschung in Nordamerika, wird geschlossen.

Das beschloss vor wenigen Tagen die YALE University, die einen eigentlich routinemäßigen Antrag auf Erneuerung des Institutsstatuts’ von YIISA nach 5 Jahren abschlägig beschied.

Schon vor der offiziellen Gründung gab es bei YIISA seit 2005 Veranstaltungen mit vielen bekannten Wissenschaftlern und Kritikern des neuen Antisemitismus und vor allem des arabischen und islamischen Antisemitismus. Ein Schwerpunkt ist die Analyse der iranischen Gefahr. Es wurden auch andere Aspekte des Antisemitismus wie die Geschichte des Holocaust, die Trivialisierung des Holocaust, Holocaustleugnung und weitere Formen von Antisemitismus angesprochen. Eingeladen wurden Wissenschaftler wie Paul Lawrence Rose, Deborah Lipstadt, Dina Porat, Michael Oren (mittlerweile Botschafter Israels in USA), Anne Bayefsky, Ruth Wisse, Richard Landes, Yossi Klein Halevi, Irvin Cotler, Gerald Steinberg, Jeffrey Herf, Hadassa Ben-Itto, Kenneth Marcus oder Michael Walzer wie auch Aktivisten und bekannte Persönlichkeiten wie der Präsident der Anti Defamation League (ADL), Abe Foxman.

Selbst umstrittene Forscher, die sicher nicht in Verdacht stehen, muslimischen Antisemitismus zu thematisieren oder zu kritisieren, wie Wolfgang Benz, Sheila Benhabib oder Martha Nussbaum bekamen ein Podium. Das Programm von YIISA war also vielfältig.

Weltweit bekannt wurde YIISA aufgrund seiner Kritik am gegenwärtigen Antisemitismus. Es ist in USA wie Europa sehr ungewöhnlich an Universitäten Kritik an anderen Forschern und zumal Kritik am Antisemitismus von Muslimen und Arabern oder auch Linken zu üben. Vor diesem Hintergrund zählen die Vorträge und (teils nur für Institutsangehörige und Freunde durchgeführte) Seminare mit Forschern wie Alan Dershowitz, Benny Morris und Robert S. Wistrich zu den herausragenden Aktivitäten von YIISA.

Natürlich beeindruckt Antizionisten und mehr oder weniger pro-islamistische Forscher und Bürokraten in Yale die Tatsache überhaupt nicht, dass auch drei weltbekannte moderate Muslime wie die lesbische Autorin Irshad Manji, der deutsche Politologe Bassam Tibi oder der aus Bangladesch kommende Shoaib Choudhury in YIISA vortrugen.

Insofern ist die Entscheidung von Yale, YIISA zu zerstören, auch eine Entscheidung und klare Positionierung gegen diejenigen Muslime, die sich für einen aufgeklärten Islam und ein Leben ohne Scharia, Terror und islamischen Antisemitismus einsetzen.

Schließlich gab es im August 2010 eine internationale YIISA-Konferenz mit über 100 Vorträgen. Alleine die Thematisierung des arabischen und muslimischen Antisemitismus und die klare Positionierung für einen jüdischen Staat Israel rief natürlich die Agitation von Terrorgruppen wie der PLO (aus New York City) und antisemitischen Bloggern und Autoren auf den Plan. Das bekamen auch die ohnehin nicht israelfreundlichen Verantwortlichen in Yale mit.

Kritik am Antisemitismus ist in USA nur dann möglich, wenn christlicher oder neonazistischer Judenhass gemeint sind, schreibt ABBY WISSE SCHACHTER in der New York Post am 6. Juni 2011 in einem wütenden Artikel über das Ende von YIISA. Sie schreibt:

„Yale University last week killed the Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism — the only program of its kind in the country, an academically stellar one-stop anti-Semitism research shop. Worse, it almost certainly did so because YIISA refused to ignore the most virulent, genocidal and common form of Jew-hatred today: Muslim anti-Semitism.”

Wer den heute gefährlichsten Antisemitismus thematisiert wird zensiert, diffamiert, gemobbt und schließlich vom Campus gejagt: Kritik am muslimischen Antisemitismus ist Tabu an Universitäten in USA. Darin ähnelt die universitäre Landschaft Amerikas jener Europas. Auf die Heuchelei der ‚progressives‘, also der Linken oder Linksliberalen, der ‚Gutmenschen‘, wies Neil Kressel, Associate Professor bei YIISA, schon 1992 in einem Artikel hin.

Seinerzeit setzte er amerikanisches Gerede von Multikulturalismus und Antiuniversalismus mit der Liebe von Martin Heidegger für den antiliberalen Nationalsozialismus in eine Reihe. Wie Neil bereits damals analysierte, sind Linke oder Liberale natürlich gegen den KuKluxKlan (KKK) in den USA, gegen Rassismus und gegen Pro-Nazismus. Sobald es jedoch um Antisemitismus von Linken oder Menschen aus der Dritten Welt geht, wird abgewiegelt, verharmlost und toleriert, dass sich die Antisemiten vor Lachen biegen.

Entgegen dem antisemitischen Fantasieren über eine starke Israel-Lobby in USA, ist Antisemitismus in Amerika weit verbreitet.

William Prusoff musste erleben wie in den 1930er Jahren Nazis in New York City das Geschäft seines Vaters attackierten, auf der Straße mit Hakenkreuzen und Nazi-Uniformen marschierten und antisemitisch hetzten.

Bill floh als Teenager mit seiner Familie nach Florida. Später kehrte er in den Nordosten der USA zurück und wurde ein weltberühmter Pharmakologe. Er war einer der Initiatoren von YIISA, sein Leben lang war der Kampf gegen Antisemitismus für William Prusoff eine enorm wichtige Sache. Mit viel Humor und einem ernüchterten, gleichwohl immer optimistischen Blick auf das Leben, erzählte er mir und zwei Freunden in YALE aus seinem Leben. Im April 2011 starb William Prusoff im Alter von 90 Jahren. Er war in USA eine sehr bekannte Person, und in New Haven/Yale war sein Name ebenso mit YIISA verbunden. Die Kommissionsmitglieder der Yale University, die YIISA nun schließen möchten, präsentieren sich als typische Vertreter des amerikanischen Antizionismus und Pro-Islamismus, der an Universitäten herrscht.

Von Tony Judt, Norman Finkelstein, Noam Chomsky über Judith Butler, Daniel Boyarin, den Instituten für Middle Eastern Studies, Arabic und Islamic Studies, Area Studie (oder Gender Studies, Philosophy etc. etc.) bis hin zu Obamas Spezl Rashid Khalidi: Israelfeindschaft, Antizionismus, ein Verharmlosen oder Affirmieren des Islamismus sind common sense in Kreisen der selbst ernannten Progressiven, die doch in Wahrheit ein Echo des Reaktionärsten sind.

Die vom Frieden reden schweigen vom Krieg des Jihad gegen die freie Welt, Amerika, Israel und die Juden. Im Januar 2009 gab es in New Haven Demonstrationen von lokalen Muslimen und linken Extremisten, die vom „Holocaust in Gaza“ faselten. Dies schockierte die Yale University nicht, im Gegenteil: sie umarmen antisemitische Aktivisten, solange sie nicht offene Rechtsextremisten sind. Der amerikanische Antisemitismus kann natürlich auch von Christen ausgehen, nicht nur von erzkonservativen, auch und vor allem von ‚liberalen‘, welche ein offenes Ohr für ‚den anderen‘ haben, solange er kein Jude oder Zionist ist. Ich war undercover in einer solchen Kirche in downtown New Haven bei einem Vorbereitungstreffen für eine jener anti-Israel-Demos im Januar 2009.

Da trafen sich Trotzkisten, Maoisten, Marxisten, Islamisten, lokale Friedensaktivisten und Christen Arm in Arm Schawarma essend gegen den gemeinsamen Feind: die Zionisten! Christen, Islamisten und Linke vereint gegen Israel, das ist in Deutschland nicht anders, man denke nur an Margot Käßmann, den Evangelischen Kirchentag und das Beten für die Taliban.

Charles Small ist der Gründer der Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism (YIISA).

Ohne seine unermüdliche Arbeit wäre YIISA nicht zu solchem Ruhm gelangt. Dabei musste er der Realität in Yale ins Auge sehen: Er war immer um einen moderaten, freundlichen, häufig eher zurückhaltenden Ton bemüht – er weiß welcher Ton den teils unfassbar arroganten sowie die Gefahr des Islamismus negierenden oder Antisemitismus („Israelkritik“) ganz offen umarmenden Akademikern der Ivy League gefällt.

