„Ausgerechnet” – Christian Wulff, die „deutsche Kultur“ und der Holocaust

Bundespräsident Christian W. ist nicht nur einer der aggressivsten Telefon-Anrufbeantworter-Vollquatscher, er hat nicht nur ein gestörtes Verhältnis zur Pressefreiheit und ist nicht nur mit einigen der peinlichsten High-Society-Leuten und dubiosen Ex-Sprechern seiner selbst befreundet, er hat auch mit die angesagtesten, sprich: schlechtesten Redenschreiber der Nation.

Am 20. Januar 2012 sprach Wulff im „Haus der Wannsee-Konferenz – Gedenk- und Bildungsstätte“ in Berlin und sagte Folgendes:

„Dieser Mord an den europäischen Juden und der Versuch der Vernichtung ihrer Kultur bedeutet die niedrigste Stufe, auf die deutsche Kultur je sinken konnte. Vernichtet werden sollten ausgerechnet die Juden, denen unsere Kultur so viel verdankte, und für die der Name des vertriebenen Billy Wilder nur als ein Beispiel Zehntausender Kulturschaffender steht.“

Ausgerechnet! Wie konnten die Deutschen sich selbst so schaden, will der Präsident sagen. Implizit sagt Wulff damit, dass die deutsche Kultur zuvor super gewesen sei (auch ‚Dank‘ der Juden in Deutschland oder deutschen Landen). Man denke an das christliche Mittelalter, an die Luthersche Reformation, an das Bild des „Ewigen Juden“ „Ahasverus“, wie es seit 1602 in deutschen Landen auch schriftlich fixiert wurde, später denke man an Achim von Arnim, Friedrich Ludwig Jahn oder die Christlich-Deutsche Tischgesellschaft von Anfang des 19. Jahrhunderts, an das Wartburgfest 1817 mit seiner antisemitischen und antifranzösischen Bücherverbrennung, an Richard Wagners „Das Judentum in der Musik“ von 1850 und an die alljährlichen Wagnerfestspiele in Bayreuth, zu denen nicht nur Angela Merkel, sondern auch Thomas Gottschalk und das deutsche Establishment hin pilgern. Deutsche Kultur eben.

Wulff hat sich zwei Tage zuvor, am 18. Januar 2012, mit dem Holocaustleugner und Antisemiten Mahmoud Abbas (Abu Mazen), dem Präsidenten der „Palästinensischen Autonomiebehörde“ in Berlin getroffen, obwohl doch Abbas die letzten Monate keinen Hehl daraus gemacht hat, dass er weder Israel als jüdischen Staat, noch Juden in einem möglichen ‚palästinensischen‘ (sprich: zweiten arabisch-jordanischen) Staat dulden bzw. anerkennen wird.


„Ausgerechnet“ die deutschen Juden sollten ermordet werden, sagt Wulff. Die Abgründigkeit seiner Rede ist ihm sicher gar nicht bewusst, wo soll er auch die Fähigkeit zu Reflexion her haben? Sich von einer reichen Freundin Geld leihen ist das eine, sich hässliche Einfamilienhäuser leisten das gleiche, doch sich die Fähigkeit zur Reflexion und zum kritischen Denken aneignen braucht es doch etwas ganz Anderes.

Und was ist mit den geladenen Historikern und den Vertreterinnen und Vertretern der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und all den anderen Ehrengästen, die Wulff andächtig lauschten, war er doch der erste Präsident, der seit 20 Jahren wieder in jenem Haus am Wannsee sprach?

Ausgerechnet. Die meisten europäischen Juden lebten vor dem Holocaust in Osteuropa, in Polen, Ungarn und der Sowjetunion. Die meisten der sechs Millionen vergasten, erschossenen, zu Tode geprügelten, verhungerten, massakrierten und zerfetzten Juden kamen aus Osteuropa. Auch viele Juden Frankreichs, Hollands, Belgiens, Griechenlands, Jugoslawiens und anderer Ländern wurden penibel erfasst, gesucht, gejagt, deportiert und ermordet, wie auch die deutschen Juden.

