Antizionismus – Lechts und Rinks. Dieser Text wird Sie und euch überraschen

Die vermutlich über 1500 oder 1800 Toten in Gaza sind schrecklich. Keine Armee der Welt versucht so intensiv Zivilisten zu schützen, wie die israelische Armee IDF. Es ist unverzeihlich noch bis in weit entfernte Zeit, dass die Hamas Israel zwang, wiederum zwang, zu töten, es gab keinen Ausweg. Netanyahu wollte diesen Krieg nicht, wie auch seine linken Kritiker diesmal völlig übereinstimmend konzedierten, aber er wurde unausweichlich.

Nur durch eine sensationelle technische Leistung (Iron Dome) und Glück sind ‚nur‘ drei israelische Zivilisten von den Tausenden Raketen der Hamas ermordet worden. Es wurden 64 IDF Soldaten im Krieg in Gaza von der Hamas und anderen Terroristen ermordet.

Die anti-muslimische und anti-arabische Terrorgruppe Hamas benutzt Muslime und Araber als menschliche Schutzschilde. Die Tausenden Toten in Syrien und dem Irak und Kurdistan, die unter dem unfassbaren Terror der Nihilisten und antisemitischen wie antiwestlichen, aber eben auch ganz extrem anti-islamischen, anti-muslimischen und anti-arabischen Mörderbande des Islamischen Staates (IS) leiden und massenhaft auf grausamste Weise ermordet werden, sind unfassbar. Doch sie lassen ‚uns‘ kalt. Sie werden und wurden nicht von Juden ermordet, also reicht es kaum in die Hauptnachrichten von CNN, ARD, ZDF, BBC oder France2 etc. Und wenn sie in den Hauptnachrichten erwähnt werden, berührt es ‚uns‘ kaum.

Was ist nun Antizionismus im Jahr 2014? Israel sieht sich zwei Gefahren ausgesetzt. Es gibt es jene Antisemiten wie die Hamas, die Israel zerstören und Juden ermorden wollen. Juden, das wohl älteste Volk im ganzen Nahen Osten, hätten dort kein Lebensrecht. Auch der staatsoffizielle Iran sieht das so. An den vermutlich antisemitischsten Hetzparaden in Europa seit 1945 – in der Sprache von ARD, ZDF, der ZEIT und allen anderen Mainstreammedien: „israelkritischen Demonstrationen“ – haben sich Tausende Islamisten, in Deutschland oder Frankreich, Belgien und Holland geborene Muslime und Araber wie auch antiisraelische Linke und Neonazis beteiligt. Bis auf marginalste Teile der politischen Klasse schweigt Europa zu diesen antisemitischen Aktivitäten. Da grüne Nazis keine „biodeutschen“ Nazis sind, gibt es keinerlei Protest der Spontandemoprofis und anderer eingebildeter Antifaschisten. Wer nicht gleich selbst mitläuft wie weite Teile der Partei DieLinke in NRW, feixt mehr oder weniger klammheimlich vor dem heimischen Facebook-Bildschirm, ob nicht doch die eine oder andere Synagoge Feuer fängt oder wenigstens ein paar „Zionisten“ richtig schön eingeschüchtert oder halb tot geschlagen werden. Für einen guten Zweck natürlich. Frieden.

Der DGB-Region Oldenburg-Ostfriesland lädt deshalb die CDU-Politikerin Gitta Connemann als Hauptrednerin auf der jährlichen Antikriegskundgebung aus Anlass des 1. September 1939 wieder aus. „Wir als DGB sind aber gegen jegliche Kriegshandlungen. Wir möchten ein Zeichen für den Frieden auf allen Seiten setzen – und keine einseitige Parteinahme. An diesem Punkt sehen wir zurzeit keine gemeinsame Basis mit Frau Connemann“, sagte die Vorsitzende der DGB-Region Ostfriesland-Oldenburg, Dorothee Jürgensen und scheint sich für solchen Bullshit nicht zu schämen. Mit welchen unblutigen Friedensgebeten haben nochmal die Rote Armee, die Amerikaner, Kanadier, Engländer und Franzosen im Zweiten Weltkrieg agiert und die Welt vom Nationalsozialismus und den ganz normalen Deutschen befreit?

Connemann hatte sich zuletzt gegen die islamfaschistische Terrororganisation Hamas gewandt und das selbstverständliche Recht Israels auf Verteidigung seiner Bürger vor Tausenden Raketenangriffen und dutzenden professionellen Terror-Tunneln, die als Vorbereitung auf ein antisemitisches Massaker im Herbst 2014 die letzten Jahre mit EU- und sonstigen Geldern gebaut worden waren, verteidigt. Die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann zählt somit wie auch ihre Kollegin Michaela Engelmeier von der SPD zu jenen wenigen, die sich öffentlich und lautstark für Israel einsetzen. Das führt zu Morddrohungen, Ausladungen und zur Kenntlichkeit entstellten Fratzen auf manchen Empfängen.

Wer jetzt denkt: klar, linke Antisemiten, Gewerkschafter, sog. Gutmenschen, die nur Böses wollen, sog. Kulturschaffende gar, die sich, wie zuletzt Hunderte kaum bis gar nicht bekannte Filmschaffende, gegen Israel in Stellung bringen, kennen wir ja – der oder die sollte aufmerksam weiter lesen. Denn es kommt noch dramatischer. Israel wird auch von innen bedroht. Antizionismus von rechts. Was soll das sein?

Das ist die zweite, gleichwohl ganz anders gelagerte und unblutige, aber existente Gefahr, der sich Israel gegenübersieht: die Einstaatenlösung. Während des jetzigen Gaza-Krieges ist ein Video mit IDF-Soldaten (oder Schauspielern) in Umlauf gekommen, das „from the Jordan to the sea“ singt. Wer das nur so im Vorübergehen hört (und nicht das Bild sieht), stellt sofort den Ton ab und denkt sich: das sind die üblichen „Israel Apartheid Week“-Linken, jenen „One State Solution“ Fanatiker, die Israel als jüdischen Staat zerstören wollen und einen binationalen Staat von Juden und Arabern errichten wollen. Antizionisten von links.

Doch der Song ist gar nicht von Linken. Er ist geschrieben von Caroline Glick, einer israelischen Journalistin, Kolumnistin der Jerusalem Post und Heroine der rechten Pro-Israel-Szene. Sie will die Einstaatenlösung von rechts. Sie möchte tatsächlich das Westjordanland annektieren, vom Gazastreifen einmal zu schweigen. Derzeit leben über 300.000–500.000 jüdische Siedler im Westjordanland oder Samaria und Judäa, Gebiete, die offensichtlich eine schon etymologische Beziehung zu Juden haben. Viele Siedler erkennen die jüdische Souveränität jedoch nicht an. Für sie hat eine israelische Regierung, egal ob sie konservativ-rechts ist unter Netanyahu, oder ob sie eine Mitte-Links-Koalition wäre wie z.B. unter Tzipi Livni, keinerlei Legitimität. Jene Siedler fühlen sich einem Auftrag verpflichtet, dieses Land zu besiedeln, religiös und nationalistisch inspiriert, mit unterschiedlicher Akzentuierung.

Dabei hatte die Israelische Unabhängigkeitserklärung vom 14. Mai 1948 sich explizit auf den UN-Teilungsplan vom 2. November 1947 bezogen, der einen jüdischen und einen arabischen Staat vorsah. Die Zionisten nahmen den Plan an, die Araber lehnten ihn ab, wie schon den Plan der britischen Peel-Commission von 1937.

Jene, die heute ein Israel vom Jordan bis zum Meer wollen, handeln also antizionistisch. Darauf weisen auch immer wieder zionistische Wissenschaftler in Israel hin. Ein Beispiel ist Alexander Yakobson, Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem. Er ist für den Krieg gegen die Hamas. In einem Text vom 4. August 2014 analysiert Yakobson, was die Rechte will: keine Zweistaatenlösung, sondern Annexion des Westjordanlandes. Doch das wäre das Ende Israels, das Ende des jüdischen Staates, auch wenn Caroline Glick das ganz anders sieht und den Zionismus neu erfinden möchte, dabei scheint sie ihn eher zu negieren. Yakobson ist sich der Gefahr der Zweistaatenlösung bewusst. Wer jemals nördlich von Tel Aviv wohnte, weiß, was es heißt in einem wenige Kilometer breiten Streifen zu wohnen. Auf der einen Seite Mörderbanden, auf der anderen Seite das Meer. Doch es gibt moderate Araber und Muslime, die sich heute eher vor dem IS und dem Jihad fürchten als vor Israel. Jordanien sucht die Kooperation mit Israel, ebenso Ägypten und Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Islamische Staat (IS) drohte damit, die Kaaba in Mekka zu zerstören. Anti-muslimischer und anti-islamischer kann es gar nicht mehr kommen, das wissen nicht nur die Scheichs und Saudis und säkularen Ägypter.

Wie der Islamforscher Daniel Pipes immer sagt: der Westen muss den moderaten Islam unterstützen, um den Islamismus zu bekämpfen. DEN Islam zu diffamieren, also den Islam an und für sich, aus der Geschichte enthoben, ist völlig selbstmörderisch. Israel kann nicht überleben, wenn es nicht anerkennt, dass es Muslime und Araber gibt, die im Nahen Osten leben, auch die Palästinenser, völlig egal, seit wann sich die Palästinenser Palästinenser nennen. Es gibt viele gläubige Muslime, die für Israel sind, von Kanada, den USA über Großbritannien hin zu Deutschland und Europa und der muslimischen und arabischen Welt. Man muss nicht religiös sein, um das zu erkennen. Häufig sind es jedoch deutsch-nationale Fanatiker, die keine Muslime in Deutschland wollen, rassistisch agitieren, ohne zu sehen, dass es, rein logisch und philosophisch betrachtet, gar nicht sein kann, dass DER Islam böse ist. Das ist Schwachsinn, da eine Religion gar nicht an sich böse oder gut sein kann, es kommt auf die Auslegung und die Anhänger an, was sie daraus machen. Das ist beim Nazismus ganz anders, der a priori antisemitisch und böse war und ist. Wer diese Differenz nicht sehen will, sollte nochmal ganz von vorne beginnen.

Wie Netanyahu sagte auch Pipes Anfang 2014: warum um Himmels willen geht jeder davon aus, dass ein palästinensischer Staat ‚judenrein‘ sein müsse? Warum gehen alle automatisch davon aus, dass in „Palästina“ keine Juden leben dürfen oder werden? So wie in Israel 20-25% Muslime und Araber leben, könnten auch jene ca. 20-25% der Bevölkerung im zukünftigen Palästina Juden sein. Warum nicht?

Yakobson weiß gleichwohl ob der Gefahr der Zweistaatenlösung, Israel ist territorial enorm gefährdet. Aber was wäre, in Jahren oder Generationen, wenn die Araber und Muslime im Nahen Osten Israel grundsätzlich als den jüdischen Staat anerkennen würden? Das ist womöglich nicht einmal unwahrscheinlicher als Unterstützung für den jüdischen Staat Israel von normaldeutschen Oberstudienräten und der kulturellen und politischen Elite. Schon heute gibt es im Nahen Osten ein Bewusstsein für die extreme Gefahr, die der Jihad und islamistische Extremismus bedeuten, während in Europa und Deutschland noch jede exotisch anmutende islamistische, antiamerikanische, kulturrelativistische und antisemitische Terror- , Theater- oder Kulturgruppe getätschelt wird.