Doch natürlich hat‘s nicht am Ton gelegen.

Das ist der Hintergrund vor dem das Ende von YIISA zu sehen ist. Antisemitismus in Amerika ist ein wichtiges Forschungsfeld. Durch diesen Beschluss der Yale University ist das Kapitel Antisemitismus in USA um ein großes Unterkapitel ‚reicher‘. Erst 2006 hat ein kanadischer Soziologe, Charles Small, YIISA gegründet.

Keine fünf Jahre später ist die universitäre Beschäftigung mit Antisemitismus in den USA (von einer kleinen Ausnahme in Bloomington, Indiana abgesehen) wieder zu Ende. Die Analyse und Kritik des islamischen Antisemitismus sind so wichtig wie nie zuvor.

Die Yale University zerstört mit YIISA die einzige Institution, die YALE zu einer weltweit relevanten Universität gemacht hatte, einer Einrichtung gegen Kulturrelativismus und für Universalismus.

Ab sofort ist Yale wieder so provinziell wie die Humboldt-Universität zu Berlin, wie Harvard, Columbia, die TU, die FU, die University of California in Los Angeles (UCLA) oder in Berkeley: ein Ort für Postkolonialismus, Area Studies, Postorientalismus, Kulturrelativismus, Antiuniversalismus, Islamismus („Multikulturalismus“, „Integration“, „Toleranz“), Antizionismus („Israelkritik“), Antiamerikanismus und das Verharmlosen von Judenhass (natürlich auf sprachlich galante Weise).

Die Idee, die hinter YIISA steht, lebt gleichwohl weiter: Das Problem sind antisemitische Wissenschaftler, nicht muslimische Gemüsehändler oder Schulabbrecher. YIISA hat eine ganze Generation von jungen Wissenschaftlern inspiriert, Kritik am Antisemitismus als zentrale Aufgabe zu sehen und nicht nur als Episode oder Stufe auf der Karriereleiter (was jedoch nicht für alle Fellows bei YIISA galt und gilt).

Die Idee, Kritik am antiisraelischen Wissenschaftsbetrieb gerade von innen, an den Universitäten selbst zu üben, ist der bleibende Verdienst von Charles Small. Bill Prusoff musste das Ende seines Traums eines Instituts für Antisemitismusforschung nicht mehr mit erleben. Auch seine Inspiration lebt weiter. Daran können ein paar Witzfiguren eines Committees der Yale University nichts ändern.

Provinzialität und reaktionäre, Kritik am muslimischen Antisemitismus diffamierende Aktivitäten wie dieser Beschluss von YALE stehen einem weltweit wachsenden Interesse an Universalismus und Anti-Islamismus und dem offensiven Eintreten für Israel (z.B. von den „British Muslims for Israel“) entgegen. Irgendwann wird das auch Yale kapieren.

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AFPC’s World Almanac of Islamism

The American Foreign Policy Council (AFPC) in Washington D. C. is publishing the first

World Almanac of Islamism

All entries will be published in a book later this year, and most of the entries are also available online right now.

I am honored to be among the contributors. I’ve written the entry about Islamism in Germany. Here a a few paragraphs, see the original here:

Germany

Islamism in Germany has deep roots, stretching back to a symbiosis between the German state and radical religious elements during the First World War. These ties endured during the Second World War, fueled by the Third Reich’s close ties to the Grand-Mufti of Jerusalem, Haj Amin al-Hussaini, and throughout the decades of the Cold War against the Soviet Union, before emerging to challenge the stability of the Federal Republic in the post-Cold War era.”

(…)

“There exists considerable ideological and operational difference between lawful Islamism, which seeks the gradual imposition of sharia (Islamic law), and violent jihad, which is aimed at the overthrow of the established state. In Germany, Islamism of the lawful variant predominates, although instances of jihadi activity have been documented as well. As of 2009, Germany’s internal security service, the Federal Office for the Protection of the Constitution (Verfassungsschutzbericht), estimated that some 29 Islamist organizations with a total of 36,270 members were active within the country.2″

(…)

“Since 9/11, and particularly over the past several years, political Islam has become a major topic of public debate in Germany. The wearing of the headscarf, honor killings, forced marriages, and support for terrorism and anti-Zionist activity are among the main topics of discussion surrounding both Islam and Islamism. Yet many newspapers, researchers, and politicians, as well as the general public at large, remain reluctant to deal with these issues. Those political groups or parties which express their opposition to political Islam do so out of ideological and/or racist grounds, rather than as a result of careful analysis of specific elements of political Islam. Likewise, many groups opposed to Islam are also against other foreigners (as well as those considered to be not “German” enough).

Nevertheless, a tiny but growing number of public intellectuals, scholars, activists, authors, and journalists have emerged publicly as critics of Islamism in recent years. These individuals have faced resistance on the public policy front. Some institutions, like the Berlin Center for Research on Antisemitism (ZfA),41  have equated any meaningful criticism of Islam with anti-Semitism, often framed as “Islamophobia.”42  Many journalists and mainstream scholars even compare or equate Islamist preachers of hate with pro-Western scholars, writers or activists,43  and reject any military response to Islamism or Islamic jihad.44  Most instead portray Islam as harmless or interesting, and look uncritically upon figures like leading Sunni Islamist Yusuf al-Qaradawi.45

(…)

“The grand mufti of Jerusalem, Haj Amin al-Hussaini, was welcomed by Adolf Hitler, financially supported by the Nazi regime, and used Germany as a base from which to communicate anti-Jewish propaganda into the Middle East.47  After 1945, Islam was used both by the Federal Republic of Germany and the U.S. (via the CIA) as a tool against the Soviet Union and its allies during the Cold War.48  As part of this effort, Gerhard von Mende, a former Nazi in the “Ostministerium” (department of Eastern affairs), engaged the services of Muslims like Nurredin Nakibhodscha Namangani, a former imam for the Nazi Schutzstaffel (SS). In 1958, Namangani began a “Mosque Construction Commission” in Munich, which became the starting point for political Islam in post-war Germany (if not the whole of Europe). From the start, however, it was clear—given the ideologies and past histories of those Islamists and their German allies—that anti-Semitism and anti-Western thought would become staples of the ideology thereby promoted. ”

(…)

“Still, there are signs of a growing awareness of Islamic radicalism among government officials. On November 17, 2010, for example, former German Interior Minister Thomas de Maiziére warned publicly that Islamic jihadists were on their way to the country with the intent of committing a terrorist attack.61  His successor, Hans-Peter Friedrich, has gone further, announcing in March 2011 that he intends to hold a “prevention conference” dealing with Islamism and Islamic Jihad in Berlin in 2011.62  This marks the first time that the German government has engaged the country’s Muslim community in a joint effort to combat Islamism. The prospects for such a union, however, are far from certain, as most of the Muslim organizations participating in the state’s official “Islam conference” have rejected the outreach.”

Read the entire entry on the page of the American Foreign Policy Council’s World Alamanc of Islamism.

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Die “Facebook-Revolte” zeigt Gesicht – und der Tagesschau fehlen die Worte

Die Revolte in Ägypten ist eine demokratische, gut und rein. Glaubt man Rainald Becker vom ARD-Hauptstadtstudio, ist jetzt die Zeit reif für einen Regimewechsel in Kairo, sind Zweifel an der demokratischen und freiheitlichen Gesinnung der Bewegung “Blödsinn, vorgeschoben, etwas für politische Hasenfüße”.

“Es gibt Politiker für den friedlichen Übergang, und die haben alle nichts mit den Islamisten im Sinn.”

Dumm nur, laufen die Fußtruppen der “Politiker für den friedlichen Übergang” mit gar nicht schönen Plakaten herum und halten sie auch noch demonstrativ in die Kamera von Rainald Beckers Sender. Hosni Mubarak ist da zu sehen mit Davidstern, das Gesicht mit ein paar flotten Strichen ergänzt, so daß es an Adolf Hitler erinnert.

In der Tagesschau um 20 Uhr, der Hauptnachrichtensendung in Deutschland, wurde am 8. Februar 2011 ein Bericht von Jörg Armbruster aus Ägypten gebracht. Man kann die Sendung im Internet („Situation in Ägypten“) nochmal anschauen.