Implizit sagt Christian W., dass es besonders schade sei, dass Deutschland sich Filmemacher wie den jüdischen Billy Wilder als Opfer aussuchte. Das Perfide, nicht in Worte zu fassende dieser Art von Selektion in der Rede von Wulff fällt kaum jemandem auf. Die jüdische Arbeiterin, der jüdische Bäcker oder jüdische Kinder – trugen die für Wulff auch etwas zur ‚deutschen Kultur‘ bei oder ist es nicht so schlimm, dass auch sie ermordet wurden, fügte doch deren Tod Deutschland keinen ‚Verlust‘ an ‚kulturellen Werten‘ zu?
Der Präsident differenziert implizit, mit dem brutalen Wörtchen ‚ausgerechnet‘, dass nicht die Gaskammern von Auschwitz, die Vernichtungslager Sobibor und Chelmno oder die Massaker in Babi Yar und in den litauischen Wäldern wie die Shoah insgesamt das Unaussprechliche sind.
Nein, betont werden müsse, dass es so hoch gebildete und für die „deutsche Kultur“ eigentlich wertvolle Menschen wie die deutschen Juden (zumindest manche von ihnen, nach dieser ‚Logik‘) getroffen habe.

Die Menschenverachtung und die sich judenfreundlich gebende Ideologie, die aus diesem Wörtchen „ausgerechnet“ sprechen, sind un-fassbar.

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Robert S. Wistrich – Muslimischer Antisemitismus. Eine aktuelle Gefahr

Sehr geehrte Damen und Herren,

das neue Buch von Robert S. Wistrich ist jetzt lieferbar:

Robert S. Wistrich.  Muslimischer Antisemitismus. Eine aktuelle Gefahr

ISBN 978-3-9814548-1-9, 161 Seiten, Softcover, 21 cm x 12,8 cm,

28 Abbildungen, 14, 90 € (D)

“Die Political Correctness spielt ihre ganz eigene, den Westen lähmende Rolle, sobald ein Wissenschaftler oder Journalist versucht sich mit einem beliebigen Aspekt des Islam zu befassen. Selbst die fürchterlichsten Taten derer, die ohne zu zögern unschuldige Zivilisten im Namen des Jihad gegen die „Feinde des Islam“ opferten, führten zu zweideutigen und zögerlichen westlichen Reaktionen, wenn es darum ging, die involvierten Doktrinen des Islam zu kritisieren. Der Krieg gegen Al-Qaida wurde von den Präsidenten Bush und Obama sinnentleert als ein „Krieg gegen den Terror“ bezeichnet, um eine Beleidigung des Islam als Religion zu vermeiden – dabei wurde doch der Islam aus politischen Gründen bereits von den Jihadisten gekapert.”

Prof. Dr. Robert S. Wistrich (Jg. 1945) ist Professor für moderne europäische Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem. Er ist Autor von 17 Büchern und einer der weltweit bekanntesten Antisemitismusforscher. Seine preisgekrönten Bücher sind in 18 Sprachen übersetzt, 2010 veröffentlichte er die derzeit umfangreichste und umfassendste Geschichte des Antisemitismus, “A Lethal Obsession“.

Das Buch enthält eine Einführung in das Werk des Historikers Robert S. Wistrich sowie erstmals eine Bibliografie seiner Schriften seit 1973.

Bestellbar (versandkostenfrei!) direkt beim Verlag – editioncritic@email.de -, bei Amazon oder in jedem Buchladen.