In Anlehnung an Alexander Yakobson und den Zionismus gilt es, klipp und klar zu konstatieren: die Einstaatenlösung oder binationale Lösung der „Israel Apartheid Week“ und der antizionistischen Internationale von der radikalen Linken, der extremen Rechten, säkularen Israelhassern sowie Judith Butler und ihren deutschen Verehrern hin zu der israelischen extremen Rechten, den Siedlern und Caroline Glick würde das Projekt des Zionismus, das Projekt eines dezidiert jüdischen Staates, beerdigen. Das wäre natürlich unblutiger als ein Massenmord, wie er der Hamas vorschwebt. Aber es wäre nur ein anderes Ende des jüdischen Staates Israel und jüdischer Souveränität.

 

 

 

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Anti-arabischer Rassismus und Antisemitismus in Israel bzw. unter Palästinensern

Viele Deutsche brauchen keine Gründe für Ihren Hass auf Israel. Es war gleichwohl bemerkenswert, mit welcher Unverschämtheit, Unverfrorenheit, Aggressivität und mit welchem Zynismus und welcher kaum übertünchten Schadenfreude über die Entführung und die Ermordung von drei israelischen Jugendlichen die letzten Tage berichtet wurde, von Spiegel Online über sachsen-anhaltinische Lokalblätter hin zum Fernsehsender N24, um nur drei Beispiele zu nennen. Die Entführung der drei Israeli wurde teilweise gar nicht als solche berichtet, sondern vom „Verschwinden“ fabuliert.

Viele Kommentatoren haben dann, als der Mord an den Israeli nicht mehr zu leugnen war, der israelischen Regierung oder Gesellschaft eine Schuld oder Mitschuld an diesem Verbrechen gegeben, ohne auf die auf die Zerstörung Israels und die Tötung von Juden gerichtete Politik der Hamas und des islamistischen und arabischen Terrorismus einzugehen. Schließlich war völlig absehbar, dass Frank-Walter Steinmeier Israel warnte, nicht zu hart zu reagieren. Dabei haben er, Kanzlerin Merkel und die EU die palästinensische Einheitsregierung von Fatah und Hamas vor wenigen Wochen gar begrüßt und nicht etwa dazu aufgerufen, wie es jeder anständige Mensch tun würde, die Hamas zu boykotttieren und politisch zu bekämpfen, da Aufrufe zum Judenmord und zur Zerstörung des jüdischen Staates Israel nicht honoriert werden dürfen.

Mit zynischer Genugtuung wird jetzt weltweit zur Kenntnis genommen, dass am Mittwoch, 2. Juli 2014, ein arabischer 16-jähriger Jugendlicher, Muhammad Hussein Abu Khdeir, ebenfalls entführt und dann ermordet wurde. Seine Leiche wurde am frühen Mittwochmorgen gefunden. Es ist noch unklar, unter welchen Umständen und von wem er ermordet wurde. Waren es Araber oder doch Juden, die ihn töteten? Was war das Motiv? Ein innerarabischer Bruderkampf, ‚lediglich‘ ein Kriminalfall, Raubmord oder Eifersucht, ein islamistischer Ehrenmord gar oder doch eher ein Racheakt von jüdischen Israeli?

Am Tag zuvor, Dienstag 1. Juli, am Tag als unter riesiger Anteilnahme von Hunderttausenden Israeli die drei ermordeten Gil-ad Shaar, Naftali Fraenkel und Eyal Yifrach beerdigt wurden, gab es in Jerusalem später eine Demonstration gegen Araber. Ein aufgebrachter Mob von Hunderten Israeli zog durch die Innenstadt von Jerusalem und schrie antiarabische Slogans. Drei arabische Jugendliche kamen in starke Bedrängnis und konnten nur dank israelischer Sicherheitskräfte in Sicherheit gebracht werden, wobei einer der Jugendlichen im Krankenhaus behandelt werden musste.

Selbstredend würde die deutsche, europäische und internationale Presse nicht einfach so über den permanenten Raketenbeschuss Israels allein die letzten Tage aus dem von der Hamas kontrollierten (‚regierten‘) Gazastreifen berichten. Es werden so gut wie immer nur die israelischen Reaktionen auf diese Terrorattacken berichtet, und irgendwo steht dann, dass zuvor Palästinenser Israels angegriffen hatten.

Doch diese vor Ressentiment gegen den Staat der Juden triefende, hinlänglich analysierte und bekannte Berichterstattung (man könnte auch Agitation dazu sagen), kann und darf einen nicht davon abhalten, tatsächlich einige sehr problematische, minoritäre aber existente Teile des heutigen Israel und der Pro-Israel-Szene zu betrachten.

Es gibt vereinzelte Berichte über die antiarabischen, rassistischen Parolen und Attacken, doch viele wiegeln z.B. auf dem sozialen Netzwerk Facebook einfach ab und wollen offenbar gar nicht wissen, dass Tausende Israeli die übelsten, rassistischen und antiarabischen Slogans mit „like“ unterstützen. Eine Facebook Seite nannte sich „das israelische Volk verlangt Rache“ und hatte umgehend 32.000 „likes“, ehe die Seite am Donnerstag, 3. Juli, von israelischen Stellen vom Netz genommen wurde.

Es gab auch Mordaufrufe gegenüber Arabern. Im Juni 2010, nach dem Aufbringen des Terrorschiffes Mavi Marmara, stürzten sich auch viele Hunderte, wenn nicht Tausende Deutsche, Türken, Araber und Muslime auf Facebook und posteten die widerwärtigsten antisemitischen Kommentare, die häufig zum Mord an Juden aufriefen oder den Holocaust zelebrierten und Hitler lobten.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass jetzt ebenso entschieden den vielen Anhängern antiarabischer Seiten (zumeist offenbar auf Hebräisch) Einhalt geboten wird. Rassistische Hetze ist unerträglich und Mordaufrufe sind ein Skandal.

Das sehen auch die allermeisten Israeli so und das unterscheidet Israel ganz enorm von seinen arabischen Nachbarn im Allgemeinen und den Palästinensern im Besonderen. Der Vater einer der ermordeten Israeli sprach den Eltern des ermordeten arabischen Jungen sein Beileid aus. Der ehemalige sefardische Oberrabbiner Shlomo Amar verurteilte die antiarabische Agitation und den Mord an dem Araber mit starken Worten und appellierte zumal an die religiöse Jugend Israels, Ruhe zu bewahren. Zwei der größten israelischen Tageszeitungen machten heute, 3.7.2014, auf Seite eins mit einem Bild des ermordeten arabischen Jugendlichen auf, Yedioth Ahronoth und Haaretz.

Lazar German, Reporter für die israelische Online-Zeitung Times of Israel, ist ebenfalls geschockt ob des Mordes an dem Araber. Für ihn ist selbstverständlich, dass ihm genauso gedacht werden muss wie den drei Israeli. Womöglich wäre aus dem 16-jährigen ein Polizist in Jerusalem geworden, der für Sicherheit aller Jerusalemer gesorgt hätte? Oder ein Arzt? Oder einfach ein netter Junge, dessen Mutter sich jeden Freitag gefreut hätte, ihren Sohn wieder zu sehen.

Israels Justizministerin Tzipi Livni ist sehr bestürzt über das aggressive Klima in Israel. Sie fordert alle Israeli auf, keine Selbstjustiz zu üben. Ihr geht es schon um eine politische Kultur der Verständigung, die durch antiarabische Agitation erschwert wird. Dabei ist Livni sich völlig im Klaren darüber, dass Hamas zu bekämpfen ist, doch Verständigung muss es jenseits der Hamas und ihrer Anhänger geben. Es gibt Bilder wie jenes von einem IDF-Soldaten, der mit einem Gewehr posiert und auf seinem nackten Oberkörper zur Rache aufruft. Andere reden vom „Niedermähen“ des Feindes, ebenfalls illustriert mit einem Gewehr, um Zweideutigkeiten zu vermeiden. Wieder andere Soldaten rufen auf Zetteln dazu auf “die Terroristen zu töten“. Selbstverständlich ermittelt die israelische Armee gegen diese Aufrufe zur Gewalt. Mehrere Soldaten sind bereits festgenommen worden.

Livni sieht die Gefahr eines „homegrown terrorism“, also eines israelischen, antiarabischen Terrorismus, der für sie eine Bankrotterklärung des Zionismus darstellte.

Die Times of Israel berichtet auch, dass Tausende israelische Facebookuser Aufrufe zur Gewalt gegen „extreme Linke“ (wer immer das sein soll) unterstützen. Diese Hatz gegen alles was als „links“ definiert wird, ist in der Tat ein nicht zu unterschätzendes Problem auch in der Pro-Israel-Szene weltweit, auch unter Forschern, die mitunter nicht davor zurückschrecken, Massaker an Linken wie jenes vom Neonazi Breivik in Norwegen im Sommer 2011 herunter zu spielen und zu betonen, die Ermordeten seien „sozialistische Antizionisten“ oder „zukünftige Antizionisten“ gewesen.

Selbst wenn die Teilnehmer_innen des JUSO-Camps in Norwegen allesamt Israelfeinde gewesen wären: wer kann ernsthaft auf die Idee kommen das Massaker an ihnen zu rationalisieren und auf ihre Israelfeindschaft zu verweisen?

Das ist es, was wohl auch Livni so schockiert: egal wie aggressiv und antiisraelisch arabische und palästinensische Jugendliche sind oder waren, das rechtfertigt doch niemals den Tod von Arabern zu fordern oder gar physische Gewalt anzuwenden.

Nach Berichten der Times of Israel gibt es offenbar massive Meinungsverschiedenheiten im israelischen Sicherheitskabinett, was die adäquate Reaktion of die Ermordung der drei jüdischen Israeli bedeutet. Der Mord an dem arabischen Jugendlichen könnte dazu führen, dass Netanyahu und die israelische Regierung nicht so gegen die Hamas vorgehen können, wie das nötig und möglich wäre. Insofern wäre ein Mord von rechtsextremen Israeli an einem Araber, so es sich als solchen herausstellen sollte, hilfreich für die Hamas.

Entscheidend ist in jedem Fall der Unterschied ums Ganze bezüglich der politischen Kultur in Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten. Hier eine Demokratie und dort ein Regime, das eine nur in marginalen Ansätzen kritische Öffentlichkeit hat, die sich Antisemitismus, anti-demokratischen Tendenzen, Terror und Militanz entgegen stellt, wenn überhaupt. Aber, das muss betont werden: PA-Präsident Abbas hat sich in arabischer Sprache (!) erstmals und deutlich von der Entführung des drei israelischen Jugendlichen distanziert und sie scharf verurteilt.

Mehr noch: es gibt erstaunliche und sehr bemerkenswerte Entwicklungen bezüglich der Einstellungen vieler Muslime weltweit zum Islamismus. Es gibt aktuell eine steigende Sensibilität und große Sorge in der muslimischen Welt insgesamt über den Islamismus und islamistischen Terrorismus. Eine aktuelle Studie des PEW Research Centers ist dabei höchst aufschlussreich. Sie basiert auf 14.244 Face-to-face-Interviews in 14 ausgewählten muslimischen Ländern bzw. Territorien weltweit, im Zeitraum 10. April bis 25. Mai 2014. Lediglich 35% der Palästinenser im Gazastreifen wie in der Westbank haben eine positive Sicht auf die Hamas. 47% der Palästinenser im Gazastreifen und 67% in der Westbank haben eine negative Sicht. Das ergibt laut PEW im Schnitt 53% der Palästinenser, die der Hamas kritisch oder feindlich gegenüber stehen, gegenüber 35%, welche die Hamas positiv sehen. 2007 waren die Werte 62% positiv, 33% negativ. Auch im Vergleich zu 2013 hat die Hamas deutlich an Zustimmung unter den Palästinensern verloren. 38% der Palästinenser in der Westbank lehnen Selbstmordattentate grundsätzlich und immer ab; die weiteren Antworten bezüglich der Zustimmung zu Selbstmordattentaten („als Mittel, den Islam vor seinen Feinden zu verteidigen“) sind „keine Meinung“ (13%), „selten“ (13%), „manchmal“ (14%), „oft“ (22%). Insgesamt ist die Zustimmung zu Selbstmordattentaten unter den Palästinensern von 70% im Jahr 2007 auf 46% 2014 drastisch gesunken. Das ist jedenfalls weit davon entfernt in allen Palästinensern potentielle Selbstmordattentäter oder Fans von suicide bombern zu sehen, auch wenn jeder einzelne und jede einzelne Zustimmung eine Katastrophe sind. Das Honorieren von Mördern durch die PA, die Geld bezahlt für Terrorakte, ist ungeheuerlich, aber Realität. Doch darf man nicht über solche empirischen Studien wie jene von PEW hinwegsehen, die zeigt, dass Palästinenser gerade Terrorakte mit islamistischem Hintergrund stärker ablehnen als viele das wohl vermuten. Die Mehrheit der Palästinenser lehnt die Hamas ab. Das wäre eine Meldung in deutschen Nachrichtensendungen wert. Doch auf aktuelle empirische Forschung legt man in Deutschland bezüglich Israel und dem Islamismus und Antisemitismus kaum wert, solange die Studien nicht Israel, vielmehr der Hamas schaden.