Ungefähr bei Minute 9:06 sieht man einen Demonstranten mit einem Plakat, auf welchem der ägyptische Präsident Hosni Mubarak abgebildet ist. Das Portraitbild ist durchgestrichen, Mubarak bekommt ein Hitlerbärtchen, zu sehen sind die auf Arabisch geschriebenen Worte „Nein, Nein, Nein, Lügner, großer Agent, Kreuzritter“ und dazu sind zwei Davidsterne zu sehen. Hat sich die ARD das nicht übersetzen lassen? Kreuzritter steht in Ägypten meist für Amerika und Christen, Agent für Juden und Israel, was durch die beiden Davidsterne ja auch offensichtlich noch untermalt wird. Dieses ikonographische Arrangement sollte also analysiert werden.

Der Araber und Muslim Mubarak wird als Jude oder als von den Juden eingesetzter Verbrecher, ja als Nazi zum Abschuss freigegeben (Davidstern auf der Stirn), wie anders soll man das interpretieren?

Im Tagesschau-Beitrag von Armbruster kann man sehen, dass dieses Plakat nicht zufällig und am Rande, vielmehr gezielt von der Kamera und dem ARD-Team eingefangen wurde. Eine ruhige Kameraführung zeigt das Plakat recht scharf.

Die ARD kommentiert jedoch dieses antisemitische Plakat nicht. Es wird goutiert, um sodann im Bericht euphorisch über die „Opposition“ zu berichten und wie selbstverständlich einen Vertreter der islamistischen Muslimbrüder – Ikhwan – zu interviewen und wiederum kritiklos zu senden. Armbruster fordert und unterstützt explizit den „Durchhaltewillen“ der Regime-Gegner. Dabei ist die Ideologie der Islamisten der Muslimbrüder seit Jahrzehnten erforscht und bekannt.

Antisemitische Plakate waren schon am 30. Januar 2011 in Ägypten zu sehen. Der israelische Journalist und Deutschland-Korrespondent Eldad Beck berichtet auch von antisemitischen Slogans auf dem Tahrir-Platz in Kairo seither.

Man stelle sich eine Neo-Nazi Demo in Dresden oder Köln vor, wo unwidersprochen ein Neonazi ganz nah an der Kamera ein antisemitisches Plakat hochhält und der Bericht sich mit keiner Silbe davon distanziert, vielmehr die Neo-Nazi Demo vehement unterstützt.

Doch in Kairo handelt es sich ja nach Volksmeinung um gute, demokratische und nach Freiheit strebende Kräfte, nicht wahr? Da wird dann Antisemitismus und Hass auf Israel gern goutiert, promotet und in seiner Aggressivität entwirklicht. „Mehr Demokratie wagen“ heißt bei diesen Leuten auf dem Tahrir-Platz jedenfalls „mehr Antisemitismus“ propagieren.

Es ist in jedem Fall bemerkenswert, dass ein deutscher Fernsehsender ohne Kommentar ein antisemitisches Plakat zeigt und dem antisemitischen Hetzer, der dieses Plakat stolz hochhält, somit ein Millionenpublikum verschafft.

Das Problem bringt der algerische Schriftsteller Boualem Sansal in der Welt am 9. Februar 2011 auf den Punkt:

„Die Frage des Islam ist der eigentliche Stein des Anstoßes. Doch sie wird nie angegangen, ganz im Gegenteil: Alle – Demokraten wie Laizisten – beziehen sich auf die Religion. Mohammed al-Baradei, der sich als Demokrat internationalen Zuschnitts positioniert, wählte als seine erste Geste das gemeinsame Gebet mit den Islamisten auf offener Straße (er hätte auch mal in eine Kirche zu den Kopten gehen sollen), anstatt vor allem seine oppositionellen ideologischen Positionen zu betonen. Unter den aktuellen Bedingungen auf der Straße zu beten ist kein neutraler oder unverfänglicher Akt, es ist ein politisches Zeichen der schlechtesten Sorte. Es zeigt, dass viele von der Zukunft und der Demokratie sprechen, während sie sich zugleich ausgerechnet auf die Kräfte beziehen, die für das Gestern und die Ablehnung der Demokratie stehen. Der arabische Nationalismus, der ein großes Hindernis ist auf dem Weg zur Demokratie, wird immer noch als ein Grundwert angesehen. Keiner wagt, ihm den Prozess zu machen und klar zu benennen, was ihn so gefährlich und ausgrenzend macht: Er ist eine rassistische, antidemokratische, antiwestliche, antisemitische und antiisraelische Ideologie.“

Vor diesem Hintergrund und der Persistenz einer über Jahrzehnte entwickelten und gepflegten antisemitischen, antizionistischen, islamistischen, stolz-arabischen politischen Kultur sollten viele deutsche Medien, NGOs und selbst Aktivisten des eigentlich pro-israelischen Spektrums mit Euphorie endlich zurückhaltender um sich werfen. Skepsis, Angst und Nachdenklichkeit sind angesichts solcher Tagesschau-Berichte, welche offenbar die Stimmung in Ägypten widerspiegeln, eher angebracht.

Das von der Tagesschau gezeigte Bild mit Mubarak und zwei Davidsternen sowie Hitlerbärtchen ist ein antisemitischer Angriff auf Juden weltweit. Mit so einem Plakat wird das Judentum als hitleristisch und Mubarak als von den Juden gesteuert imaginiert.

Der ARD fehlen die Worte.

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Forget About Nazis, Talk About “Islamophobia”

 

Forget About Nazis, Talk About “Islamophobia”

 

This article was published in New York City in “The Algemeiner Journal,” FRIDAY, JANUARY 21, 2011 | 16 SHVAT 5771 VOL. XXXVIII NO. 1996


 

This week, there was a book presentation in Vienna, Austria, about ‘race, as a political and social construction’. One of the panelists at the event is Prof. Wolfgang Benz, head of the Center for Research on Antisemitism (ZfA) at Berlin’s Technical University. Benz has recently come under heavy criticism because he currently equates anti-Semitism with criticism of Islamism.

It started with a conference on December 8, 2008 at his institute in Berlin, entitled “concept of the enemy Muslim – concept of the enemy Jew.” The announcement itself drew clear parallels from the history of anti-Semitism in the 19th century and today’s situation for Muslims.

Well: who was attacked on 9/11? Who organizes conferences like “A World without Zionism” and denies the Holocaust? And who, by the way, organizes rallies in the heart of Berlin as well as in San Franciso, London or any other major city in the Western world in January 2009 screaming “Death to the Jews”, “Olmert is a son of a dog”, or “Hamas, Hamas, Jews to the Gas?”

Who gave some of the nastiest, most anti-Semitic and anti-American speeches at the United Nations in the last years at their General Assemblies in September? Are these examples proof for “Islamophobia?”

 

The analogy of anti-Semitism and “Islamophobia” is also the topic of another conference at an Academy in the city of Tutzing, south of Munich in Bavaria, on January 21-23, organized in collaboration with the “Moses Mendelssohn Center for European-Jewish Studies at the University of Potsdam (MMZ).” The announcement also compares the history of 19th century anti-Semitism with criticism of Islam. The flyer for this event mentions Heinrich von Treitschke, one of the most dangerous and influential anti-Semites ever. He coined the term “Die Juden sind unser Unglück” (“Jews are our Misfortune”), decades later a key term for the Nazi movement and Nazi Germany itself.

The Tutzing event draws a clear line from German pre-Nazi style anti-Semitism of Treitschke in the late 19th century to today’s criticism of Islamism, Islamic Jihad and Islamic Terrorism. Some participants are asked to talk about anti-Semitism, others about criticism of Islam. One participant is striking: a Dr. Mohammed Khallouk, representing the “General Council of German Muslims” (ZMD). He wrote in 2010 that some critics of Islamism like feminist, Muslim authors Necla Kelek or Seyran Ates just criticize Islam in order to prepare Muslims to convert to Christianity respective Judaism!

There can be no doubt, that this is an anti-Semitic (and anti-Christian) conspiracy theory. Kelek and Ates are known as intellectuals who are courageous when criticizing Islamism. Ates, formerly working as a lawyer, was almost shot dead several years ago. She survived and is well known for her books that urge Muslims to wake up to extremist realities.

Other panels of that Tutzing conference compare or equate debates about the building of synagogues in the 19th century with mosques projects today. This is, again, a denial of any specificity of the history of anti-Semitism. Judaism is not a big and imperialistic religion like Islam or Christianity, without forgetting that Christianity, contrary to Islam has had more than 200 years of enlightenment so far. Judaism did not spread terror and hatred and anti-democratic ideology when planning synagogues in Germany let’s say in 1893. Many Muslims today are known to support Hamas. In Germany many of them are serving Turkish-Islamist AKP-ideology, directly managed by the Turkish government. Such mosque projects are sometimes also financed by Saudi or other Arab sources and incorporate their anti-Western, anti-Israeli, and anti-Semitic ideology. This is all well known and analyzed. When scholars, politicians and activists today claim that criticism of Islam or Islamism reminds them of anti-Semitism, this is a distortion of history. It is also an obfuscation of the Holocaust – because 19th century German anti-Semitism led to the Shoah. If today’s criticism of Islam has similarities to 19th century Jew hatred, Muslims are a few years or decades away from a “Holocaust,” according to this relativist fashionable thought.