Mit freundlichen Grüßen,
Edition Critic

 

Robert S. Wistrich: Muslimischer Antisemitismus

Robert S. Wistrich.  Muslimischer Antisemitismus. Eine aktuelle Gefahr

ISBN 978-3-9814548-1-9, 161 Seiten, Softcover, 21 cm x 12,8 cm,

28 Abbildungen, 14, 90 € (D)

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Ist eine “undifferenzierte” Neuseelandkritik OK? – Eine Kritik des Berichts des „Expertenkreises Antisemitismus”“

 

Ist eine “undifferenzierte” Neuseelandkritik OK? - 

Eine Kritik des Berichts des „Expertenkreises Antisemitismus“

Von Dr. Clemens Heni, Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA)

Knapp siebzig Jahre nach der Reichspogromnacht beschloss der Deutsche Bundestag am 4. November 2008 die Bundesregierung darum zu bitten, „Antisemitismus verstärkt weiter zu bekämpfen und jüdisches Leben in Deutschland zu fördern“.

Mit den Stimmen aller Fraktionen wurde als Teil dieses Beschlusses die Einrichtung eines vom Ministerium des Innern betreuten „unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus” vereinbart, der regelmäßig über Antisemitismus in Deutschland berichten soll.

Schon rund elf Monate nach Verabschiedung des Bundestagsbeschlusses nahmen die Experten unter der späteren Leitung von Dr. Juliane Wetzel (ab November 2010, zuvor war Martin Salm einer der Leiter), Historikerin und Kunsthistorikerin an der TU Berlin, und des Historikers Professor Peter Longerich, University of London, die Arbeit auf. Die Mitglieder des „unabhängigen Expertenkreises“ sind in alphabetischer Reihenfolge:

■ Aycan Demirel, Mitbegründer und Leiter der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus,Berlin

■ Dr. Olaf Farschid, Islamwissenschaftler und wissenschaftlicher Referent bei der Senatsverwaltung für Inneres, Berlin

■ Elke Gryglewski, Haus der Wannseekonferenz, Berlin

■ Prof. Dr. Johannes Heil, Leiter der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg

■ Prof. Dr. Peter Longerich, University of London,Holocaust Research Center

■ Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Politikwissenschaftler und Soziologe an der Fachhochschule des Bundes, Brühl

■ Dr. Martin Salm, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ), Berlin (Ende 2010 aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden)

■ Prof. Dr. Julius H. Schoeps, Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäischjüdische Studien, Potsdam

■ Dr. Wahied Wahdat-Hagh, Senior Research Fellow bei der „European Foundation for Democracy“ in Brüssel

■ Dr. Juliane Wetzel, wissenschaftliche Angestellte am Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin“

Nun liegt nach weiteren zwei Jahren der erste Bericht des „Expertenkreises“ vor, der zu dem Schluss kommt, dass Antisemitismus in Deutschland zwar kein Randgruppenphänomen sei, aber:

 „In Deutschland bestehen auf den unterschiedlichen Ebenen von Staat und Gesellschaft gute Voraussetzungen für eine aktive Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen. Es muss künftig um die Optimierung und den abgestimmten Ausbau beziehungsweise die Ergänzung vorhandener Strukturen gehen.“

Im Folgenden wird an vier Punkten eine erste Kritik an diesem Bericht formuliert.

1) Problematische Grundannahmen über heutigen Antisemitismus

Was sagt der „Expertenkreis“ zu Antisemitismus? Der Bericht postuliert gleich zu Beginn:

„Nicht jede einseitige oder undifferenzierte Kritik an Israel ist jedoch antisemitisch.“

Aha, das ist neu. Zwar ist meines Erachtens „Israelkritik“ wie auch „Neuseelandkritik“ oder „Venezuelakritik“ grundsätzlich möglich, aber doch eigentlich nur differenzierte Kritik. Wer würde „undifferenziert“ Neuseeland oder Venezuela kritisieren wollen?

In dem Bericht des „Expertenkreises“ wird stattdessen „undifferenzierte“ „Kritik an Israel“ (Neuseelandkritik oder Venezuelakritik werden natürlich nicht erwähnt, da es diese Begriffe gar nicht gibt) als irgendwie ‚koscher‘ betrachtet und dem Ressentiment gegen den Judenstaat Tür und Tor geöffnet. Das hört sich an wie eine Handlungsanleitung für die ARD-Tagesschau oder für Spiegel-Online: „undifferenzierte Kritik an Israel“ kann völlig OK sein, so die Experten. Angeblich kein Hauch von Antisemitismus.