Vor diesem Hintergrund der schwindenden Zustimmung zur Hamas und zu Selbstmordattentaten in Israel ist es besonders alarmierend, wie die Rechte und extreme Rechte in Israel gegen „die“ Araber agitiert. Warum haben sie nicht spezifisch gegen die Hamas demonstriert? Warum haben sie nicht Verbündete unter den der Hamas Überdrüssigen in der Westbank gesucht, die es ganz offensichtlich mehrheitlich unter den Palästinensern dort gibt? Ja selbst im Gazastreifen gäbe es eine Mehrheit der Bevölkerung, die gegen die Hamas ist. Dann könnte man sich auch dem Antisemitismus der säkularen Palästinensern widmen, der Fatah von Abbas, siehe unten.

Am Mittwoch gab es in Jerusalem umgehend eine Demonstration von ca. 1000 Leuten, die zu „Liebe“ und Gewaltverzicht aufrufen und sich gegen antiarabischen Rassismus wenden. Am Donnerstag eine Demo in Tel Aviv. Da werden sicher auch problematische Aktivisten, die nicht unbedingt sehr pro-israelisch sind, dabei sein. Aber auch viele Zionisten, die gerade als Zionisten und Israeli Rassismus entgegen treten, so wie auch Livni es als geradezu anizionistisch zu betrachten scheint, wenn extrem rechte Israeli gegen „die“ Araber agitieren.

Die Demos in Israel sind jedoch in erste Linie ein entscheidender Unterschied zur Westbank (vom Gazastreifen zu schweigen), wo es eben keine Demonstrationen gegen die antisemitische Hetze der Hamas gibt und wo die Entführung der drei Israeli gefeiert und mit Süßigkeiten zelebriert wurde. Das haben natürlich nicht alle Palästinenser geteilt, aber von Demonstrationen, die sich gegen die Entführung und gegen das Feiern der Entführung wandten, ist nichts bekannt.

Der Unterschied ist auch, dass israelische Zeitungen wie die Yedioth Ahronoth, Jerusalem Post, Haaretz oder die Times of Israel kritisch über den antiarabischen Rassismus berichten.

Hingegen publizierte die offizielle Tageszeitung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) Al-Hayat Al-Jadida am 3. Juli 2014 eine Karikatur, die einen orthodoxen Juden zeigt, der ein hilfloses Baby in der Hand hält und nach ihm lechzt. Ein israelischer Soldat steht mit dem Rücken zu ihm gewandt teilnahmslos da.

alhayat20140703-14

Das ist nichts als der mittelalterliche christliche Antisemitismus im palästinensischen Gewand des 21. Jahrhunderts: Israeli (=Juden) als Kindermörder.

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Hofiert eine Berliner Verfassungsrichterin einen palästinensischen Terrorverdächtigen auf einer Konferenz bei Brot-für-die-Welt?

Von Dr. phil. Clemens Heni

 

Brot-für-die-Welt, das bekannte evangelische „Hilfswerk“,

plant für den 7. Juli 2014 in Berlin eine Konferenz zum israelischen Sicherheitszaun bzw. zur Antiterrormauer. Einer der Redner soll Shawan Jabarin sein. Er war oder ist Mitglied der palästinensischen Terrororganisation PFLP, die seit den 1960er Jahren unter anderem für ihre Entführungen und die Ermordung von Juden und Israeli berüchtigt ist.

Jabarin wurde 2003 von Jordanien die Einreise verweigert, da Jordanien seine Terroraktivitäten fürchtet. Der israelische Oberste Gerichtshof hat Jabarin im Juni 2007 bescheinigt, eine Art Dr. Jekill/Dr. Hyde-Person zu sein, also einerseits Terror zu planen und zu verüben und andererseits den lächelnden und harmlosen Menschenrechts-Aktivisten zu spielen.

Shawan Jabarin

Jabarin ist Leiter der Nichtregierungsorganisation Al-Haq in Ramallah, die in antisemitischer Diktion Israel „Apartheid“ vorwirft, „Bewegungsfreiheit“ für Selbstmordattentäter fordert und gegen den Sicherheitszaun agitiert sowie Israel als jüdischen Staat ablehnt. Die antizionistische Agitationsseite Electronic Intifada promotet Jabarin als Interviewpartner.

Jabarin hat sich öffentlich für die „binationale Lösung“ ausgesprochen, also das Ende Israels. Im Oktober 2009 trat er auf einer Konferenz neben Omar Barghouti, dem Gründer der antisemitischen BDS-Bewegung, auf, die sich für den „Boykott Israels“ einsetzt.

Nun möchte die Berliner Juristin Prof. Dr. Heike Krieger von der Freien Universität Berlin und Richterin am Verfassungsgerichtshof Berlin gemeinsam mit dem unter Terrorverdacht Stehenden auf der Konferenz in Berlin auftreten. Aufgrund ihrer Publikationsliste ist Frau Krieger keine Expertin bezüglich dem Nahen Osten oder in Bezug auf Israel, die Hamas, islamistischen und palästinensischen Terror. Auch zu Antisemitismus, Antizionismus, Islamismus oder der Ideologie der PFLP scheint sie noch nicht, jedenfalls nicht eingehend, geforscht zu haben. Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, dass sie auf einer so speziellen Konferenz, die nur gegen Israel gerichtet ist, auftritt, hat sie doch offenbar bezüglich Israel gar keine Expertise vorzuweisen. Auch mit Bombenanschlägen gegen Israel oder der jahrelangen Kampagne gegen Israels Sicherheitszaun und anderen Delegitimierungskampagnen gegen den Judenstaat scheint sie sich noch nicht näher befasst zu haben, das ist jedenfalls nicht ersichtlich. Vielmehr wirkt es, als ob sie mit juristischem Fachwissen helfen möchte, Israel zu delegitimieren und Terrorabwehr zu erschweren.

Prof. Dr. Heike Krieger, Freie Universität Berlin

Krieger selbst macht in ihrer Vortragsankündigung gar keinen Hehl daraus, worum es ihr geht:

 „States’ and the EU’s duty of non-recognition and obligation not to render aid or assistance in maintaining the situation created by the construction of the wall;“

[Die Verpflichtung von Staaten und der EU, die Mauer nicht anzuerkennen und weder Unterstützung noch sonstige Hilfe bei der durch die Mauer entstandenen Situation zu leisten;]

Von einer neutralen Forschungsfrage kann hier keine Rede sein. Vielmehr übernimmt Frau Krieger unhinterfragt das palästinensische Narrativ.

Am 31. Juli 2002 explodierte in der Frank Sinatra Caféteria an der Hebräischen Universität Jerusalem eine Bombe. Neun Menschen verloren dabei ihr Leben, fünf Israeli und vier Amerikaner. 85 Menschen wurden verletzt. Damals gab es noch keinen Sicherheitszaun; palästinensische Terroristen wie die Hamas, die sich stolz zu dem Mordanschlag bekannte, konnten ungehindert solche Verbrechen begehen.

Durch eine Bombe der Terrororganisation Hamas zerstöre Frank Sinatra Caféteria, Hebräische Universität Jerusalem, 31. Juli 2002; neun Tote, 85 Verletzte

Der Historiker und Antisemitismusforscher Robert S. Wistrich entkam damals nur knapp dem Mordanschlag, da er wenig zuvor in der Caféteria war. Ich war selbst im Dezember 2002 erstmals in dieser Caféteria. Als ich Ende Mai 2014 im Rahmen einer Konferenz gegen Antisemitismus mal wieder in der Caféteria war, war die Erinnerung an den Anschlag noch wach.

Einige Konferenzteilnehmer, die wie ich im Gästehaus der Hebräischen Universität in unmittelbarer Nähe der Frank Sinatra Caféteria übernachteten, erzählten mir von ihrem mulmigen Gefühl und einer gewissen Angst, dort zu übernachten. Zwar ist die Hebräische Universität auf dem Mount Scopus heutzutage gesichert, aber das ist immer relativ. Doch ohne den Sicherheitszaun wäre die Situation weit gefährlicher, in ganz Israel.

Frau Heike Krieger hat einen sicheren Arbeitsplatz in Berlin-Dahlem und sie muss auch nicht fürchten, dass eine Uni-Caféteria oder die beliebte Patisserie Aux Delices Normands an der Ecke Ihnestr./Garyst., unweit der Boltzmannstr., wo Frau Krieger arbeitet, von Terroristen in die Luft gesprengt werden.

Aux Delices Normands, Berlin-Dahlem, Ihnestr.

 

 

Der israelische Sicherheitszaun bzw. die Sicherheitsmauer haben unzählige palästinensische und andere Terroristen und Selbstmordattentäter und Selbstmordattentäterinnen abgehalten, Juden zu ermorden. Offenbar möchte Heike Krieger den Krieg gegen die Juden wieder ungehindert möglich machen.

Ist nicht die Entführung von drei israelischen Jugendlichen vor wenigen Tagen im Westjordanland Grund genug für jedwede Antiterrormaßnahme Israels? Selbst Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas hat in nie da gewesener Form die Entführung der israelischen Teenager kritisiert, und das in arabischer Sprache auf einer Konferenz der Organisation Islamischer Staaten (IOC), die nicht gerade dafür bekannt ist, sich für die Rechte von Juden einzusetzen. Darauf weist der bekannte israelische Journalist Ben-Dror Yemini in einem Kommentar hin.

Brot-für-die-Welt möchte nun offenbar das Entführen von Israeli tolerieren, indem es einen wegen Beihilfe zum Terror gegen Israeli verurteilten Mann wie Shawan Jabarin einlädt. Brot-für-die-Welt stellt sich damit in ungewohnt offener Weise gegen den jüdischen Staat, schweigt zu islamistischem und palästinensischem Terror, die ja der einzige Grund für diesen Sicherheitszaun bzw. die Antiterrormauer sind.

Das Verhalten von Heike Krieger ist nicht nur wissenschaftlich problematisch. Es ist nicht einfach so zu goutieren, dass eine von Repräsentanten der Bevölkerung Berlins gewählte Richterin mit Terrorverdächtigen kooperiert, sich gegen Antiterrormaßnahmen Israel wendet und somit dem Judenhass und der Ablehnung Israels als jüdischer Staat Vorschub leistet.

Mitglieder des Verfassungsgerichtshofes Berlin

Die Beteiligung von Heike Krieger an der geplanten Konferenz am 7. Juli ist ein politischer und wissenschaftlicher Skandal. Auch das Berliner Abgeordnetenhaus sollte sich damit befassen, immerhin wurde Frau Krieger für sieben Jahre als Richterin am Berliner Verfassungsgerichtshof gewählt.