 

Finally, back to Prof. Benz, who is on the forefront of the equation of anti-Semitism and “Islamophobia,” and is silent about his own history. He is on the board of a “Yearbook on Islamophobia”, published in Austria. He received a Ph.D. in history in 1968 at the University of Munich under the auspices of Prof. Karl Bosl. Bosl was member of the Nazi party (NSDAP), the “Sturmabteilung” (SA), and was later paid by the “Schutzstaffel” (SS) in a scholarly project. On January 16 and 17, 1945, Bosl took part in the (probably) last conference of historians in Nazi Germany. This was a conference of the infamous “Aktion Ritterbusch,” a huge scholarly organization of Nazi historians. To underline their sympathy with the “Führer,” Adolf Hitler, this conference was held in Braunau am Inn, Hitler’s birthplace.

 

Bosl was also active in anti-Semitic circles after 1945. In 1964 he gave a talk at a revisionist conference of the “Witikobund,” equating the Holocaust with the expulsion of Germans from the East after the end of the Second World War. In 1990, three years before Bosl died, he gave a long biographical interview. Asked about his time during Nazi Germany, he said, “I was not at all involved.” Bosl was member of several academic organizations and is still honored worldwide. He was a member of the Medieval Academy of America (Cambridge/Mass.). In November 2008 the Bavarian city of Cham established a “Prof.-Dr.-Karl-Bosl-Place,” and in July 2009 the Bavarian association of Philologists for the fi rst time awarded their “Karl-Bosl Medal.”

 

Prof. Benz congratulated Bosl on his 80th birthday in 1988 by contributing to a volume in honor of Bosl. In 1990 Benz became head of the Center for Research on Antisemitism (ZfA). At an event in the city of Erlangen on March 21, 2010, Benz was asked what he thinks about Bosl’s Nazi legacy. Benz said: “Bosl was not a Nazi.”

 

 

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Johann von Leers and Walt/Mearsheimer

Johann von Leers and Walt/Mearsheimer

By Clemens Heni, Ph.D.

Scholars for Peace in the Middle East
and The Sue and Leonard Miller Center for Contemporary Judaic Studies of the University of Miami

“Fifty Years of the Special US-Israel Relationship (1962-2012) in Perspective”

January 16-18, 2011

The Conrad Miami Hotel
1395 Brickell Avenue, Miami, FL 33131


1:00 – 2:10 pm: Keynote Plenary Panel. Anti-semitism and Walt/Mearsheimer

Chair: Judith Jacobson

Steve Jacobs, University of Alabama

Marc Weitzman, Simon Wiesenthal Center, New York

Jonathan Kessler, AIPAC

Clemens Heni, Germany – Post 9/11 Germany, Nazi Germany and the German Edition of Walt/Mearsheimer’s “Israel Lobby“

Location: Conrad Ballroom, 3rd Floor

Copyright Clemens Heni


The following is part of a lecture I gave on January 17, 2011, in Miami, at the above mentioned SPME conference. Many Thanks to Sam Edelman and SPME US for inviting me and to Judith Jacobson for introducing me on that panel.

Most people think that the book “Israel Lobby” by Stephen Walt and John J. Mearsheimer was published in 2007 – at the same time in the US and in Germany, by the way. Well, the first edition of that book was rather published in 1940 – by leading National Socialist anti-Semitic publicist Prof. Dr. Johann von Leers. Von Leers published “Kräfte hinter Roosevelt” (“Forces behind Roosevelt”) in Berlin in 1940. One of the first bloggers who dealt with this was LizasWelt[i], a well known blogger in Germany.

However, not many scholars dealt with this so far.[ii] (However, co-panelist Marc Weitzman also mentioned Johann von Leers, and I referred to this. AIPAC Jonathan Kessler mentioned in his impressive presentation about Walt/Mearsheimer’s Israel Lobby the role of the Yale Political Union in promoting John J. Mearsheimer at an event in September 2008, an event I myself attended and reported about it here).

The publishing of the book “Israel Lobby” in 2007 both in the US and Germany indicates an increasing hatred of Israel and – in the case of Germany – an increasing anti-American political culture. Anti-Americanism was the response in Europe and Germany to the events of 9/11. Some left-wingers in Germany ordered “Bin Laden cocktails” on that Tuesday, September 11, 2001, in their favorite bars. Anti-Americanism and anti-Semitism are close allies, particularly in Germany.

Well: In 1940 Professor Dr. Johann von Leers published the book “Kräfte hinter Roosevelt” (“Forces behind Roosevelt”).[iii] At the end of the book you find announcements from the same publishing house, including books on “Jewish Blood Libel”[iv] and “Jewish Imperialism”[v].

Copyright Clemens Heni

Von Leers begins his book by emphasizing the German love of American freedom and the history of the settlement movement, saying that Jews had not been involved in it. He remembers stories about America, praises the “backwoodmen,” saying that from the very beginning a “worm”[vi] was working in this America. The puritans had been covered Jews.[vii] Von Leers can’t stand that Americans – as he portrays them – revolted not just against England, rather against every kind of ruler (“Herrscher”) or kingdom. And this ongoing revolt against tyranny was based on the Jewish influence, according to von Leers.[viii] He is in support of anti-Jewish pogroms in Czarist Russia, like in 1903 (Kishinev) or in 1905. He literally denounces American activities to support oppressed Russian Jewry.[ix]

Von Leers is particularly aiming at Jewish groups, he calls them “Kampforganisationen des Judentums in USA” (“organized fighting groups of American Jewry”):

1)      The American Jewish Committee

2)      The American Jewish Congress

3)      The Anti-Defamation League of the B’nai B’rith

4)      The Jewish Labor Committee[x]

Decades later, in 2007 Walt/Mearsheimer attack the American Jewish Committee, the American Jewish Congress and the ADL as well, see page 168 of the German edition of “Israel Lobby” and many other pages in that book.[xi]

 

In addition von Leers mentions the “Joint Distribution Committee,” and its support for Jews in Palestine.[xii] Von Leers says that “Zionism” “is at war with all other peoples” (!).[xiii] He says that “a few small groups” acted against Jews, including publishing the Protocols of the Elders of Zion, of course articles of Henry Ford in the “Dearborn Independent” in Michigan, but also activities of the Ku-Klux-Klan.[xiv]

Remember: Nazi anti-Semitism like that of von Leers – one of the leading Nazi authors – was anti-Zionist. This as a reminder of those people who still claim that anti-Zionism has nothing to do with anti-Semitism.

Von Leers makes lists of – in his fantasies – influential Jews. Bernard M. Baruch is called a “Mammonist,”[xv] using the then fashionable and still existent vocabulary and ideology of anti-capitalist anti-Semitism.[xvi]

Von Leers uses conspiracy theories as well, saying that several mysteries surround deaths in recent times – of course “the Jew” was behind this. He says

“Murder is an old Jewish arm. Jews always killed their political enemies, to path way to their world domination.”[xvii]

This is a typical case of pathological projection: von Leers projects his own will to mass murder onto the Jews, framing victims as Jews.

Von Leers says that Roosevelt is driven by the Jews, and planning a World War in order to silence anti-Semitism in the US. Von Leers says that “Germany” has no dispute with the American people, the “real American people”. He hopes that America frees herself from “Judenherrschaft”[xviii] (domination by the Jews). Doesn’t this sound like Walt/Mearsheimer?

The last chapter deals with Roosevelt and Bolshevism, saying that America will become communist the day they declare war. Anti-Semitism and anti-Communism are a core element of German Nazi ideology.

Finally von Leers says that Jews always (!) wanted to kill “the best among the non-Jews,” this is the “mystery of blood” according to Nazi von Leers. He says that this mystery of blood puts Roosevelt close to Stalin…[xix]

Von Leers wrote many booklets and brochures to spread German National Socialist anti-Semitism. In “Rassische Geschichtsbetrachtung”, published in 1941, he writes about the “De-Judification” of Germans themselves – he had a pathological fear of being Jewish inside! He pleads for “Dejudaization of Germany”, “Blood and Soil” and a “Nordic way of economic thinking”.[xx]

Von Leers was one of the leading Nazi anti-Semites and propagandists. He is all the more important for research because he then converted to Islam after 1945, going to Egypt in the mid 1950s and spreading Jew-hatred and anti-Semitism in the Arab world, after having been in Argentina before.

