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„Ich werde dich so lange lieben, bis die Welt merkt, dass die Erde mehr wert ist als Geld“ – also werde ich dich ewiglich lieben…

Von Dr. phil. Clemens Heni, Direktor, The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA)

 

I will love you ‘til there’s enough hospital beds
I will love you ‘til trans kids are not denied meds By the dumb politicians who want them all dead
Therefore: I will love you forever

Until Elon admits he’s a fascist
Until the earth is worth more than money
They don’t care about us; they don’t care about nothing
‘Cause I will love you forever
Forever and a day
So heißt es in dem Song „I will love you until“ der britischen Punkband So Good von 2025. Es ist eine sehr politische Band, die Texte sind gegen Kapitalismus, für die Rechte von Transmenschen, für ausreichend Betten in Krankenhäusern, für kostenlose Tampons und gegen Elon Musk, der nicht zugeben möchte, dass er ein Faschist sei. Sängerin Sophie Bokor-Ingram sagte im Sommer 2025 dem Bayerischen Rundfunk, dass Musik in ihrem Leben zuerst kam, noch vor der Politik, da sie ein musikalisches Elternhaus hat. Sie wendet sich gegen die Parole „Death to the IDF“, die 2025 auf dem riesigen Glastonbury Festival vom Musiker Bob Vylan promotet wurde. Gleichwohl ist auch Bokor-Ingram für „Free Palestine“. Es ist wichtig, dass sie sich gegen die Ermordung von Palästinenser:innen, die um Essen anstanden, wendet, auch Kinder wurden dabei getötet. Aber es müsste darum gehen, ihr zu verdeutlichen, dass die israelische Regierung nicht für das steht, was Zionismus ist. Doch das wird viele Jahre oder Jahrzehnte dauern, wieder ein Vertrauen in Israel zu wecken, international, wenn es nicht wirklich den point of no return schon gab und es nicht mehr möglich ist, Israel diplomatisch zu retten.
Das ist das Erbe von Netanyhau noch zu Lebzeiten: er hat den Zionismus zerstört, die Demokratie zerstört und Israels Ansehen in der Welt nahezu komplett zerstört. Nur noch die völlig Fanatischen stehen hinter ihm und seiner rassistischen Politik.
Es geht bei Bands wie So Good immer auch gegen den neuen Maskulinismus, bei den besonders coolen auch gegen den natalistischen Imperativ, also den Fortpflanzungswahn wie von Musk (aber auch von Linken), eine Kritik, die primär rechtsextreme und Neonazi-Männer bis heute zur Weißglut bringt und die Frauen, die sich dagegen wenden, umgehend mit Mord und Vergewaltigung drohen.
Wieder andere Männer wie der Leo-Baeck-Preisträger Dieter Nuhr machen ‚Witze‘ über Femizide im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in der Bundesrepublik…
Die taz berichtet am 29. Juni 2026 von den Pro-Palästina Protesten während der aktuell laufenden Fußball-WM der Männer in Mexiko, Kanada und den USA, wobei vor allem in Mexiko und Kanada viele Proteste stattfinden, über die aber im deutschen Fernsehen kaum oder gar nicht berichtet werde. Dabei bezieht sich die taz auf einen UNICEF-Bericht, nach dem seit dem Waffenstillstand im Herbst 2025 bis heute täglich ein palästinensisches Kind getötet werden würde oder sterben würde (an Hunger, Erschöpfung etc.). Zugleich berichtet die taz am 28. Juni über geplante Massendemonstrationen gegen die islamistische Terrororganisation Hamas im Gazastreifen am 26. Juni, die großteils aufgrund der Repression und Terrorherrschaft der Hamas nicht stattfanden.
Schließlich fanden letzte Woche die Vorwahlen der Demokratischen Partei in New York City für die Midterm-Wahlen im November für das Repräsentantenhaus statt. Dabei haben drei linke Kandidat:innen gewonnen. Zwei, die im antizionistischen Lager beheimatet sind und dann aber auch Brad Lander, ein linker Jude und Zionist, der sich gegen den amtierenden Abgeordneten Daniel Goldman durchsetzte.