Als unabhängige Wissenschaftlerin und Richterin hat sich Frau Krieger mit ihrer Zusage zu dieser antiisraelischen, den Terror gegen Juden verniedlichenden Konferenz, diskreditiert.

 

Der Verfasser, Dr. phil. Clemens Heni, ist Politikwissenschaftler und Direktor des Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA), www.bicsa.org.

 

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Huge event at Mount Scopus honors leading researcher on antisemitism

By Dr. Clemens Heni, Director, The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA)

 

25–28 May, 2014, Israel’s biggest and one of the biggest conferences world-wide ever on the topic of antisemitism was held at the Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism (SICSA) at Hebrew University, Jerusalem, on the occasion of the retirement of historian Robert Solomon Wistrich. The International Conference was entitled “Anti-Judaism, Antisemitism, Delegitimizing Israel.”

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(View from the Maiersdorf Faculty Club over Jerusalem*)

The location was beautifully chosen. From the terrace of the Maiersdorf Faculty Club, where the event was held, one has a stunning view over Jerusalem. On the other side of Mount Scopus, just a five minute walk away at the gorgeous Amphitheatre, one looks out over the Judean Mountains and desert up to the Dead Sea and Jordan.

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(Hebrew University, Campus, Mount Scopus, Jerusalem*)

Robert Wistrich is the author of 17 books and the editor of 12. His work has been translated in many languages. He published over 350 articles between 1973 and 2011 – you find a complete list of his writings from 1973 through 2011 in the German edition of his Muslim Antisemitism, published in 2011 by Berlin based publishing house Edition Critic.

(Prof. Robert S. Wistrich’s German edition of his bestseller brochure from 2002 with the American Jewish Committee on Muslim Antisemitism, published in December 2011 with Berlin based publishing house Edition Critic)

I know of no other scholar who has such a record and continued reflection on antisemitism, the “longest hatred” and “lethal obsession,” as Robert frames it very precisely. His first article was published in 1973 about “Karl Marx, German Socialists and the Jewish Question.”

(Amphitheatre, Hebrew University, Mount Scopus)

Wistrich is known for “stepping back” and looking at the big picture, as he emphasized during his long talk at the conference. He focused on Jewish anti-Zionism, starting with famous Austrian literary critic Karl Kraus. The outstanding nature of Robert’s scholarship became again obvious during his presentation: like almost no one else he is able to jump from 19th century Jewish anti-Zionism and Reform Judaism to Judith Butler and Noam Chomsky’s 21st century Jewish anti-Zionism. He is not drawing direct lines and is very well aware of the differences between Hannah Arendt and Judith Butler, for example. The latter needs the German-Jewish thinker to bolster her own anti-Zionism. Arendt’s criticism of the nation-state, though, is indeed dangerous when it comes to the Jewish state. Still, this might differ from the very outspoken hatred of Zionism known from many Jewish-Austrian thinkers through the 1930s and that of the Butlers, Chomskys or even Finkelsteins of our time.

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(Prof. Robert S. Wistrich during his presentation at the SICSA conference, Tuesday, 27 May, 2014)

Robert Wistrich dedicated several of his books to his mother Sabina. She made aliyah age 100 in 2010. When asked at Ben-Gurion Airport if she was so fascinated about Zionism to make aliyah at that age, she said: “No, I just want to see the book of my son. That is the reason I came to Israel.” She was thinking of her son’s comprehensive history of antisemitism, A Lethal Obsession. Anti-Semitism from Antiquity to the Global Jihad, a 1184-page volume, published that year.

Robert Wistrich’s research can be put in five categories:

1)       The Left and Antisemitism

2)       Jewish History

3)       Hitler, National Socialism and the Holocaust/Shoah

4)       Theories and the analysis of antisemitism and anti-Zionism

5)       Muslim antisemitism

Contrary to many, Robert sees Friedrich Nietzsche in the most positive sense of the word as the most anti-German philosopher ever. Nietzsche was not a forerunner of fascism and Nazism. Instead, he embraced the Old Testament and the Jewish “naiveté of the strong heart.” One of the best talks at the huge conference was given by Margaret Brearley (not only because of her wonderful British accent). She dealt with German anti-Jewish esoteric and occult or paganist thinking from Friedrich Schiller through German romanticism and Schopenhauer.

Robert Wistrich was born in April 1945 in Kazakhstan. His father, Jacob Wistreich, a former member of Hashomer Hatzair, was displaced by Stalin (I do intentionally not use the word „deported“ as this means in German to be deported to a Holocaust site). This displacement by Stalin saved his life. Robert Wistrich lost half of his family in the Shoah.

Robert grew up in England, learning Polish, French, then English, German and Hebrew. He also knows or can read and listen to several other languages, including Yiddish, Russian, Ukrainian, Czech, Italian, Spanish, Latin, Dutch, and Arabic. His focus on Jewish history in Habsburg Austria is of tremendous importance. For example, he analyzed in his 1985 study Hitler’s Apocalypse the antisemitism of Hitler, including the time before 1914. Hitler lived in Vienna from 1907 until 1913. I mentioned this during my presentation at the conference, as we are increasingly facing scholars and authors who distort Hitler’s antisemitism. Take Brendan Simms from Cambridge, England, as an example. He argued in 2014 in an article for International Affairs that the First World War made Hitler an anti-English soldier. Only later did he become antisemitic, according to Simms. The same holds for American journalist Jonah Goldberg (National Review Online) who claims that Hitler was a leftist and “socialist” as he writes in his truly troubling and barely scholarly book Liberal Fascism. I emphasized that the notion that Hitler was left is utterly wrong. For example, “German Socialism,” as we call it, was based on private property and capitalism. The core of this “German Socialism” was hatred of Jews and the creation of the “people’s community” or Volksgemeinschaft in German. Hitler was an antisemite and the most far right politician ever. He was not an anticapitalist and not a “man of the left.”

At least in passing I could mention that there were Marxist (and later post-Marxist) pro-Israel scholars. Take Leo Löwenthal, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno and Critical Theory as an example. Most pro-Israel scholars and authors in America, the UK, South Africa, Australia and Israel think a priori that Critical Theory is anti-Zionist. That is not the case. But one has to be able to read German to discover the truth behind the origins of Critical Theory, founded in 1937 by Max Horkheimer. He had to struggle with Zionism, but supported Israel. He was aware of the Nasserist and Egyptian threat in the 1950s, for example. I have just published a comprehensive study on the topic of Critical Theory and Israel.

Gershom Scholem, one of the most famous Israeli and Hebrew University professors ever, became a political Zionist by the mid 1930s, turning his back on the “Brit Shalom” period of 1925–1933, based on binationalism and rather cultural Zionism. In my talk, I focused on scholars like Christian Wiese from Frankfurt University who embraces the binational ideology of Hans Kohn. In 2006, Wiese went so far as to quote from one of the most absurd anti-Zionist books so far, Jacqueline Rose’s Question of Zion from 2005. In that book, Rose wrote that Hitler was perhaps inspired to write Mein Kampf and Theodor Herzl to write Der Judenstaat at the very same concert of Wagner music. The problem is that Herzl finished his manuscript in May 1895. Hitler was born in 1889 and was never in France until 1940 when he conquered the country with the German Wehrmacht. Wiese quoted from the very chapter (pages 58–107) in Rose’s book where this antisemitic fantasy of the Hitler/Herzl association by the same taste in music appeared. Finally, I analyzed the scholarly shortcomings of Yale historian Timothy Snyder in his study Bloodlands, which distorts Auschwitz and the Shoah. I also emphasized his close relationship with anti-Zionist Tony Judt. Likewise I criticized Yale’s Seyla Benhabib and her defamation of Israel in 2010. Then, I mentioned troubling tropes in contemporary scholarship in postcolonial studies that distort the history of the Shoah.

At the conference at SICSA there were almost 40 speakers and presentations from four continents (America, Europe, Africa, Asia). Rabbi Abraham Cooper from the Simon Wiesenthal Center in Los Angeles analyzed the shocking new wave of anti-circumcision and anti-kosher-slaughtering discourse all over Europe, including Germany. Tammi Rossman-Benjamin dealt with the BDS (Boycott Divestment Sanctions) movement in California at the huge University of California (state sponsored) educational system. New York’s Ben Cohen with his deep “Alabama” English accent (that remark was funny, as his accent obviously is British) focused on some core features of today’s antisemitism. He distinguishes between historical German “bierkeller” antisemitism and today’s “bistro” antisemitism. Rude agitation and the defamation of Jews as Jews were replaced in many western societies by the more sophisticated version of 21st century anti-Zionist antisemitism. Stephen Norwood showed the overlapping of left-wing and right-wing antisemitism in the United States. He also emphasized that there was significant support in the American Catholic mainstream and the Church during the 1930s and World War II for far-right Jew-hatred like that of Catholic priest Charles Coughlin.

A very few presentations, though, gave several people pause. One speaker said that there is “no Palestinian people” – who, then, should acknowledge the Jewish state, one must ask. Another speaker went so far as to say that the “West Bank is temporarily occupied by the Palestinians.” This was portrayed as supposedly pro-Israel. In fact, it is damaging the Israeli society from within the pro-Israel camp. Prime Minister Benjamin Netanyahu earlier this year said that a future Palestinian state in the territories should think about including Jewish citizens. In fact, since 1948, Israel has some 20% Arab and Muslim citizens as well. Why is everybody a priori thinking of a Palestinian state with no Jews? Today, some 20% Jews are living in parts of the disputed territories. Daniel Pipes wrote about Netanyahu’s “master stroke.” Although I was not able to attend all presentations I did not hear people discussing that idea. This master stroke by Netanyahu includes the acceptance of Jews living in Judea and Samaria and in an Arab state. That would be a signal to the entire Arab and Muslim worlds that Jews are accepted as citizens and are not the “sons of pigs and apes” as the antisemitic discourse in parts of the Arab world always suggests.

Another speaker at the conference said that Norwegian killer Breivik is a criminal, “but” he killed “socialist anti-Zionists and possible future anti-Zionists.” This was shocking not just to me and I left the room soon after.

Jusos

 

 

 

Another speaker stressed that EUrope is already “Islamized” which was a rather racist comment and had nothing to do with a specific criticism of Islamism, Jihad and Muslim antisemitism. One speaker said that Islam as such is the reason for antisemitism and every single (believing) Muslim will become an antisemite sooner or later. Jihadists and Islamists are antisemites today, other Muslims will become antisemitic later. This is of course not the case. Take groups like British Muslims for Israel as an example, among many other pro-Israel Muslims. They are a tiny and oppressed minority in the Muslim community, but they exist. Or look at people like Irshad Manji, known for her modern translation of the Quran. She is pro-Western, pro-Israel and anti-Islamist. The ontologization of Muslims as “the enemy” sooner or later has of course to be rejected.

In addition, I would state: In May 2014, American anti-Islam activist Pamela Geller and her allies started an ad campaign in New York City. They show the Mufti of Jerusalem, Haj Amin al-Husseini, talking to Hitler in November 1941. It is tremendously important to focus on that alliance, indeed. But what does the ad say? On the right side of that big picture one can read “Islamic Jew-hatred: It’s in the Quran”:

 

This reminds me, sarcastically, of leading Sunni Islamist Yusuf al-Qaradawi. He said in January 2009 on TV that Allah installed Hitler to “punish the Jews.” This Holocaust affirmation is unbelievable. Geller, who is of course pro-Israel and against antisemitism and Jihad, now insinuates that not just the Mufti but also Hitler was inspired by the Quran. The Quran and Islamic Jew-hatred was first and then came Hitler. This is also distorting the history of Islamism as a modern phenomenon in the Muslim world. To claim that today’s Islamist antisemitism is in the Quran – and promoting this ideology with a picture of Hitler – denies or obfuscates the very history of Islamism.