The cover of “Forces behind Roosevelt” shows eleven persons, with Franklin D. Roosevelt in front. Four orthodox looking Jews with hats and beards are accompanied by six other people rather looking like business men or celebrities. All are shown as Jewish, because the entire cover is framed in the American flag. The flag, however, has Stars of David instead of simple stars.

My message: The cover of the German edition of Walt/Mearsheimer’s “Israel Lobby” has clear similarities with an anti-Semitic book published in Nazi Germany by Johann von Leers in 1940, “Forces behind Roosevelt.”

Both covers use Stars of David instead of simple stars in their portraying of the American flag. The German publisher of Walt/Mearsheimer is Campus publisher, based in Frankfurt AND in New York City.

In an e-mail to the author Campus publisher Frankfurt justified the use of that cover and admitted that they created this cover by their own.[xxi] Obviously they have similar ideas about America and the “Israel Lobby” like Theodor Fritsch publisher in 1940 (respective 1942, third edition).


[i] http://lizaswelt.net/2007/09/11/krfte-mit-tradition/ , published on September 11, 2007; last time I visited that entry on this homepage was on January 14, 2011.

[ii] Herf analyzes von Leers in Jeffrey Herf (2006): The Jewish Enemy. Nazi Propaganda during World War II and the Holocaust, Cambride (MA), London: The Belknap Press of Harvard University Press, 134-136; he writes on page 328, footnoe 151 that the first edition of von Leers (see next footnote) was published in 1941, though it was published in 1940 (long before the US joined the Second World War). Herf does not deal with the cover of that book, though analyzes other important aspects of that anti-Semitic book.

[iii] Johann von Leers (1940)/19423: Kräfte hinter Roosevelt, Berlin: Theodor Fritsch Verlag. This publisher has an icon, made of a sword and a kind of a swastika. The cover was made by “Karl Hanisch”, ibid., 4.

[iv] „Dr. Hellmut Schramm, Der jüdische Ritualmord. Eine historische Untersuchung“.

[v] „Prof. Gregor Schwartz-Bostunitsch, Jüdischer Imperialismus. Dreitausend Jahr hebräischer Schleichwege zur Erlangung der Weltherrschaft“.

[vi] Von Leers 1940, 8.

[vii] Ibid., 9.

[viii] Ibid. 10.

[ix] Ibid., 23.

[x] Ibid., 53.

[xi] John J. Mearsheimer/Stephen M. Walt (2007): Die Israel-Lobby. Wie die amerikanische Außenpolitik beeinflusst wird, Frankfurt/New York: Campus Verlag, 168.

[xii] Von Leers 1940, 55.

[xiii] Ibid., 55.

[xiv] Ibid., 76f.

[xv] Ibid., 115.

[xvi] Clemens Heni (2010): German Ideology: Understanding Ahasver, Mammon, and Moloch, in: Journal for the Study of Antisemitism, Vol. 2, No. 1 (2010), pp. 49-87.

[xvii] „Der Mord ist eine alte jüdische Waffe. Seit jeher haben die Juden ihre politischen Gegner ermordet, um den Weg für ihre Weltherrschaft frei zu machen“ (von Leers 1940, 158).

[xviii] Ibid., 169.

[xix] Ibid., 182.

[xx] The German reads, the last two paragraphs of his brochure: „Auch nach der Ausscheidung der Juden bleibt noch die Aufgabe, den wirklichen Geist unserer Rasse, nordisches Wirtschaftsempfinden, den Gedanken der Bedarfswirtschaft und der Bindung an Blut und Boden auf allen Gebieten zu verwirklichen.

Gerade auf dem Gebiet der Rassenpolitik stehen immer noch vor uns zahlreiche, wichtige und große Aufgaben: Rassepflege, Durchsetzung arteigenen Wirtschaftsdenken, Pflege arteigenen Seelentums – neben der Entjudung durch Verdrängung der in Deutschland noch anwesenden Juden muß die Geistesentjudung und Seelenentjudung, die bewußte Einkehr zu unserer eigenen Werten, stehen“ (Johann von Leers (1941): Rassisiche Geschichtsbetrachtung. Was muß der Lehrer davon wissen, Langensalza/Berlin/Leipzig: Verlag von Julius Beltz,  vierte Auflage, 79).

[xxi] E-Mail from Campus publisher to the author, January 12, 2011.

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Die verlorene Reputation der Dr. Margit Reiter

veränderte Version, 13.01.2011

 

Sehr geehrte Frau Reiter,

ich habe von dem Skandal erfahren, dass Sie am 10.01.2011 mit Moshe Zuckermann eine Veranstaltung am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien durchgeführt haben.

Nun ist Zuckermann als Feind Israels und Freund von Holocaustleugnern bzw. des direkten Umfelds von Holocaustleugnern wie von Norman Finkelstein bekannt. So hat Zuckermann z.B. letztes Jahr in der Tageszeitung junge Welt in Deutschland Finkelstein in Schutz genommen. Aufgrund von Protest-e-mails war der jüdische Antisemit Finkelstein zuvor von Veranstaltungen ausgeladen worden. Finkelstein setzt Nazi-Deutschland und Israel bzw. die IDF gleich und macht sich einen Spaß daraus.

Das wussten Sie, bevor Sie eine VA mit Zuckermann planten.

 

Was besonders schockiert ist die Tatsache, dass Sie als angeblich seriöse Historikerin oder Politikwissenschaftlerin einem Mann eine Plattform geben, der ganz offen gegen Juden wie Henryk M. Broder und Benjamin Weinthal wie auch gegen andere Kritiker des Antisemitismus wie Dr. Matthias Küntzel oder meine Person agitiert und natürlich – in dieser Hinsicht ganz ähnlich wie Neonazis – kleine Details völlig falsch zitiert; mit diesem Textauszug wirbt der Promedia Verlag für das Buch Zuckermanns, welches Sie promotet haben:

 

“Hieran schließt sich ein weiteres Problem an. Im Dezember 2009 veranstaltete das Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin eine Tagung über das Verhältnis von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit, die, wie es hieß, „schon im Vorfeld heftigster Kritik ausgesetzt war“. In einer „Tageszeitung“-Kolumne schrieb dazu Micha Brumlik, auf die Attacken gegen den renommierten Historiker Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums und der offenbar Neuralgisches berührenden Tagung, bezugnehmend: „Eine Gruppe von Autoren, unter ihnen Matthias Küntzel, Henryk M. Broder, Clemens Heni sowie der Berliner Korrespondent der Jerusalem Post, Benjamin Weinthal, vertraten in einer publizistischen Kampagne die Auffassung, dass die geplante Tagung Antisemitismus und Islamophobie nicht nur miteinander vergleiche, sondern dadurch auch gleichsetze. Damit wurde – ohne nähere Begründung – der Veranstalter selbst zumindest in die Nähe des Antisemitismus gerückt.”

 

Die Tagung am ZfA, die in Frage steht, fand am 8. Dezember 2008 statt, nicht 2009. Das merkt jeder Beteiligte und jede Interessierte, da es eine große Zahl von Kritiken an Benz und dem ZfA seit Anfang Dezember 2008 (und schon zuvor) gibt.

Zuckermann und der Promedia Verlag sind also zudem noch unwissenschaftliche Amateure und können nicht mal korrekt zitieren (und niemand weist den Verlag darauf hin).

Es ist kaum vorstellbar, dass Sie diese VA vorbereiteten ohne die Buchankündigung des Verlages zu kennen. Die dortigen Angriffe gegen die erwähnten Kritiker hätten Sie allerspätestens nachdenklich machen müssen. Daher ein paar Bemerkungen zu meiner Person.

Ich habe 2006  bei Anton Pelinka in Innsbruck promoviert, über die “Salonfähigkeit der Neuen Rechten“, eine Monographie zu Rechtsextremismus und Neuer Rechter und deren Beziehung zur Linken wie zum Mainstream in Deutschland überhaupt (509 Seiten). Ich habe viele wissenschaftliche Artikel gegen den neuen Antisemitismus verfasst und publiziert, in Tribüne, Jewish Political Studies Review, oder dem Journal for the Study of Antisemitism, um nur diese drei bekannten Zeitschriften zu nennen aus Deutschland, Israel und USA.