Für viele in der Mainstream Pro-Israel Szene waren diese Wahlergebnisse eine Katastrophe, namentlich für die Lobbyorganisation AIPAC. Es gab zwar auch von AIPAC unterstützte Gewinner in den Primaries, wie in Maryland, aber was zählt das verglichen mit New York City, der weltweit größten jüdischen Stadt? Es leben in Jerusalem weniger Juden als in New York und in Tel Aviv ohnehin. Der Wahlkreis 10 in NYC, in dem Lander gewann, ist einer der größten Wahlkreise mit jüdischer Bevölkerung überhaupt in den ganzen USA. Teils sind 30 Prozent der Bevölkerung in diesen Teilen von Manhattan und Brooklyn jüdisch. Das ist New York City.
Es ist aber auch gefährlich. Der neue Bürgermeister von New York City, Mamdani, hat sowohl die antizionistischen Kandidat:innen seiner Democratic Socialists of America letzte Woche und im Wahlkampf insgesamt unterstützt, als auch den Zionisten Brad Lander. Das ist widersprüchlich, zeigt aber, dass Mamdami weiß, dass er nicht völlig gegen weite Teile der jüdischen Bevölkerung, die eben sehr wohl zionistisch ist, regieren und Politik machen kann.
Dabei geht es um die alte Debatte von Universalismus versus Partikularismus. Die Israel-Lobby steht für Partikularismus, die Linkszionist:innen für Universalismus, beide wollen ein sicheres Israel als demokratischer und jüdischer Staat. Nur, die Partikularisten, die Rechten und Konservativen, distanzieren sich seit Ende 2022 nicht von der rechtsextremsten Regierung, die Israel je hatte. Schon vor den unglaublichen Kriegsverbrechen der israelischen Armee im Gaza-Krieg war die Regierung rechtsextrem und will bis heute die Gewaltenteilung aufheben und Israel zu einer Art jüdischen Theokratie machen. Das sagen linke Israelis und kämpfen dagegen. Und das sagen US-Juden und -Jüdinnen und kämpfen dagegen.
Die Verzweiflung von Millionen Wähler:innen der Demokratischen Partei in den USA ist himmelschreiend, jedenfalls was Israel betrifft. Ein Großteil dieser Demokraten ist an und für sich definitiv Pro-Israel, aber seit diesem letzten Krieg in Gaza und den Kriegsverbrechen und der unfassbar arroganten und brutalen Art, wie Netanyahu mit der Demokratischen Partei in den USA sowie den Juden und Jüdinnen in den USA und der Diaspora insgesamt umspringt, hat das Pendel in die andere Richtung ausgeschlagen. Vielen ist Israel egal und vielen ist Israel gar zuwider.
Und das muss sich wieder ändern und zwar asap (as soon as possible). Daher: woke Zionism!
Denn diese Menschen sind noch nicht verloren, aus zionistischer Sicht. Die kann man wieder gewinnen, so wie Israel vor 20 oder 30 Jahren auch noch viel mehr Unterstützung in den USA hatte, in allen politischen Lagern. Heute ist – ich habe darüber berichtet – laut repräsentativen Umfragen eine übergroße Mehrheit in den USA gegen Israel eingestellt.
Das ist ein Dammbruch, den nicht nur Netanyahu, sondern das gesamte Establishment in Israel und die Pro-Israel Szene zu verantworten haben.
Und weiterhin gibt es in Deutschland aus der Szene der sich selbst als Pro-Israelis und Anti-Antisemiten Imaginierenden fast nur Seminare, Texte und Veranstaltungen zum Antisemitismus – aber nicht zum Rechtsextremismus der israelischen Regierung oder den Verbrechen der IDF, die maßgeblich verantwortlich dafür sind, dass Millionen nicht so junge, aber vor allem junge jüdische und nicht-jüdische Amerikaner:innen jetzt gegen Israel und für die Menschenrechte sind.