In addition, it also obfuscates the history of Austrian and German modern antisemitism that lead to the Shoah. Islamism is a very modern ideology, as historian and Islamic studies scholar, president of the Middle East Forum (MEF) in Philadelphia, Daniel Pipes, tirelessly emphasizes. Take Hassan al-Banna’s founding of the Muslim Brotherhood in 1928 in Egypt as a kind of starting point for 20th century modern Islamism as a mass movement. Old Islamic Jew-hatred rather resembled Christian Jew-hatred, and is distinct from German eliminationist antisemitism during Nazi Germany and the Shoah. Pipes is also always emphasizing the historical and political difference between Islam and Islamism, take 1798 as a starting point for the demise of the Muslim world and the emergence of Islamist ideology.

Holocaust remembrance is used as a tool to fight the Jewish state. This was a core message of one the most fascinating greeting remarks at the gala dinner at the first evening of the conference by Canadian scholar in law and politician, Irvin Cotler. He is known worldwide for his fight against antisemitism and he is using law to fight Jew-hatred like the incitement to genocide by Iran. Cotler focused on the supposedly well-meaning and for sure more sophisticated anti-Zionist activists of today. They say that the Holocaust was a horrible crime, like South-African apartheid. At this point I ignore the Holocaust distorting aspects of that very comparison or equation, by the way. For liberals in particular Israel has become in some respects the new “Apartheid State” or even “Nazi State.” And here is what Irvin Cotler emphasized: IF Israel is an apartheid state or even a Nazi state people have to fight it. The terms apartheid state and Nazi state are not just meant to defame the entire project of a Jewish state. It calls liberals, leftists and all other people of “good will” to arms, according to Cotler. Anti-Zionist antisemitism is seen by those activists as a form of “anti-fascism.” There is a moral “necessity” to be anti-fascist and therefore today “anti-Israel,” as those people insinuate. Cotler’s vibrant and impressive remarks were a model for the entire conference. People truly feel good to fight Israel as this is seen in their delusional worldview as an act of “anti-fascism.” Cotler grasped and criticized that ideology splendidly.

British legal scholar Lesley Klaff showed the mainstreaming of “Holocaust inversion” in the UK, using the example of the Liberal Democratic Party’s MP David Ward. Since 2010, the Liberal Democratic Party is a coalition partner of the British government under the Conservative Party’s leadership of Prime Minister David Cameron.

Political scientist Matthias Küntzel from Hamburg analyzed the failure of the international community to deal with the antisemitism of Mahmoud Ahmadinejad and the Iranian regime. Meir Litvak from Tel Aviv University also dealt with Iranian anti-Zionist antisemitism. However, Litvak also said that Iran is much more a rational country and not driven by Islamist messianism, as some might think. Esther Webman focused on aspects of the Arab antisemitic discourse, including Holocaust denial. Milton Shain from Cape Town, South Africa, focused on left-wing and Muslim anti-Zionist activism in the former apartheid state.

Historian Laurence Weinbaum from the World Jewish Congress (WJC) in Jerusalem spoke about Polish antisemitism in recent decades and the failure of Poland to deal with its involvement in the Shoah and with its own Jew-hatred before and after 1945. At the end of the day, though, the glass of water is rather “half full” and not “half empty,” Weinbaum said, given the fact that Poland is the first country of the former East Bloc that tries to deal emphatically with antisemitism and its own history, thanks in particular to the scholarship of Jan Tomasz Gross. Sarah Fainberg and Samuel Barnai dealt with Russian antisemitism and anti-Zionism, like far-right groups that embrace Nazi antisemitism and the “8. SS Division Florian Geyer” which has supporters among hardcore antisemitic (and anti-Western) groups in today’s Russia, as Barnai showed in his vibrant talk. Fainberg underlined that it is very difficult to take sides in the current crisis in Ukraine. For sure Russia has to be criticized for its policies, but Ukraine is not just a victim: the conflict is much more troubling. Particularly when it comes to antisemitism, this becomes obvious. In addition one could say: take Stepan Bandera statues and pro-OUN (Organization of Ukrainian Nationalists) propaganda during the uprising this year at the Maidan and in many parts of Ukraine as examples. Russian antisemitism and anti-Western ideology is also very troubling and not every Russian criticism of “fascist” tendencies and antisemitism in Ukraine is necessarily honest in nature, given similar tendencies in Russia which are not condemned by the Kremlin.

French philosopher Shmuel Trigano gave yet another proof of his deep insights in contemporary antisemitic tropes in philosophy, including post-modernism. Trigano frames contemporary antisemitism as disguised as “philosemitism,” which is in fact true. Remember Cotler’s focus on Holocaust remembrance and its abuse by anti-Zionists. Historian Dina Porat underlined the importance of the EUMC working definition of antisemitism. She knows that this was never a legal document. However, it is important, according to Porat, to have a document that states, for example, that comparisons of Israel to Nazi Germany are not criticism of Israel but antisemitism.

One of the highlights of the conference was for sure the talk by Indiana Professor emeritus in Jewish Studies, Alvin Rosenfeld. He dealt with the reactions – today we would say “shitstorm” – on his world-famous brochure “Progressive” Jewish Thought and the new antisemitism from 2006, published by the American Jewish Committee (AJC). In his monograph Rosenfeld analyzed Jewish anti-Zionist thought, including Jacqueline Rose, Michael Neumann and Tony Judt. The New York Times set the pace for the denunciation of Rosenfeld’s masterpiece. Several authors criticized terms and events that Rosenfeld did not even mention in his piece, like the “Iraq War” or terms like “liberals” or “the liberals.”

Finally, there was a small concert for the conference participants at the Botanical Garden at Hebrew University. The four Israeli Irish folk musicians, among them a kind of young Jerusalem version of Paul Simon, gave the participants a wonderful rest. The place was other-worldly, typical Jerusalem stones surrounded by trees and flowers. At some point, a bird joined the concert. Before, the visit of the head of the Catholic Church, Pope Francis I, in the Middle East, could not overshadow the fantastic experience at Mount Scopus.

The entire conference was just possible thanks to the support by the Knapp Foundation, New York, and Charles Knapp, who also gave a powerful greeting address at the very beginning of the event and thanked all participants at the very end of the gathering with an exceptional statement: we, the speakers, shall keep on doing our research the way we do it and the way he witnessed it. This would be like a “thank you” to him…

In addition, Felix and Daniel Posen were supporters of SICSA and the event. I was a happy Felix Posen Fellow of SICSA in 2003 and 2004, after having been a speaker at Robert’s first international conference as new head of SICSA in December 2002.

Many conference participants said that they are looking forward to the future work of the honoree. His focus on the “longest hatred” paved the way for many scholars in recent decades. People who know the current situation among research centers on antisemitism world-wide are aware of the fact that this is an exception from the rule. It was a privilege for all speakers and participants to share their views on antisemitism, anti-Judaism and the delegitimization of Israel with the historian of antisemitism of our time.

However, we have to be realistic. Future generations of scholars even in Israel are not necessarily very much involved in the study of antisemitism. Nor are they known for a vibrant Zionist approach… Time will tell what research in antisemitism will look like in the years to come. Perhaps this conference was the peak of an entire generation or even several generations of scholars in antisemitism, headed by Robert Solomon Wistrich.

(Backcover of the German edition of Robert S. Wistrich’s Muslim Antisemitism, Dec. 2011)

 

* Many thanks to Lesley for sharing these pics with me and for her encouragement; as ever, I would like to equally thank Leslie for her editing; finally and in addition, the support and encouragement in recent days by friends and colleagues from around the world was wonderful, thanks so much to Simon, Steffi, Elena, Peter, Thomas, Milton, Jonathan and Neil.

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Besuch in Amerika – plus Vortrag zu Critical Theory and Zionism

Kürzlich war ich in Amerika. Neben einem Besuch in New York City samt Schiffsreise zur Liberty Island

habe ich den Umzug meiner kleinen Privatbibliothek von YALE nach Berlin organisiert. Leichter gesagt als getan. Jedenfalls befinden sich nun alle Bücher auf hoher See in diesem Container (ohne Truck):

P1030968

Natürlich besuchten wir auch das einzigartige Restaurant mit Büchern im stilvoll gestalteten Innenraum, das Burger-Restaurant für Intellektuelle sozusagen, den “Educated Burgher” in New Haven, direkt neben der YALE University:

Der legendäre Educated Burgher in New Haven (YALE)

Sodann haben wir auch einen meiner Lieblingsplätze in Manhatten, direkt hinter der New York Public Library auf der 42. Straße gelegen, besucht – den Bryant Park:

Bryant Park, New York City, 42. Street

Bryant Park, New York City, 42. Street

Nebenbei hatte ich zudem die Möglichkeit, in midtown Manhattan einen Vortrag über Critical Theory and Zionism zu halten:

Heni Isgap Talk Announcement

 

Dr. Clemens Heni – Critical Theory and Zionism, March 27, 2014, New York City, ISGAP from BICSA on Vimeo.

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Invitation to my talk in New York City, March 27, 2014 – Critical Theory and Zionism

Critical Theory and Zionism

Lecture, New York, Manhattan, March 27, 12.30 PM

Dr. Clemens HeniBy Dr. Clemens Heni, political scientist, former Post-Doc at Yale (2008/09), currently director of The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA), most recently author of Antisemitism: A Specific Phenomenon (2013, in English), Critical Theory and Israel (2014, forthcoming, in German)

In his talk, the author will show the relationship of critical theory to Zionism and the Jewish state of Israel. Based on mostly German sources he analyzes the writings on Zionism by the founder of critical theory in 1937, Max Horkheimer, and his fellow theorists like Theodor W. Adorno, Erich Fromm, Herbert Marcuse, and Leo Loewenthal. What would Adorno have said about Judith Butler being awarded the Adorno Prize in 2012? What is the relationship of New York City to German-Jewish intellectuals and their take on Israel? Why did the leading scholar of the Frankfurt School promote Butler in New York City? Was critical theory anti-Israel? Or has critical theory become anti-Zionist? If so, why? This talk will provide answers to some of the most troubling questions in regard to critical theory, one of the leading schools of philosophy of the 20th century.

 At the Institute for the Study of Global Antisemitism and Policy (ISGAP)

All interested parties must RSVP prior to the seminar by contacting the ISGAP Coordinator, Jenny Pigott.
Email: jenny.pigott@isgap.org
Phone: (212) 230-1840

All seminar are located in the ISGAP Center.
165 East 56th St.
(on the corner of 56th St. and 3rd Ave.)
New York, NY 10022

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Mögen Sie Antisemitismus im Europaparlament, Herr Schulz?

Der italienische Abgeordnete im Europaparlament Gianni Vattimo hat im Januar 2014 ein Buch herausgegeben: “Deconstructing Zionism”. Diese jargonhafte Sprache des Dekonstruktivismus möchte sagen: “Zerstört Israel”. In seinem eigenen Beitrag in dem Buch spricht Vattimo vom “Genozid”, der “andauere”, in “Gaza und anderswo”. Für den Philosophen ist der ehemalige iranische Präsident Ahmadinejad ein Held. Vattimo möchte ein binationales Israel, keinen jüdischen Staat. Seine linke, antizionistische Attacke ist ein  Beispiel von europäischem Antisemitismus 2014.

Gestern schrieb ich in einem Text über Vattimo, dass er die europäische politische Kultur des zunehmenden, auch ordinären Antisemitismus repräsentiere und keinen Widerspruch von der philosophischen, kulturellen oder politischen Elite zu erwarten habe.