Während heute  Zuckermann von rechts, links, den Islamisten wie dem Mainstream an der Uni Wien gefeiert wird, besteht heutige Antifa-Arbeit (von einigen wenigen) darin, Islamisten und ihre Freunde und Helfer zu kritisieren, denn islamistischer Antisemitismus ist der gefährlichste heutzutage. Und Islamisten sehen sich oft explizit in der Tradition des Nationalsozialismus (wie z.B. Yusuf al-Qaradawi).

Was so schockiert an Ihrer VA mit Zuckermann (und zwar schon alleine Ihre Zusage zu dieser VA): nicht einmal die offensichtliche Tatsache, dass z.B. der Aula Buchdienst mit Büchern gegen den Zionismus aus der Feder des bekannten Rechten Claus Nordbruch wirbt, irritiert Sie offenbar. Auch Norman Finkelstein wird von diesem österreichischen Buchdienst beworben. Die Rubrik zu Israel heißt “Zionismus und Nahost”, auch andere anti-israelische Titel sind dort zu finden. Viele extreme Rechte kooperieren mit Islamisten, das hat auch Tradition, nicht erst seit 1933. Auch das müsste einer Politologin oder Historikerin zur Geschichte des 20. Jahrhunderts bekannt sein.

Das alles ist der Hintergrund vor dem Attacken wie jene des Promedia Verlages und Zuckermanns gegen Kritiker des Antisemitismus und Israelhasses zu sehen sind. De facto sind viele pro-israelische Aktivisten früher in der (undogmatischen) Linken aktiv gewesen – während antidemokratische und tyrannische Regime wie der Iran Zuckermann heute hypen.

Sie sagten in Wien, wie mir berichtet wurde, dass Benz als “Antisemit” bezeichnet würde. Wo ist Ihre Quelle? Was sagen Sie zu den folgenden Punkten?

Benz möchte Antsemitismus abwehren und könnte bei seiner eigenen Geschichte anfangen, darum geht es:

1) Benz hat 1968 bei Karl Bosl an der Universität München promoviert. Bosl war ein Nazi, Mitglied in NSDAP, SA und später bezahlt von der Schutzstaffel (SS).
Nach 1945 war Bosl weiter in antisemitischen Kreisen aktiv wie im Witikobund wo er 1964 den Holocaust relativierte bzw. aus “softe” Weise leugnete und mit der Vertreibung der Deutschen aus dem Osten gleichsetzte. Benz sagte am 21.03.2010 in Erlangen, dass Bosl “kein Nazi” gewesen sei. Dabei war auch Bosl als alter Mann ein ganz elender Feigling (wie fast alle Deutschen seiner Generation) und sagte, dass er “nirgends dabei” gewesen sei, “damals”.

2) Muslim-Markt ist eine der bekanntesten antisemitischen und islamistischen, pro-iranischen, anti-israelischen deutschsprachigen Internetseiten. Sie fordern “Zionisten raus aus Jerusalem”, sagen “Zionisten sind Rassisten” und rufen seit 10 Jahren zum Boykott israelischer Waren bzw. Israels auf. Einer der Betreiber von Muslim-Markt, Dr. Yavuz Özoguz, verlor seinen Job an der Universität Bremen aufgrund seiner extremistischen Aktivitäten. Muslim-Markt sagt dass Homosexualität eine “Sünde” sei und Özoguz gibt Frauen (selbst denen, die ihn verehren) nicht die Hand, “aus religiösen Gründen“.

Das alles war Grund genug, dass Prof. Benz diesen Antisemiten am 1. November 2010 ein freundliches Interview gegeben hat, ohne mit einem Wort Kritik an deren Antisemitismus zu üben.

Damit fördert Benz Antisemitismus via Muslim-Markt, die stolz mit einem Bild von Benz und dem Interview werben.

Ich bin mir sicher, dass Sie, Frau Reiter, mit einem FPÖ-Mann wie damals Jörg Haider, der gegen Israel und Juden hetzte und die SS lobte, niemals ein Interview gemacht hätten, geschweige denn eines, indem Sie ihn nicht scharf attackierten. Benz unterstützt ganz gezielt und völlig selbstverständlich Antisemiten wie die Islamisten von Muslim-Markt.

Benz schweigt zu der Tatsache, welche hinlänglich erforscht ist, dass sein Doktorvater Bosl von der SS bezahlt wurde (!).

3) Spätestens seit dem 8. Dezember 2008 setzt das von Benz geleitete ZfA Antisemitismus mit Islamkritik bzw. “Islamophobie” gleich. Das befördert Antisemitismus und negiert jede Spezifik des Judenhasses und derealisiert das Präzedenzlose der Shoah.
Hier ist eine Liste von Texten dazu.

Dass Sie nun mit einem Mann eine Veranstaltung machten, der gegen Kritiker des Antisemitismus agitiert wie Rechtsextremisten, Islamisten oder Neonazis (von denen es in Österreich so viele gibt wie in der Bundesrepublik, von der häufig schweigenden Mehrheit nicht zu schweigen), das stimmt nicht nur mich nachdenklich.

Es gibt Grenzen, die sollte Mann oder Frau nicht überschreiten. Einen Hetzer wie Moshe Zuckermann so öffentlich zu promoten, wie Sie es getan haben, während Zuckermann gleichzeitig von den iranischen, arabischen und anderen Medien als jüdischer Held gegen Israel und die Juden gefeiert wird, das ist bemerkenswert.

Sie unterstützten mit der Veranstaltung die Destabilisierung des jüdischen Staates Israel. Ein winziger Beitrag, sicher.
Aber einer, der schmerzt. Er zeigt, was deutsche und österreichische Forscherinnen und Forscher, die zuvor und sonst mitunter vorgegeben haben gegen Antisemitismus zu sein,  im Innern anzutreiben scheint.

Schließlich haben mich weitere Berichte über die Veranstaltung erreicht. Ein anonymisiertes Zitat fand ich bemerkenswert, da es zwar konkret um die VA mit Zuckermann geht, jedoch die Sprache und Herangehensweise von Akademikerinnen und Akademikern generell gemeint ist:

“Wenn das Wort Holocaust fiel (von Shoah war nicht die Rede), dachte ich, es geht ihr um einem Auto- oder Skiunfall.”

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Dr. phil. Clemens Heni
Research Fellow, Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism (SICSA),
Hebrew University, Jerusalem, November 2010-

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Keine „einseitigen Interessen“ vertreten

Keine „einseitigen Interessen“ vertreten

Der Kampf gegen Antisemitismus sollte ausgewogen sein oder: 

Wolfgang Benz geht in Rente

Von Dr. phil. Clemens Heni

Zur Verabschiedung von Wolfgang Benz[i], der noch bis April 2011 Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) an der Technischen Universität Berlin ist, am 21. Oktober 2010 wurden selbstverständlich einige Grußworte gehalten. Der Jahrgangskollege (Jahrgang 1941) und bekannte Historiker („Bielefelder Schule“) Jürgen Kocka[ii] sagte:

„Wolfgang Benz, 1941 im württembergischen Ellwangen in einer bürgerlich-katholischen Familie geboren, studierte Geschichte, Politologie und Kunstgeschichte, schrieb nebenher für die Ellwanger „IPF- und Jagstzeitung“ und promovierte 1968 in München bei Karl Bosl, einem eindrucksvollen, auch sozialgeschichtlich versierten, sehr fruchtbaren Kenner vor allem der bayrischen Geschichte.“

Kocka erwähnt natürlich nicht, wer Karl Bosl war, obwohl er sich mit Historikern im SS-Staat befasst hat.[iii] Bosl war seit 1933 Mitglied der NSDAP, Mitgliedsnummer 1884319[iv], der SA, sowie wenig später des NS-Lehrerbundes, 1938 bewarb er sich beim SS-Ahnenerbe und dessen Projekt „Wald und Baum in der arisch-germanischen Geistes- und Kulturgeschichte“, wurde angenommen und von der SS bezahlt. Am 16. und 17. Januar 1945 schließlich nahm Bosl auf einer Tagung der „Aktion Ritterbusch“, der wohl letzten Historikertagung im SS-Staat teil – aus tiefer Treue zum „Führer“ fand diese Tagung im Geburtshaus Hitlers in Braunau am Inn statt. Die örtliche NSDAP lieferte Wild und Fisch ins Gasthaus „Gann“. Benz sagte öffentlich auf einer Veranstaltung in Erlangen am 21.03.2010, dass Bosl „kein Nazi“ gewesen sei. Bosl war auch in Erlangen – im April 1944 auf einer weiteren Tagung der Nazi-Historiker der „Aktion Ritterbusch“.