Daher gibt es in dem Bericht auch keine Analyse z.B. der Israelberichterstattung in deutschen Medien wie Spiegel-Online oder der Tagesschau. Weiter schreibt der Bericht:

„Rechtsextremistische Organisationen sind aus historischen und ideologischen Gründen nach wie vor der bedeutsamste politische Träger des Antisemitismus.“

Nun: Dem Rechtsextremismus werden laut Bericht und Verfassungsschutz „26.000 Anhänger“ zugerechnet. Hier sei ein Blick in die offiziellen Zahlen alleine bezüglich des organisierten (!) Islamismus geworfen. Demnach haben islamistische Organisationen in Deutschland weit mehr Mitglieder, nämlich „36.270“ (Stand: 2009), wie der weltweit erste und vom Thinktank American Foreign Policy Council in Washington D.C. herausgegebene World Almanac of Islamism im Juli 2011 in seinem Abschnitt zu Deutschland schreibt.

Da könnte man bereits stutzig werden, wenn der Bericht der Experten vollmundig behauptet, schon aus „historischen und ideologischen Gründen“ seien „rechtsextremistische Organisationen“ „der bedeutendste Träger des Antisemitismus“, denn empirisch sieht es womöglich ganz anders aus. Wenn aber die Wirklichkeit althergebrachte Vorurteile über die Irrelevanz islamistischer und extremistischer Muslime erschüttert? Was tun? Leugnen, abwiegeln und den Blick wo anders drauf richten, scheint das Motto der Experten zu sein, die das mit „historischen und ideologischen Gründen“ untermauern.

Wenn also Organisationen wie die türkische Milli Görüs in Deutschland mehr Mitglieder hat (28.000) als alle rechtsextremen Parteien, Vereinigungen, Gruppen und Organisationen zusammen, wie glaubwürdig ist dann so ein Befund? Wie der Politikwissenschaftler Dr. Johannes Kandel in seiner Anfang 2011 publizierten Studie „Islamismus in Deutschland“ nachweist, ist der Antisemitismus gerade bei der islamistischen Organisation Milli Görüs ein zentraler Aspekt. Kandel ist seit 1999 Referatsleiter der Berliner Akademiegespräche/Interkultureller Dialog in der Politischen Akademie der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin und ein bundesweit bekannter wissenschaftlicher Kritiker des Islamismus und Antisemitismus. Doch der Experten-Bericht zitiert ihn kein einziges Mal. So als sei das ein läppischer Annex wird in dem Bericht zwar der Antisemitismus u.a. bei Milli Görüs thematisiert, ohne diese Erkenntnisse jedoch einzubetten in eine Analyse des antisemitischen Gefahrenpotentials in Deutschland generell, speziell bei Muslimen. Die seit Anfang 2011 bekannten Erkenntnisse des Forscherkollegen Kandel werden ignoriert. Da die abgelegensten und teils (vor allem für den Untersuchungsgegenstand) unbedeutenden Studien und Texte zu Antisemitismus in dem Bericht aufgeführt werden, aber aktuelle Forschung häufig komplett ignoriert wird, ist das ein schwerwiegender und ebenso offenkundiger wissenschaftlicher Fehler (siehe unten). Die Studie von Kandel findet sich nämlich in so gut wie jedem gut sortierten Buchladen.

Apodiktisch setzt der Bericht: die Gefahr des Antisemitismus stehe primär und grundsätzlich rechts. Dabei leugnet ja niemand ernsthaft die Gefahr, die von den Rechten ausgeht, doch sie ist marginal, wenn man nur die Rechten anschaut. Über die „Salonfähigkeit der Neuen Rechten. ‚Nationale Identität‘, Antisemitismus und Antiamerikanismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1970 – 2005: Henning Eichberg als Exempel“ habe ich promoviert. Doch es wäre naiv, wenig wissenschaftlich und politisch problematisch nur die Rechten als Gefahr zu sehen. Sie sind es nur begrenzt bzw. viele ihrer Ideologeme sind längst in den Mainstream diffundiert, sind salonfähig geworden. Der Antisemitismus findet sich also seit vielen Jahren im Mainstream, bei Linken, Liberalen und Islamisten, und dazu auch bei den Rechten, doch letzteres überrascht ja nun wirklich niemanden.