So hat auch heute, 12. Februar 2014, der Präsident des Europaparlaments Martin Schulz in seiner auch noch in deutscher Sprache (kann der Mann kein Englisch?) gehaltenen Rede in der Knesset nicht etwa europäischen Antisemitismus à la seines Kollegen Vattimo attackiert, vielmehr Juden vorgeworfen, Palästinensern angeblich  zu wenig Wasser zur Verfügung zu stellen und dergleichen Attacken mehr.

Martin Schulz sollte sich lieber um europäische Antisemiten im Europaparlament kümmern (Fraktion ALDE), die Juden einen “Genozid” an Palästinensern vorwerfen und Judith Butlers antiisraelische Ideologie im gleichen Buch publizieren, anstatt schlechte Reden zu halten.

 

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Kritik oder Lifestyle?

Es ist eine anstrengende, große und wichtige Aufgabe, einen bundesweiten Israelkongress zu organisieren. Es ist vor allem eine sehr gute Idee, so etwas zu tun, solange die Welt so antisemitisch und antiisraelisch ist, wie wir es seit Jahren erleben. War der Israelkongress am 10. November 2013 für eine solche pro-israelische Positionierung der richtige Rahmen?

Zuerst einmal ist für einen Intellektuellen die Aufteilung der Welt in „Laboratorien“ oder auch in „Labs“, wo dann schön getrennt Kapitalismus („Ökonomie“ oder neudeutsch „Business“), Religion, Kultur, Politik und „Lifestyle“ behandelt werden, so etwas wie eine Ohrfeige, eine Absage an Gesellschaftskritik, die ihren Untersuchungsgegenstand in seiner Totalität analysiert. Dafür gab es „Datteln für alle“, wie einer der ganz wenigen kritischen Kommentare zum Israelkongress in der „Hauptstadt“ bemerkte.

Es war der dritte Israelkongress, der diesmal nicht in Frankfurt am Main, vielmehr in Berlin stattfand. Es wurde gar nicht erwähnt, warum Frankfurt rechts oder links liegen gelassen wurde, dabei lag das u.a. an der Verleihung des Adorno-Preises an die anti-israelische Agitatorin Judith Butler im Jahr 2012 durch die Stadt Frankfurt. Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann, der die Entscheidung nicht selbst zu verantworten hatte, blieb gleichwohl – offiziell aus Termingründen, aber offenbar eher aus Protest – der Preisverleihung fern. Das ärgerte die auf die Israelhasserin stolzen Frankfurter aller Richtungen extrem und Feldmann geriet unter Druck. Und so sagte er jüngst sinngemäß, dass er sein Fernbleiben bei der Preisverleihung rückblickend anders sehe…

Wenn also ein Politiker einmal etwas Courage gegen Antisemitismus oder die Diffamierung Israels als Apartheidstaat zeigt, wird er prompt von allen Seiten zurück gepfiffen. Ähnlich verhielt es sich bei einem der ganz wenigen interessanten Momente im öffentlichen Leben der Kanzlerin, als diese sich am 2. Mai 2011 sichtlich erfreut über die Tötung Osama Bin Ladens zeigte, aber von ihrem Parteikollegen und Israelkongressteilnehmer Philipp Mißfelder und einer ganzen Phalanx der deutschen politischen, medialen und kulturellen Elite zurückgepfiffen wurde.

Mehrere auf dem Kongress vertretenen großen Parteienstiftungen (Adenauer, Ebert, Seidel und Böll) unterstützen auf die eine oder andere Weise auch anti-israelische oder antisemitisch agierende bzw. agitierende NGOs. Das wurde durch einen Bericht der bekannten Gruppe NGO Monitor aus Jerusalem unter der Leitung des Politologen Prof. Gerald Steinberg im Oktober 2013 bekannt. In diesem bahnbrechenden Bericht sieht man zudem wie lückenhaft die parteinahen Stiftungen sowie staatliche, kirchliche und weitere Einrichtungen über ihre nahöstlichen Aktivitäten berichten.[i] Es wird durch die empirische Forschung von NGO Monitor exemplarisch deutlich, dass häufig problematische NGOs Unterstützung erhalten. Eine solche NGO ist Miftah. Der Korrespondent aus Jerusalem, Ulrich Sahm, berichtete bereits im April 2013 über einen antisemitischen Artikel, der auf deren Homepage erschienen war und die mittelalterliche antijüdische Blood Libel propagierte. Sahm betonte auch die Unterstützung dieser NGO unter anderem durch die Konrad Adenauer Stiftung (KAS).

War es nun ein Zufall, dass Sahm, der mehrere Texte in der Hochglanzkonferenzbroschüre publizierte und häufig in Deutschland auftritt, auf der Konferenz nicht sprach, aber die KAS prominent und mit einem Stand vertreten war?

Warum meint ein Kongress sich mit politischen Stiftungen umgeben zu müssen, die doch allesamt dafür bekannt sind, wie die oben genannte Untersuchung von NGO Monitor dokumentiert, auch mit den Gegnern Israels auf die eine oder andere Weise zu kooperieren? Wer kann da ein Eintreten für Israel irgendwie ernst nehmen?

Hätte sich Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses, geweigert, eine sehr kraftvolle und gegen den deutschen Antisemitismus gerichtete Rede zu halten, wenn mehr kritische Köpfe, Gruppen oder Initiativen anwesend gewesen wären anstelle vieler geschwätziger bis peinlicher Christen, Politiker oder anderer merkwürdiger Gestalten?

Ein Kongressteilnehmer aus der ex-DDR raunte mir unvermittelt schon bei der bloßen Vorstellung einer der Diskutantinnen am Nachmittag, Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, zu, dass diese z.B. „Hakenkreuze auf jüdischen Grabsteinen“ doch übertrieben darstellen würde, „um mehr Geld für ihre Arbeit zu bekommen“. Dieser Mann sieht sich als Freund Israels und der Juden, er feierte dieses Jahr drei Wochen lang seinen 60ten Geburtstag in Israel, wie er versicherte. Tolle Freunde Israels! Vielen Gruppen, Vereinen, Firmen und Organisationen scheinen vor allem die Farben schwarz-rot-gold am Herzen zu liegen, und Israel dient als Vehikel um deutsch-nationale Symbolik sozusagen koscher zu liebkosen.

Antisemitismus hat in den letzten Jahren in teils extremer Form zugenommen. Graumann verwies vor allem auf die Agitation gegen die Beschneidung. Diese Hetze wurde bekanntlich nicht nur von der FAZ, vielmehr auch von marginalen, selbsternannten Israelfreunden aus abstrusen (und häufig zu Unrecht als ‚antideutsch‘ klassifizierten) Teilen der linken Szene unterstützt und angefeuert. Er sagte, dass diese unfassbar ordinäre, vulgäre und Juden sowie das Judentum diffamierende Debatte im Sommer 2012 Juden in Deutschland gezeigt habe, wie wichtig Israel gerade auch für die Juden in der Diaspora ist. Ein Zufluchtsort für alle Fälle! Wenn es je zu einem Verbot der Beschneidung kommen würde, wäre dies das definitive Ende jüdischen Lebens in Deutschland – und Israel die Rettung, so Graumann. Vor diesem Hintergrund ist es so unerträglich und perfide dass die linke Publikumszeitschrift Konkret in einem Artikel im Sommer 2013 das jüdische Rückkehrrecht als zentralen Bestandteil der Konzeption Israels als jüdischem Staat in Frage stellte.

Auf dem Israelkongress wurde dem DGB-Vorsitzenden und Vorsitzenden des Internationalen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, der Arno-Lustiger-Ehrenpreis verliehen. Sommer ist ein außerordentlich engagierter und kämpferischer Freund Israels, was auch in seiner Dankesrede deutlich wurde, wo er sich gegen Boykottaufrufe gegen israelische Waren aussprach und auch betonte, dass er innerhalb der Gewerkschaftsbewegung nicht selten konfrontativ den Israelfeinden begegnen muss. Doch sicherlich hätte Michael Sommer diesen bedeutenden Preis auch in Gegenwart von mehr pro-israelischen Wissenschaftlern, Intellektuellen, Linken, Liberalen, Gewerkschaftern und Ungläubigen und weniger deutschnationalen Christen oder äquidistanten Parteienvertretern oder Stiftungsfunktionären entgegen genommen. Auch das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus aus Berlin lädt immer wieder Politiker_innen ein und verspricht sich davon irgendwelche Resultate. Es geht immer um Floskeln und wohlfeile Worte. Analyse und Kritik, wissenschaftliche gar, ist selten willkommen.

Folklore, kochen und geschwätzig moderieren wird gegen Antisemitismus nichts ausrichten können, so gut das auch gemeint sein mag. Israelisch kochen muss niemand davon abhalten, gegen den jüdischen Staat Israel anderweitig aktiv zu sein. Kulturalismus versus Ideologiekritik? Primär muss es um eine Kritik der Forschung und der politischen Kultur gehen, ansonsten wird es darauf hinauslaufen, Parallelwelten zu haben, die am politischen Klima wenig bis gar nichts ändern werden.

Was dieses Land bzw. Europa und der Westen braucht sind Leute die öffentlich kritisieren, dass und warum dieses Land oder ganz konkrete einzelne Unternehmen etc. mit gefährlichen Regimen kooperieren oder warum seit Jahren problematische NGOs Steuergelder der deutschen Bundesregierung (via die Parteienstiftungen z.B.) und anderer deutscher Einrichtungen erhalten oder warum Zentren für Antisemitismusforschung und Jüdische Museen antiisraelische Redner oder den Antisemitismus diminuierende jungdeutsche Forscher einladen oder beschäftigen. Das Jüdische Museum geht soweit wie viele den Holocaust und die Vorgeschichte des Holocaust verharmlosende Ideologen und behauptet, den Muslimen von heute würde es durchaus so gehen wie den Juden in den 1930er Jahren während des Nationalsozialismus, so der Direktor dieses weltweit seit längerem in die Kritik geratenen Museums, Michael Blumenthal.

Diese Zentren, Museen, NGOs oder postkolonialen, multikulturalistischen, post- bzw. antizionistischen Events und Forscher_innen werden sich weder durch christliche Gebete, Start-Up-Unternehmen im Bereich Hirnforschung oder IT-Technologie und auch nicht durch köstlichen Matsch aus dem Toten Meer oder Rotwein von den Golanhöhen irritieren lassen. Eine Kritik gerade der Aktivitäten des Jüdischen Museums Berlin, das pars pro toto für das gesamte links-deutsche kulturelle Establishment in der BRD steht, wäre enorm wichtig gewesen auf einem pro-israelischen Kongress.

Besonders abstoßend war das Auftreten von evangelikalen Missionaren im Umfeld des „Marsch des Lebens“, der von der Tübinger Offensiven Stadtmission (TOS) 2007 initiiert wurde. Die TOS schreibt über sich selbst: „Die TOS bekennt sich zu Gott, dem Vater, zu Jesus Christus, dem Sohn Gottes als Retter und Herrn der Welt, und zum Heiligen Geist.“ Diese zwischen Lachhaftigkeit und Antijudaismus oszillierende Ideologie, die den Holocaust in seinen unerträglichen „Märschen fürs Leben“ benutzt um christliche „Gnade“, „Versöhnung“, ja „Heilung“ und „Jesus Christus“ als Herr und Retter zu propagieren, wurde wie selbstverständlich auf dem Israelkongress und der Kongressbroschüre promotet und goutiert.

Es braucht weiterhin einen Raum, wo die wissenschaftliche und politische Analyse und Kritik des Antisemitismus bundesweit ein Forum bekommt.