Am 12. Mai 1964 sprach Karl Bosl in Nürnberg im Rahmen des „Sudetendeutschen Tages“ über „Nürnberg – Böhmen – Prag“ und beschuldigte die Tschechoslowakei einer „radikalen Endlösung des deutschen ‚Problems‘ nach hitlerschem Modell“.[v] Bosl war ein Antisemit, was sich in der Gleichsetzung der präzedenzlosen Verbrechen der Deutschen (und Hitler) im Holocaust und der Vertreibung aus dem Osten zeigt.

Kocka erwähnt extra dass Benz bei Bosl 1968 promoviert hat. Er verschweigt nicht nur dass Bosl ein Nazi war, vielmehr derealisiert der deutsche Sozialhistoriker auch die Tatsache, dass Bosl sich kurz vor seinem Tode auch noch das Leben zurecht log. Bosl war ein Feigling, der als alter Mann im Jahre 1990 in einem langen Interview explizit sagte, „nirgends dabei“ gewesen zu sein, „damals“.[vi]

Die Abschiedsvorlesung von Benz[vii] zeigt, warum kein renommierter internationaler Antisemitismusforscher mit ihm kooperiert. 20 Jahre war Benz Leiter des ZfA und kein einziger internationaler Forscher dankt ihm beim Abschied an der TU, wie aus dem offiziellen Programm zur Verabschiedung hervorgeht.

Wie die Pressestelle der TU schreibt:

„TU-Präsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach würdigte ihn und sein hohes wissenschaftliches Engagement mit der Goldenen Ehrennadel der Universität. ‚Sie hinterlassen uns und Ihrer Nachfolgerin ein einzigartiges Lehr- und Forschungsinstitut von internationalem Rang, das an der TU Berlin seinen Platz gefunden und behauptet hat.‘“[viii]

Erinnern wir uns: Im Zuge der zweiten Intifada im Herbst 2000 wurden mehrere hundert Israeli durch arabische („palästinensische“) Selbstmordattentäter und Bomben zerfetzt. Am 11. September 2001 wurden in New York City im World Trade Center, im Pentagon in Virginia, sowie in Pennsylvania 3000 Menschen von Jihadisten ermordet.

Benz schreibt:

„Der zweiten Intifada gegen Israel, dem Terrorakt des 11. September 2001, dem Bramabarsieren [falsche Schreibweise im Text von Benz, d.V.] und Säbelrasseln des iranischen Diktators Ahmadinedschad ist im Westen viel Vernunft und Liberalität zum Opfer gefallen.“[ix]

 

Der Iran macht also keine politische Hetze und ruft nicht zum Judenmord auf, sondern rasselt irgendwie mit dem Säbel oder trägt dick auf („Bramarbasieren“). Benz nimmt den Aufruf zum Genozid an Juden und Israeli von Seiten der Islamischen Republik Iran nicht ernst. Ahmadinejad und die Führung im Iran bauen an Atomwaffen, hetzen gegen Israel („A World without Zionism“) und leugnen den Holocaust. Daraus macht der Leiter des ZfA ein eher harmloses „Säbelrasseln“, das eher nach mittelalterlichen muslimischen Kriegern auf Pferden klingt.

Dabei zeichnet sich der politische Islam oder Islamismus dadurch aus, dass er die technische Moderne übernimmt (Automobile, Flugzeuge, Elektronik, Computertechnik, Atomwaffen, biologische Waffen, Internet etc.) und die politische Moderne ablehnt. Der Politologe und Islamologe Prof. Bassam Tibi hat darauf schon vor Jahrzehnten hingewiesen. Das erinnert an den Nationalsozialismus, der auch einen „reaktionären Modernismus“ vertreten hat, wie es Jeffrey Herf in den 1980er Jahren nannte.

Von Benz ist in seiner Abschiedsvorlesung kein Wort der Trauer über die ermordeten Juden/Israeli oder die Opfer im World Trade Center zu hören. Vielmehr sei „viel Vernunft“ „im Westen“ dem „Terrorakt des 11. September 2001“ „zum Opfer gefallen“.

Benz vertritt eine Version des kulturrelativistischen Amoklaufs, wenn er Massenmord wie den von 9/11 mit Kritik am Islamismus in direkte Beziehung setzt.

Benz agitiert weiter. Für ihn ist die primäre Lehre aus dem Holocaust der Kampf gegen Islamkritik. Nachdem er sich über Kritik am Islamismus ausgelassen hat, endet seine Abschiedsvorlesung – und das ist dann auch konsequenterweise ein Abschied von seriöser Antisemitismusforschung:

„Es geht auch darum, aus der Geschichte der Judenfeindschaft zu lernen. Alle Anstrengung, den Holocaust zu erforschen und zu verstehen, um die Erfahrung der Katastrophe des Judenmords für die Entwicklung einer demokratischen, humanen und toleranten Gesellschaft zu nutzen, wäre vergeblich, wenn anstelle der Juden andere Gruppen stigmatisiert würden. Diese Nutzanwendung aber ist der Sinn einer Antisemitismusforschung, die sich nicht in die Pflicht von Interessen nehmen lassen darf, die sich vielmehr über die akademische Erkenntnis hinaus als Dienst für die Gesellschaft versteht.“[x]

Und noch mehr: Benz verharmlost nicht nur den muslimischen Antisemitismus, er macht Agitation gegen eine der weltweit hörbasten Stimmen gegen Antisemitismus, die israelische Tageszeitung Jerusalem Post. Er sagt weiter vorne in seiner (publizierten) Rede am 21.10.2010:

„Wieder andere, denen Internetforen, aber auch Zeitungen wie die „Jerusalem Post“ als Forum ihrer Kampagnen dienen, werfen dem Zentrum vor, dass es nicht in Diensten einseitiger Interessen steht. Das Zentrum ist ein unabhängiges akademisches Institut an der Technischen Universität Berlin, und sein weltweites Renommee gründet nicht auf politischen Aufträgen, der Teilnahme an Kampagnen oder auf Aktionismus, sondern auf seinen Forschungen.“[xi]

Das ist bemerkenswert: mitten in Berlin darf ein deutscher Forscher gegen eine israelische Tageszeitung Propaganda machen und bekommt am Ende Applaus dafür – er ist ja Antisemitismusforscher und das heißt noch lange nicht, dass er ein Freund Israels zu sein hat, nicht wahr?

Die Kritik am antizionistischen Antisemitismus beispielswiese ist demnach für Benz ein „einseitiges Interesse“ und verwerflich. Benz hat im voll gepackten Lichthof der TU Berlin gar keine Hemmungen einen jüdischen Journalisten (denn der ist gemeint) als Berliner Korrespondenten der Jerusalem Post zu attackieren.

Benz sagt auch wörtlich, dass „von jüdischer Seite“ Hass gegen Muslime mit geschürt würde, Juden also Täter seien:

„Die aktuelle Islamkritik, wie sie auch von jüdischer Seite (aus nachvollziehbaren Gründen angesichts der Bedrohung Israels und offensiv gelebter Judenfeindschaft von Muslimen) vehement vorgetragen wird, hat kein historisches Gedächtnis und kein Problembewusstsein für die Austauschbarkeit der Stigmatisierung von Gruppen. Fixiert auf ihr Feindbild müssen Populisten gegen differenzierende Betrachtungsweisen wüten und ihre eindimensionale Weltsicht verteidigen. Dass demagogische Islamfeindschaft, die Hass gegen eine fremde Kultur predigt und Intoleranz proklamiert, an anderen Traditionen der Feindseligkeit gegen Menschen wie dem Antisemitismus oder dem Antiziganismus zu messen ist, steht wissenschaftlich außer Frage.“

Benz hat gar keinen spezifischen Begriff von Judenfeindschaft oder Antisemitismus, „Intoleranz“ wird für ihn zur Allzweckwaffe. Dabei ist Intoleranz gegenüber dem Jihad oder dem politischen Islam etwas Begrüßenswertes.

In typischer Manier des Schuldabwehrantisemitismus der Deutschen wendet sich Benz gleich mehrfach gegen Juden und Israeli (Jerusalem Post) und wirft ihnen Hass, Islamfeindschaft oder Intoleranz vor. Er selbst als nichtjüdischer Deutscher mit Nazi-Doktorvater geriert sich zum Oberlehrer, der meint etwas gelernt zu haben aus der Geschichte.