Es geht darüber hinaus um Sozialismus, um das Besteuern der Superreichen, wobei da endlich mal eine weltweite Diskussion stattfinden müsste, dass Privatvermögen zum Beispiel über 1 Mio Euro oder Dollar ein Verbrechen sind und somit alle Vermögen, die diesen Betrag übersteigen, eingezogen werden sollten – per Vermögenssteuer. Das wäre eine kleine Revolution und würde unfassbar viel Geld freisetzen. Das wäre Klassenkampf, auch wenn damit die kapitalistische Grundstruktur der Gesellschaft nicht aufgehoben würde, so wäre doch immerhin das dermaßen obszöne Leben von Faschisten, Rechtsextremen und allen anderen Billionären, Milliardären und Multi-Millionären wenigstens auf dem Papier zu Ende und vor allem gäbe es enorm viel Geld für die wichtigen Dinge im Leben wie Wohnen, Essen, Wasser, Abrüstung, Gleichheit, Freiheit, Diplomatie.
Das meint sicherlich auch So Good, die coolen Punkerinnen aus London, die sagen, dass sie „Ich liebe dich“ singen werden, bis die Menschheit verstanden hat, dass die Erde unendlich mehr wert ist als Geldwerte. Da das nicht passieren wird, werden sie singen „Ich werde dich für immer lieben“.
Die Welt wird sich nicht ändern. Die Schweine, die Kapitalisten, die patriarchalen Schläger, kümmern sich nicht um uns, so So Good. Das ist der resignative und brüllend laute Tonfall dieser Punkerinnen, die für eine große Bewegung weltweit stehen. So Good sind wütend, links, Punk, anarchistisch. Und sie sind, das ist bitter und natürlich typisch für eine Band aus London, im Pro-Palästina Camp. Das muss sich ändern, sie könnten überzeugt werden, dass es um Frieden für alle geht – für Juden und für Muslime, Atheisten, Christen, Drusen. Dass es für Israel und für Palästina geht – oder es wird nie Frieden geben. Dazu natürlich müssen die arabischen Despoten alle abgesägt werden – alle! – und das islamfaschistische Regime in Teheran endlich von innen heraus zerlegt werden.
Wie angesagt linke Politik ist und wie ambivalent, zeigt sich besonders eklatant auch in dem Beschluss der Partei Die Linke zu Israel, Palästina und Nahost vom 19. Juni 2026 auf deren Bundesparteitag. Es gibt einen unglaublichen Mitgliederzuwachs der Linken, die Mitgliederzahlen der Partei haben sich in einem Jahr mehr als verdoppelt, von 59.000 2024 auf über 123.000 Ende 2025. Das liegt an der sozialen Frage, an der Sehnsucht von sehr vielen Menschen nach antikapitalistischer Aktion und nach Sozialismus. Sehnsucht nach Antifaschismus, Kampf für viel niedrigere Mieten, nach ausreichend und kostenfreien Krankenhausbetten, nach dem Ende der Klassengesellschaft wie in Zügen, nach sozial-ökologischer Aktion angesichts der lebensbedrohlichen Klimakatastrophe. 41,7 Grad! Das ist die neue Höchsttemperatur aller Zeiten in der Bundesrepublik vom Wochenende.
Und dann kommt der Beschluss „Für gleiche Rechte im Nahen Osten / Westasien – gegen jeden Rassismus und Antisemitismus“ der Partei Die Linke vom 19. Juni 2026, darin heißt es:
Wir bekennen uns zum Selbstbestimmungsrecht aller Menschen in der Region. Dazu gehören das Selbstbestimmungsrecht aller Israelis und das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser*innen in einem eigenen, unabhängigen Staat Palästina. Als Schutzraum für Jüdinnen und Juden kommt dem Staat Israel dabei eine besondere historische und gegenwärtige Bedeutung zu. Wir stehen zum Existenzrecht Israels und für gleiche Rechte aller Menschen in Israel. Ebenso stehen wir zum Existenzrecht Palästinas und für gleiche Rechte aller Menschen in Palästina.
Es gab zuvor, am 17. und am 18. Juni 2026, Recherchen des Bayerischen Rundfunks, der aus Chats und Statements von Linksjugend-Politiker:innen zitierte, die stalinistisch, maoistisch, antisemitisch, autoritär, antidemokratisch, antizionistisch und untragbar sind.
Der die das ND hat darüber berichtet:
Ko-Fraktionschefin Heidi Reichinnek sagte dazu auf dem Parteitag: »Wir werden es nicht zulassen, dass Einzelpersonen die Arbeit von 126 000 Genoss*innen in den Dreck ziehen. Wir lassen das nicht von Personen zerstören, die denken, sie können die Partei vor sich hertreiben.« Diese habe »Grundwerte«, und wer diese missachte, müsse »mit den Konsequenzen klarkommen«.