[i] Es wurden folgende Stiftungen und Einrichtungen bezüglich ihrer Unterstützung von NGOs in Israel bzw. den Gebieten der Palästinensischen Autonomiebehörde untersucht:

Political Foundations:

 

Rosa Luxemburg Stiftung

Heinrich Böll Stiftung

Friedrich Ebert Stiftung

Willy Brandt Center Jerusalem

Friedrich-Naumann-Stiftung (FNF)

Konrad Adenauer Stiftung

Hans-Seidel-Stiftung

 

Independent Development NGOs

 

Medico International

 

Church organizations

 

Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst

MISEREOR

 

Governmental organizations

 

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ)

Erinnerung, Verantwortung, Zukunft (EVZ) Remembrance, Responsibility and Future

Institute for Foreign Cultural Relations (IFA).”

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Antisemitism in UK Academia

JSA banner

In October 2013, the first issue of the fifth volume of the Journal for the Study of Antisemitism (JSA) was released. Im it, you find my article about Antisemitism in UK Academia.  You find the article here. Among others, I deal with the following scholars:

- Arnold Toynbee
- Dave Rich
- Jacqueline Rose
- David Feldman
- Zygmunt Bauman
- Steven Beller
- Tony Judt
- Timothy Garton Ash
- David Cesarani
- Eric Hobsbawn
- Robert Fine
- Gurminder K. Bhambra
- Donald Bloxham
- David Seymour

 

My conclusion?

 

The Jihadist attacks in London on July 7, 2005, did not at all change the minds of most British academics in the humanities and social sciences. Instead of analyzing Islamist antisemitism, anti-Western ideology, terrorism, and Jihad, denial of the Iranian threat as well as of Islamist antisemitism and Islamism as a whole is prevailing.

The strange increase in research centers, consortiums, and events regarding antisemitism are indicating a hijacking of serious scholarship by newcomers who have no interest in analyzing antisemitism; instead, the obfuscation or affirmation of antisemitic tropes is prevalent, often based on post-colonial and post-Orientalist ideology (following Edward Said), Holocaust distortion, and anti-Zionism or post-Zionism.

 

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Banalisierung des Bösen: Hannah-Arendt-Preis für die Trivialisierung des Holocaust 2013

Banalisierung des Bösen: Hannah-Arendt-Preis für die Trivialisierung des Holocaust 2013

Von Dr. Clemens Heni, Direktor, The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA)

 

Am 22. August 2013 gab die Senatsverwaltung der Freien Hansestadt Bremen bekannt, dass der von ihr gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung ausgelobte Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken an den 1969 geborenen amerikanischen Historiker Timothy Snyder geht. Snyder ist weltweit bekannt geworden durch sein 2010 veröffentlichtes Buch Bloodlands, mit dem er die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust neu zu schreiben versucht. Die Bremer Senatsverwaltung schreibt:

 

In seinem Buch „Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin“ habe Snyder, so urteilte die Jury, ein vergessenes und verdrängtes Kapitel der europäischen Geschichte aufgeschlagen, über das Europa über ein halbes Jahrhundert nach dem Geschehen noch immer uneins sei. Es ist die Frage, wie das Ineinandergreifen des deutschen Genozids an den europäischen Juden, an der polnischen Elite sowie an anderen „slawischen Völkern“ und die Stalinsche Politik der Hungersnöte sowie der Vernichtung ganzer ethnischer und sozialer Gruppen zu beurteilen sei – und wie das Geschehen in die europäische Gedächtniskultur eingehen könne. „Unabhängig von den Kontroversen unter Historikern und politischen Denkern, die das Buch und sein Autor ausgelöst haben, berührt Snyder substantielle Fragen, die den Kern des europäischen Vereinigungsprojekts betreffen“ , so die Jury. Snyders streitbare historische Analyse trage damit zu einer neuen öffentlichen Debatte um die politische Gestalt Europas bei.

Die Jury für diesen Preis setzt sich wie folgt zusammen: Prof. Antonia Grunenberg (Berlin/Oldenburg), Dr. Otto Kallscheuer (Sassari/Berlin), Marie Luise Knott (Berlin), Dr. Willfried Maier (Hamburg), Prof. Karol Sauerland (Warschau), Joscha Schmierer (Berlin), Prof. Christina Thürmer-Rohr (Berlin).[i]

 

Timothy Snyder

Das Elend und die Antiquiertheit der Studie Snyders wird schon im Vorwort von Bloodlands unumwunden deutlich; geradezu lapidar spricht er davon, dass die “meisten deutschen Juden, die Hitler 1933 die Wahlen gewinnen sahen, eines natürlichen Todes starben”:

Hitler was an anti-Semitic politician in a country with a small Jewish community. Jews were fewer than one percent of the German population when Hitler became chancellor in 1933, and about one quarter of one percent by the beginning of the Second World War. During the first six years of Hitler’s rule, German Jews were allowed (in humiliating and impoverishing circumstances) to emigrate. Most of the German Jews who saw Hitler win elections in 1933 died of natural causes.[ii]

Wenn die meisten deutschen Juden, die 1933 in Deutschland lebten, gar nicht ermordet wurden, warum dann diese ‚enorme Erinnerungskultur an die Shoah‘, möchte der Nachwuchshistoriker insinuieren. Mehr noch: Jeder dieser soeben zitierten Sätze aus Bloodlands benennt Hitler. Diese Obsession Snyders mit der sog. Great Man Theory von Mitte des 19. Jahrhunderts ist auffällig und zeigt, dass er wissenschaftsgeschichtlich nicht auf der Höhe der Zeit ist.

 

Heute wird nicht mehr nach ‚großen Männern der Geschichte‘ geforscht, vielmehr nach strukturellen Beziehungen, nach ideologischen, alltäglichen, kulturellen oder religiösen und vielen anderen Spezifika und Entwicklungen. Bezüglich des Zweiten Weltkriegs wird ganz entgegen Synder seit Jahren in der Forschung ein Schwerpunkt auf die einzelnen Täter gelegt, auf Einheiten der Wehrmacht, der Schutzstaffel (SS, Waffen-SS), des Sicherheitsdienstes (SD), der Polizeibataillone etc.

 

Doch schockierend an diesem zentralen Satz aus Snyders Buch Bloodlands ist die Eiseskälte mit welcher er über die deutschen Juden schreibt. Für ihn geht es nicht darum, dass sich die deutschen Juden nicht vorstellen konnten, in Eisenbahnwaggons gepfercht, tagelang transportiert und dann an der Rampe selektiert und in Gaskammern vernichtet zu werden. Pogrome waren aus der Geschichte des Judenhasses seit Jahrhunderten bekannt. Doch der Zivilisationsbruch, den Auschwitz darstellt, war präzedenzlos, ohne Vergleich in der Geschichte. Für Snyder alles kein Problem, er geht über das Schicksal der deutschen Juden hinweg, machten sie doch für ihn geradezu läppische 0,25 Prozent der deutschen Bevölkerung 1939 aus. Für einen Mann der großen Zahlen, für einen, der mit 14,5 Millionen Toten jongliert und rot und braun ganz kategorial gleichsetzt, sind so wenige Menschen, 165.000 deutsche Juden, so gut wie nichts.

 

Entgegen aller wissenschaftlichen und historischen Kenntnis behauptet Snyder sodann, der Zweite Weltkrieg habe am 1. September „with friendship between Nazi Germany and the Soviet Union”[iii] begonnen. Er leugnet also die Alleinverantwortung der Deutschen und des Nationalsozialismus für den Beginn des schrecklichsten Krieges in der Geschichte der Menschheit. Da klatschen nicht nur die NPD und die autonomen Nationalisten, auch in nationalistischen Kreisen in Osteuropa wie in Litauen, wo Synder gern gesehener staatsoffizieller Gast ist, wird gejubelt.

 

Der litauische Außenminister (li.) und Timothy Snyder im Mai 2012

Der Historiker der Yale University, die schon bessere Zeiten gesehen hat, hat sich kaum neue oder unbekannte Quellen angeschaut. Er setzt vielmehr Bekanntes völlig neu zusammen und erfindet ein Gebiet, das zwischen den baltischen Staaten und der Ukraine auf der Nord-Süd-Achse sowie zwischen Polen und dem westlichen Russland (also vor allem Weißrussland und Ukraine) auf der West-Ost-Achse liegt: Bloodlands. Snyder geht es um folgende Verbrechen[iv]:

  • Hungersnot in der Ukraine 1932/33: 3 Millionen Tote.
  • Stalins Großer Terror 1937/38: 700.000 Tote
  • Tötungen von Polen durch Nazis und Sowjets 1939–1941: 200.000 Tote
  • Von den Nazis hervorgerufener Hunger 1941–1944: 4,2 Millionen Tote
  • Racheaktionen der Nazis: 700.000 Tote
  • Von den Nazis ermordete Juden: 5,4 Millionen

 

Insgesamt spricht der Historiker von ca. 14,5 Millionen Toten in diesem imaginären „Bloodland“.

Dabei fällt jeder Holocausthistorikerin und jedem Holocausthistoriker schon der Name Bloodlands (=Blutländer, oder blutende Länder) als völlig abwegig auf, da die Vernichtung in den Vernichtungslagern der Deutschen im SS-Staat schon sprachlich derealisiert wird: Treblinka, Sobibor, Chelmno, Majdanek, Belzec, Auschwitz-Birkenau stehen für die industrielle Vernichtung der europäischen Juden, für Vergasungen und gerade nicht für ein blutiges Schlachtfeld. Die blutige Vernichtung der Juden in den Wäldern und Feldern im Osten ist ebenso seit Jahrzehnten analysiert, nicht zuletzt von Daniel J. Goldhagen im Jahr 1996 in dessen Dissertation an der Harvard University über Hitler’s Willing Executioners.

Der Historiker Efraim Zuroff, Leiter des Jerusalemer Büros des Simon Wiesenthal Centers (SWC), kommentierte die Entscheidung der Senatsverwaltung von Bremen und der Heinrich-Böll-Stiftung im persönlichen Gespräch mit dem Autor sarkastisch als „exzellente Wahl“. Damit werde ein „Wissenschaftler, der die lokale Kollaboration mit den Nazis in Osteuropa herunterspielt“ einen Preis erhalten, „der nach einer Wissenschaftlerin benannt ist, die ihre osteuropäischen Brüder und Schwestern verachtete“, osteuropäische Juden, die „von genau diesen begeisterten lokalen Nazikollaborateuren ermordet wurden“:

What an excellent choice! The scholar who downplayed local collaboration with the Nazis in Eastern Europe will receive a prize named for a scholar who despised her Eastern European brethren who in many cases were murdered by those same zealous local Nazi collaborators. How fitting.[v]

Der Historiker Thomas Kühne von der Clark University (Massachusetts) stellt Snyder in Beziehung zur extremen Rechten und zur deutschen Geschichtspolitik seit Nolte.[vi] Kühne zeigt, dass Snyder bezüglich der geschichtswissenschaftlichen Forschung nicht up to date ist, wenn er sich primär auf ‚große Männer‘ bezieht:

Notwithstanding decades of research that has shown that major parts of all ranks of the Wehrmacht willingly and voluntarily joined in genocidal warfare, Bloodlands presents the German army as a mere tool n Hitler’s hands, as if the soldiers had no choices.[vii]

Der Leipziger Historiker Dan Diner kritisiert Snyder und stellt heraus, dass unterm Stalinismus jeder zu “dem anderen” gemacht werden konnte, während der Nationalsozialismus die Juden als den Feind bestimmte, rassisch gedacht.[viii] Dieser Unterschied ist einer ums Ganze.