In seinem Abschiedstext zitiert Benz selbstredend keinen einzigen der weltweit führenden Antisemitismusforscher (bzw. Islamforscher), um nur einige zu nennen: Prof. Alan Dershowitz, Dr. Manfred Gerstenfeld, Prof. Martin Gilbert, Prof. Jeffrey Herf, Dr. Anthony Julius, Prof. Efraim Karsh, Prof. Walter Laqueur, Prof. Bernard Lewis, Prof. Arno Lustiger, Dr. Daniel Pipes, Prof. Alvin Rosenfeld, Prof. Gerald Steinberg, Prof. Pierre-André Taguieff, Prof. Robert Wistrich, Dr. Efraim Zuroff.

Dafür verwendet Benz den Kampfbegriff „Islamophobie“.

Von Bosl zu Benz: das sind typisch deutsche Karrieren.

Einen alten Nazi wie Karl Bosl affirmativ erwähnen lassen, von Islamophobie reden und Antisemitismus als spezifisches Phänomen derealisieren: das ist deutsche Mainstream Antisemitismusforschung. Benz geht in Rente, doch der Betrieb wird in genau diese Richtung weitergehen. Ein „Jahrbuch für Islamophobieforschung“ gibt es bekanntlich schon, Benz ist mit dabei, ein Initiator ist der sehr junge österreichische Agitator Farid Hafez.[xii]

In Wahrheit ist der Antisemitismus der Antisemitismus des 21. Jahrhunderts – und nicht die herbei fantasierte „Islamophobie“, so das Fazit von Richard Herzinger in der Welt.[xiii]


[i] „Abschiedsvorlesung Prof. Dr. Wolfgang Benz. Antisemitismusforschung als akademisches Fach und öffentliche Aufgabe. Am 21. Oktober 2010 hielt Prof. Dr. Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin, seine Abschiedsvorlesung “Antisemitismusforschung als akademisches Fach und öffentliche Aufgabe”. TU-Präsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach würdigte ihn und sein hohes wissenschaftliches Engagement mit der Goldenen Ehrennadel der Universität.

Grußworte:

[iii] Interview mit Jürgen Kocka zum Thema: “Neubeginn und Entwicklung der deutschen Geschichtswissenschaft in den 1950/60er Jahren”, darin auch Fragen zu Historikern im Nationalsozialismus: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/BEITRAG/intervie/kocka.htm (01.01.2011).

[v] Clemens Heni (2010a): Erlangen 1944/2010 – die „Aktion Ritterbusch“, Bosl und Benz, in: http://clemensheni.wordpress.com/2010/03/27/erlangen-19442010-%E2%80%93-die-%E2%80%9Eaktion-ritterbusch%E2%80%9C-bosl-und-benz/ (01.01.2011).

[vi] Vgl. Heni 2010.

[vii] Wolfgang Benz (2010): Antisemitismusforschung als akademisches Fach und öffentliche Aufgabe, in: http://www.pressestelle.tu-berlin.de/fileadmin/a70100710/Fotos/TU_intern/2010/November/Abschiedsvorlesung_Benz.pdf (01.01.2011).

[ix] Benz 2010.

[x] Benz 2010.

[xi] Benz 2010.

[xiii] Richard Herzinger (2010): Europa lässt sich von den Judenhassern täuschen. Der militante Judenhass in Europa hat nur die Färbung gewechselt, nicht die mörderische Substanz. Die Gewalttäter gerieren sich als Opfer des “Zionismus”, in: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article11847743/Europa-laesst-sich-von-den-Judenhassern-taeuschen.html (01.01.2011).

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Vorbeigeredet – Sarrazin, Gutmenschen und die Stolzdeutschen

Vorbeigeredet


Sarrazin, Gutmenschen und die Stolzdeutschen


Auszüge aus dem Artikel von Dr. Clemens Heni, erschienen in: Tribüne. Zeitschrift für das Verständnis des Judentums, 49. Jg., Heft 196, 4. Quartal 2010, S. 19-22

 

Es überrascht nicht, dass ein Buch über die Angst, Deutschland könne sich „abschaffen“, zu einem der meist gekauften Sachbücher seit 1945 avanciert. Thilo Sarrazin hat mit seinem Bestseller „Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“ eine Debatte ausgelöst, die auf Missverständnissen beruht. Die Gegner wie die Befürworter tun so, als ginge es in dem Buch um Islam, Islamismus und die Gefahr des Jihad.

Absurd wird es, wenn in Berlin zur Buchvorstellung vor den Türen ‚Linke‘ demonstrieren, die in ihren eigenen Reihen Antisemiten haben, welche kurz zuvor mit Islamisten und türkischen Rechtsextremisten auf der Mavi Marmara der islamfaschistischen Hamas zu Hilfe schippern wollten. Solche ‚Linken‘ haben jeden moralischen und politischen Kredit längst verspielt, um Sarrazins oder eines anderen „Rechtspopulismus“, Rassismus oder Antisemitismus zu kritisieren.

(…)

Das alles gipfelt in einer völkischen Suada:

„Die Bundesrepublik der frühen fünfziger Jahre war ein sehr modernes Staatswesen. Nach den zwei verlorenen Kriegen hatten sich katastrophale Folgen gezeigt: Die Institutionen waren zerstört, die Traditionen in Frage gestellt und die Bevölkerung durch Flucht und Vertreibung durcheinandergewirbelt. Doch die spezifischen deutschen Stärken – ein hoher Standard in Wissenschaft, Bildung und Ausbildung, eine leistungsfähige Wirtschaft und eine qualifizierte Bürokratie – waren durch die Katastrophe des Krieges und die Zerstörung der Infrastruktur erstaunlich wenig beeinträchtigt worden. Die Angehörigen der Führungsschichten und der Bürokratie waren zu 90% willige Helfer der Nazidiktatur gewesen; das wirkte sich aber keineswegs auf ihre Effizienz beim Wiederaufbau aus. Ganz und gar ungebrochen und durch die Katastrophe und die Chance zum Wiederaufbau sogar noch angestachelt waren der traditionelle deutsche Fleiß und der Hang zum Tüfteln und Verbessern.“ (S. 13)

Dieses Zitat macht deutlich, warum Sarrazin umgehend zu einem Held für die NPD wurde.

 

(…)

 

Der sekundäre Antisemitismus, die stolzdeutsche Erinnerungsabwehr an den Holocaust wird an anderer Stelle von einem philosemitischen Antisemitismus, der die hohe „Intelligenz“ der bzw. des Juden betont und auch herausstellt (S. 93-97), wie einflussreich in Theater, Wissenschaft und Forschung Juden waren, sekundiert. Damit wird Sarrazin zum Hohmann der SPD: was dem ex-CDUler das Verwerfliche an den Juden war (Juden als Revolutionäre) gereicht dem alten Sozi zum positiv gemeinten Stigma: Juden sind halt super intelligent und kommen schon als Baby klug zur Welt, weil ja Intelligenz zu 50-80% sich vererbt (S. 226), laut Sarrazin.

 

(…)

 

Einen wirklich beängstigenden Punkt fasste der Theologe und mittlerweile 86jährige Publizist und Professor Richard Rubenstein auf einer Tagung über muslimischen Antisemitismus Anfang Oktober 2010 in New York zusammen: einer seiner Studenten, den er als Muslim und netten Kerl kennen gelernt hatte, entpuppte sich 2010 als der Times Square Jihadist, der mitten in Manhattan so viele Menschen wie möglich ermorden wollte. Nur durch Zufall und Glück wurde dieser Anschlag vereitelt. Rubenstein betonte, wie schockierend die Erfahrung war, einem Menschen zu vertrauen, ihm an der Universität (in Bridgeport im Bundesstaat Connecticut) kein Mißtrauen entgegen zu bringen, obwohl sich Rubenstein seit längerem intensiv mit Jihadismus beschäftigt und auch die islamistische Strategie des sogenannten taqiyya kennt: demnach dürfen Muslime lügen, sich verstellen etc., um dem Ziel des Jihad näher zu kommen. Und genau das hat Faisal Shahzad getan.

 

Das Buch von Sarrazin hat gar nicht die Intention Jihadismus und Islamismus zu kritisieren, das ist nur ein kleines Nebenprodukt in einem seiner Kapitel. Dies haben offenbar weder Verteidiger noch Gegner verstanden. Es geht ums Kinderkriegen, um die deutsche Volksgemeinschaft der Intelligenten. Es geht um störungsfreien Betrieb im sozialdemokratischen Musterland.

(…)

Darum hätten viele Kritiker des politischen Islam zurückhaltend sein sollen mit der Verteidigung dieses in jeder Hinsicht (sprachlich, politisch, analytisch) desolaten Bestsellers.

 

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