Es gibt auch Mitglieder und Funktionär:innen von Die Linke, die sich scharf für Israel und für Palästina einsetzen, dieses Bewusstsein ist bei den seriösen Mitgliedern, auch wenn sie nur ca. 60 bis 70 Prozent der Partei ausmachen sollten, sehr wohl da. Dieser Beschluss ist ein Beschluss und man muss Leute, die dagegen verstoßen, reglementieren, wie es ja Heidi Reichinnek auch sagt.
Es gibt massenhaft Antisemitismus. Seit dem 7. Oktober 2023, dem genozidalen Massaker der Hamas, des Islamischen Jihad und der Palästinenser gegen jüdische Frauen, Holocaustüberlebende, Kinder und ganze Familien, die verbrannt wurden, ist dieser Schenkel klopfende Judenhass explodiert, von Australien über Berlin-Neukölln in die USA, Europa und die ganze Welt, mit der Ausnahme einiger christlich-afrikanischer Länder vielleicht. Es gibt lebensbedrohlichen Antisemitismus allüberall. Viele Antisemiten aller Geschlechter machen alle Juden und Jüdinnen für die Politik des Staates Israel verantwortlich. Viele lehnen einen jüdischen Staat ganz grundsätzlich ab, haben aber kein Problem mit arabischen Despoten oder iranischen Faschisten, von Diktaturen wie jener in China nicht zu schweigen. Dass in Israel über 20 Prozent Araber leben, arabische Israelis, aber in keinem arabischen Land überhaupt noch Juden leben, von ein paar wenigen abgesehen, ist ein Skandal, der diese Heuchler:innen überhaupt nicht schert.
Der Gaza-Krieg Israels hat unzählige Kriegsverbrechen gebracht. Die Absicht vieler IDF-Soldaten war vermutlich kein Genozid, aber das Resultat ähnelt doch stark einem. Der Begriff wird inflationär verwendet von Linken und Rechten gleichermaßen, wobei nicht nur in Deutschland die Analogie zum Holocaust, die bei jedem Reden über „Genozid“ und Israel anklingt und häufig explizit gemeint ist, antisemitisch ist. Es wurden in Gaza nicht 33.000 Juden ermordet wie in Babi Yar in zwei Tagen. Wer das nicht sieht, will es nicht sehen.
Das verharmlost nicht die offenkundigen Kriegsverbrechen Israel.
70.000+ Tote, davon vermutlich 15.000 Hamas-Kämpfer, aber der Rest sind Zivilist:innen. Das kann man nicht leugnen, wer es tut, macht sich mitschuldig und beschädigt den Zionismus, so wie die IDF den Zionismus mit diesem Krieg und dem Iran-Krieg und dem Libanon-Krieg sowie der Präsenz in der Westbank auch extrem beschädigt.
Zionismus heißt jüdische Selbstbestimmung. Zionismus heißt nicht sich den Weg frei schießen. Das sieht ja sogar der rechtsextreme US-Vizepräsident so.
Mehr noch: in den USA hat die Politik von Netanyahu nahezu alles zerstört: die bipartisan Unterstützung Israels. Die Unterstützung Israels durch die Demokraten und sogar in weiten Teilen die Unterstützung Israels durch die Republikaner, deren Wählerbasis zunehmend von Verschwörungsmythen-Anhängern wie dem sehr einflussreichen Tucker Carlson dominiert wird.
Antisemiten sind Antisemiten, das ist richtig, aber man kann ihnen auch vorsätzlich Futter geben, indem man sich weder an das Völkerrecht noch an Diplomatie hält und einfach meint mit Bomben über Iran, dem Libanon oder Gaza ‚das Problem‘ lösen zu können. Die Hisbollah gibt es weiterhin, ebenso die Hamas und das Regime in Teheran. Die müssen allesamt diplomatisch isoliert werden, aber mit Bomben werden Tausende bis Zehntausende getötet, Israel ist isoliert wie nie zuvor, aber hat strategisch überhaupt nichts von dem erreicht, was die IDF angeblich erreichen wollte.