Der Historiker Dan Michman von der israelischen Holocaustgedenkstätte Yad Vashem kritisiert Snyder ähnlich scharf.[ix] Der Historiker Kenneth Waltzer von der Michigan State University meint, dass Snyder den nationalsozialistischen Antisemitismus herunterspielt und damit den Kern der deutschen Volksgemeinschaft verfehlt.[x]

Timothy Snyders Infamität und Abwehr der Präzedenzlosigkeit des Holocaust geht soweit, dass er der westlichen Welt gleichsam vorwirft, nur deshalb Auschwitz und die Shoah zu erinnern, weil in Auschwitz die ‚bourgeoisen‘ Juden ermordet worden seien, die kapitalistischen und nicht die armen osteuropäischen:

The metonym of anonymity is of course Auschwitz, which Adorno once thought should prevent us from writing and presumably from citing poetry, and Diner faults me for underestimating. The gas chambers of Auschwitz-Birkenau become widely known precisely because, unlike most important German killing sites, they were associated with a labour camp which Jews and others survived. Auschwitz is where Jews from (in Cold War terms) Western countries were killed, and thus Auschwitz was preserved as a memory during the Cold War. It helped that victims of Auschwitz were more likely to be bourgeois and thus suitable targets of comfortable identification, much more so, say, than Yiddish-speaking Jewish workers from Poland or Russian speaking Soviet Jews. But Auschwitz is in numerical terms only a fraction of the horror: five sixths of the Holocaust happened elsewhere, and, crucially, earlier.[xi]

Der englische Historiker Richard Evans, bekannt durch seine Kritik an Ernst Nolte und seiner Analyse des Historikerstreits[xii], ist schockiert über Snyders Bloodlands[xiii]. Neben der Kritik an vielen kleineren handwerklichen Mängeln in der Studie kommt Evans zum Kern: die Banalisierung des Holocaust. Die spezifische antijüdische Dimension der Shoah kommt nicht vor, weder die Demütigung und das Quälen der Juden vor ihrer Ermordung noch die ideologische Dimension, dass für die Deutschen im Nationalsozialismus die Juden der „Weltfeind“ waren und nicht die Slawen oder andere.[xiv]

Eine der bislang umfangreichsten und detailliertesten Kritiken an Timothy Snyders Bloodlands hat der Historiker Jürgen Zarusky vom Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in München publiziert, die mittlerweile auch in polnischer und russischer Sprache vorliegt.[xv] Wie die Historiker Jörg Baberowski und Anselm Doering-Manteuffel würde Snyder behaupten, dass sowohl Hitler als auch Stalin “kollektive”, “ethnisch” definierte “Feinde” eliminiert hätten.[xvi] Dabei hatten weder die ukrainische Hungersnot 1932/33[xvii] noch der Große Terror[xviii] unter Stalin eine essentialistisch ethnische Dimension und selbst der Stalinsche Antisemitismus unterschied sich vom Rassen-Antisemitismus im NS.

Viel Freude bei offenen wie klammheimlichen Sympathisanten von Vertriebenenideologie sowie bei Mitgliedern von Vertriebenenverbänden sowie der Vorsitzenden des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach, dürfte Snyders Agitation gegen die Sowjetunion und ihre Verbündeten nach sich ziehen, wenn Snyder die Vertreibung von Deutschen nach Ende des SS-Staates als „ethnische Säuberung“ und Teil von Stalins vermeintlichem „ethnischem Modell“ erklärt.[xix] Die Deutschen als Opfer in einem Buch über den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust: das liegt im Trend, der Zeitgeist ruft.

Das Herunterspielen des Antisemitismus ist der Kernpunkt des Buches von Bloodlands. Zarusky zeigt, dass für Snyder der Holocaust nur eine Reaktion Hitlers auf den verloren geglaubten Krieg gegen die Sowjetunion spät im Jahr 1941 gewesen sei.[xx] Diesen schwerwiegenden analytischen Fehler Snyders analysiert Zarusky, wonach es lediglich einen Wechsel der Feindbilder der Nazis gegeben habe, weg von den Slawen (UdSSR, Polen etc.) und hin zu den Juden.

Doch genau dieser Geschichtsrevisionismus kommt in Deutschland, beim Bremer Senat und der Heinrich-Böll-Stiftung an.

2005 erhielt die damalige lettische Präsidentin Freiberga den Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken. In ihrer Dankesrede erwähnte sie mit keinem Wort den Holocaust, was der Historiker Jürgen Zarusky 2012 wie folgt einordnete:

 Das ersparte ihr auch die Erwähnung der Tatsache, daß von den 66.000 lettischen Juden die zur Zeit der deutschen Besatzung ermordet wurden, 15.000 Opfer des Erschießungskommandos des lettischen Polizeioffiziers Viktor Arajs wurden. [xxi]

1997 hatte der heutige Bundespräsident Joachim Gauck diesen Hannah-Arendt-Preis erhalten.

Alles passt ‚wunderbar‘ zusammen und wurde 2007 – wen wundert’s? – durch  Antizionismus als Element des Hannah-Arendt-Preises für politisches Denken ergänzt, denn mit Tony Judt wurde ein Historiker geehrt, der auf brachiale Weise antiisraelisch agitierte und 2003 schrieb, dass „Israel schlecht für die Juden sei“[xxii]. Es ließen sich weitere antizionistische Texte zitieren, in denen Judt  z.B. auf den Israelhasser und ‚Postorientalisten‘ Edward Said rekurrierte. Snyder war ein sehr enger Freund von Judt, was die Jury aus Bremen im Jahr 2013 bemerkte.

Es gibt eine ‚wunderbare‘ Bebilderung dieser Hannah-Arendt-Preis-Posse. Bundespräsident Gauck, Preisträger und Super-GAUck, erhob Anfang Juli 2013 mit süffisantem Lächeln die Rot=Braun-These in symbolischer Politik zur Normalität: Mit dem estnischen Präsidenten Toomas Hendrik posierte er vor einem revisionistischen Denkmal im „Museum der Besatzung“ in Estlands Hauptstadt Tallin. Hinter ihnen ein Tor, dessen einer Pfeiler einen roten Stern ziert (und somit alles „Linke“ oder „Rote“ und nicht ‚nur‘ die Sowjetunion, was schlimm genug wäre), den anderen Pfeiler schmückt das Hakenkreuz. Das ist die Ikonografie des Geschichtsrevisionismus der Mitte der europäischen Gesellschaften. Ernst Nolte ist längst Mainstream.

Timothy Snyder hätte hier sicher auch gerne dabei gestanden. Der nun 90jährige Ernst Nolte würde anerkennend nicken und kann zufrieden auf seinen letztendlichen Sieg im Historikerstreit blicken.

 



[i]               Mitglieder des Vorstandes des Vereins Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken e.V. sind: Prof. Antonia Grunenberg, Peter Rüdel, Ole Sören Schulz, Prof. Eva Senghaas-Knobloch.

[ii]              Timothy Snyder (2010): Bloodlands. Europe between Hitler and Stalin, New York: Basic Books, viii-ix.

[iii]             Timothy Snyder (2010a): Echoes from the killing fields of the east. The second world war is often seen through western allies’ eyes. But the real geopolitics – and worst atrocities – scarred the east, 28. September 2010, http://
www.guardian.co.uk/commentisfree/cifamerica/2010/sep/27/secondworldwar-poland (eingesehen am 10. Juni 2012).

[iv]             Siehe dazu die Analyse und Kritik an Timothy Snyders Bloodlands von Dovid Katz (2011): Review Article. Detonation of the Holocaust in 1941: A Tale of two Books, East European Jewish Affairs, Jg. 41, Nr. 3, 207–221.

[v]              Efraim Zuroff in einer E-Mail vom 22. Mai 2013.

[vi]             Thomas Kühne (2012): Great Men and Large. Numbers: Undertheorising a History of Mass Killing, Contemporary European History, Jg. 21, Nr. 2, 133–143, 134–135.

[vii]            Kühne 2012, 138.

[viii]           Dan Diner (2012): Topography of Interpretation: Reviewing Timothy Snyder’s Bloodlands, Contemporary European History, Jg. 21, Nr. 2, 125–131, 130.

[ix]             Dan Michman (2012): Bloodlands and the Holocaust: Some Reflections on Terminology, Conceptualization and their Consequences, Manuskript [wurde im Journal of Modern European History, 2012, publiziert]; Danke an Dan Michman, der mir seinen Artikel vor der Veröffentlichung zukommen ließ.

[x]              Kenneth Waltzer (2011): Review of Timothy Snyder, Bloodlands, Holocaust Studies: A Journal of Culture and History, 188–194, 192, online at http://defendinghistory.com/wp-content/uploads/2012/02/Kenneth-Waltzers-Review-of-Snyders-Bloodlands-in-Holocaust-Studies.pdf (visited June 19, 2012).

[xi]             Timothy Snyder (2012): The Causes for the Holocaust, Contemporary European History, Jg. 21, Nr. 2, 149–168, 154–155.

[xii] Richard Evans (1989): In Hitler’s Shadow. West German Historians and the Attempt to Escape from the Nazi Past, London: I.B. Tauris & Co. Ltd. Publishers; Richard Evans (1991): Im Schatten Hitlers? Historikerstreit und Vergangenheitsbewältigung in der Bundesrepublik, Frankfurt: Suhrkamp; Richard Evans (2000): Expert Report by Professor Richard Evans. Irving VS. (1) Lipstadt and (2) Penguin Books. Expert Witness Report by Richard J. Evans FBS, http://www.phdn.org/negation/irving/EvansReport.pdf (visited October 10, 2012)

[xiii]           Richard Evans (2010): Who remembers the Poles. Review of Bloodlands. Europe between Hitler and Stalin, by Timothy Snyder, London Review of Books, 4. November 2010, 21–22.

[xiv]           Evans 2010, 22.

[xv]            Jürgen Zarusky (2012): Timothy Snyders „Bloodlands“. Kritische Anmerkungen zur Konstruktion einer Geschichtslandschaft, Vierteljahreshefte für Zeit­geschichte, Jg. 60, Nr. 1, 1–31. „Krovavye zemli“ Timoti Snajdera: Kritičeskie zamečanija i k konstruirovaniju istoričeskogo landšafta [= russische, leicht gekürzte Version des Aufsatzes „Timothy Snyders ‚Bloodlands‘. Kritische Anmerkungen zur Konstruktion einer Geschichtslandschaft, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 60 (2012), S. 1–31.], erschienen am 03.02.2013 auf der Internetplattform „Uroki istorii“ von „Memorial“, http://urokiistorii.ru/media/book/51683; „Skrwawione ziemie“ Timothy Snydera. Krytyczne uwagi na temat konstrukcji krajobrazu historycznego [= polnische Version des Aufsatzes „Timothy Snyders ‚Bloodlands‘. Kritische Anmerkungen zur Konstruktion einer Geschichtslandschaft, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 60 (2012), S. 1-31.], in: „Studia Litteraria et Historica”. Pismo Instytutu Slawistyki Polskiej Akademii Nauk, 1/2012, S. 1–32, http://www.slh.edu.pl/content/skrwawione-ziemie-timothy-snydera.

[xvi]           Zarusky 2012, 2–5.

[xvii]          Zarusky 2012, 6.

[xviii]         Zarusky 2012, 10.

[xix]           Zarusky 2012, 13.

[xx]            Zarusky 2012, 21.

[xxi]           Jürgen Zarusky (2012a): Europäische Erinnerungskonflikte um den deutsch-sowjetischen Krieg – geschichtspolitische Spannungsfelder nach 70 Jahren, in: Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte, 16. Jg., Heft 1, 45–73, hier S. 65.

[xxii]          Tony Judt (2003): Israel: The Alternative, 23. Oktober 2003, http://www.
nybooks.com/articles/archives/2003/oct/23/israel-the-alternative/ (eingesehen am 23. Mai 2012)

 

 

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