Oder, schlimmer, sie wollten nur töten und sonst nichts, das Ziel war das Töten von Zivilist:innen und nicht das Ende von Hamas oder Hisbollah – weil ohne diese ewigen Kriege hätten Benjamin Netanyahu und seine Bande ja kein Lebensziel mehr; auch so könnte man es interpretieren.
Das bringt mich zurück nach New York City. Der Jewish Forward betont, dass das Hervorheben von Antisemitismus als Wahlkampfthema von Seiten der organisierten Pro-Israel-Szene exakt das Gegenteil bewirkte: es wurden gerade jene gewählt, denen zu Recht oder zu Unrecht Antisemitismus vorgeworfen wird.
Dann kommen die Oberschlaule aus der einseitigen Pro-Israel- und meist Anti-Palästina-Szene und meinen, die Besatzung des Westjordanlandes sei nicht wirklich das größte Problem. Sarkastisch gesagt: Immerhin dürfen ja die Palästinenser:innen 18 Prozent der Fläche selbst verwalten (Area A), dazu 22 Prozent verwalten, aber mit israelischem Militär dahinter (Area B). Dazu kommt die das ganze Westjordanland umschließende und weite Teile umfassenden 60 Prozent Area C, die Israel komplett kontrolliert und verwaltet.
Es gibt die letzten Jahren, verschärft seit dem 7. Oktober 2023, Siedlungen, Outposts und infrastrukturelle Planungen für Siedlungen im Norden der Westbank und in der Area A, wie ein langer Text, der auf einer ausführlichen Recherche vor Ort basiert, von Haaretz dokumentiert.
Seit 2023, schon vor dem 7. Oktober, plant die israelische Regierung die Wiederbesiedlung zum Beispiel von Homesh und Sa-Nur im Norden des Westjordanlandes, Gegenden, die bis vor 20 Jahren kaum oder gar keine jüdische und israelischen Siedlungen kannten. Diesen Siedlern geht es nicht um jüdische Selbstbestimmung in einem eigenen Staat, sondern um genau diese Gegend in Nahost, die sie entgegen dem UN-Teilungsplan von 1947 für sich haben wollen, was sogar anfangs teils säkulare Siedler*innen dazu trieb, diesen Teilungsplan abzulehnen, auch in der 1978 erstmals gegründeten Siedlung Homesh.
Haaretz wie der Jewish Forward betonten in vielen Texten, dass es eine Zukunft für den Linkszionismus geben muss, wenn Israel überhaupt eine Chance haben möchte, zu überleben – zu überleben als Demokratie. Als autoritärer Staat könnte es Israel auch noch in 100 Jahren geben, aber nicht als Demokratie, schon heute ist Israel in der Westbank ganz sicher keine Demokratie, sondern ein autoritärer Staat, der einem Großteil der dortigen Bevölkerung keinerlei Rechte gibt und sie dafür mit Pogromen überzieht und vertreibt.
Juden und Israelis haben hier und heute, seit 1947, keinen völkerrechtlichen Anspruch auf das Westjordanland. Wer das nicht versteht, ist ein Fanatiker, eine Siedlerin, ein Antidemokrat und Bibbiist oder Kahanist.
„Ich werde dich lieben, bis es endlich zwei souveräne Staaten Israel und Palästina nebeneinander gibt“ könnte eine Liedzeile von So Good heißen – also werde ich dich für immer lieben. Was für eine ewigliche Liebe… die darauf basiert, dass sich nie etwas zum Positiven ändern wird. Eine realistische Liebe offenbar, aber keine sprühende oder utopische.
Es bleibt also nicht nur zu hoffen, sondern man muss dafür mit allem, was man hat, politisch kämpfen, dass diese Liebe besser morgen schon endet, weil es nun den Staat Palästina Seite an Seite mit dem zionistischen Traum Israel gibt. Wenn dieser Traum sich nicht erfüllt, werden wir uns ewig lieben, aber nie auch nur einen Hauch einer Ahnung davon haben, was Glück oder das Gefühl, wirklich frei zu sein – als Jude, als Palästinenserin – bedeuten könnte. Von der Freiheit, sich von den kapitalistisch-patriarchal-technokratischen-AI-Fesseln zu lösen, mal ganz zu schweigen …
In diesem Sinne: Alla Hopp, wie wir Kurpfälzer:innen zu sagen pflegen. Trotz alledem.
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