In dem Bericht werden immer wieder mal Internetquellen zitiert, die zuletzt 2002 oder 2003 eingesehen wurden, sprich: da verwerten die „Experten“ ihr veraltetes Material einfach noch einmal, ohne für diesen Bericht erneut und aktuell zu recherchieren.

Für den Bericht vertrauten die „Experten“ nicht ihrem „Expertenwissen“ und haben sich vier „Expertisen“ von fünf ‚noch besseren Experten‘ anfertigen lassen, von Werner Bergmann („Antisemitismus in Deutschland“, Berlin 2010“), Albert Scherr („Verbreitung von Stereotypen über Juden und antisemitischer Vorurteile in der evangelischen Kirche, Freiburg 2011“), Mathias Blum („Katholische Kirche und Antisemitismus, Berlin 2011“) und Andreas Zick/Beate Küpper („Antisemitische Mentalitäten. Bericht über Ergebnisse des Forschungsprojekts Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Deutschland und Europa, Universität Bielefeld 2010/11“).

Ein breiteres Blickfeld ergab sich dadurch nicht, denn es wurde z.B. keine Expertise zu muslimischem Antisemitismus angefragt. Dafür aber zu evangelischem und katholischem Antisemitismus und zum äußerst problematischen und den Antisemitismus relativierenden Konzept „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ (GMF), demzufolge Antisemitismus so etwas wie die „Abwertung von Langzeitarbeitslosen“ oder so etwas wie „Islamophobie“ sei, um nur zwei der mittlerweile 10 Kategorien für diese GMF zu benennen. Diese Auswahl von vier Expertisen des gleichen Spektrums ist voreingenommen und lässt keine vom Mainstream der Wissenschaft abweichende Meinung zu.

Bergmann ist sicher ein typisch deutscher Forscher zu Antisemitismus und besonders als Autor einer „Expertise“ zu heutigem Antisemitismus für den Bericht des „Expertenkreises“ geeignet; der Publizist Henryk M. Broder kommentiert:

 „Der Soziologe Werner Bergmann, Professor am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin, schreibt in einem kürzlich erschienenen Beitrag für eine wissenschaftliche Publikation:

«Im historischen Vergleich mit der Zeit vor 1945, aber auch mit den letzten 60 Jahren in Deutschland oder den meisten anderen europäischen Ländern, war Antisemitismus gesamtgesellschaftlich wohl selten so sehr an den Rand gedrängt wie heute.»

Das ist zweifellos richtig. Verglichen mit der Zeit vor 1945, geht es den Juden in Deutschland richtig gut. Sie müssen keinen gelben Stern tragen und nicht befürchten, deportiert zu werden; sie können sich ihren Sitzplatz im Zug selbst aussuchen.“

2) Herangezogene Literatur und Wissenschaftlichkeit der Studie

Besonders auffallend sind die Leerstellen in dem Bericht bei der zitierten Literatur. Manche Platzhirsche werden mit sehr vielen Werken zitiert, völlig egal wie unbedeutend sie für die Analyse des heutigen Antisemitismus (in Deutschland) sein mögen. Einige internationale Forscher werden zitiert (wie Esti Webman, das Stephen Roth Institute oder Dina Porat), aber der weltweit bedeutendste, mehrfach preisgekrönte und auch in Deutschland sehr bekannte Forscher zu Antisemitismus, Prof. Robert S. Wistrich, Leiter des Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism (SICSA) und Professor für europäische und jüdische Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem, taucht nicht auf. Dabei wird z.B. Webman mit einem älteren Text (von 1998) über die Hamas und Hizballah rezipiert – ein Thema, das Wistrich (auch) in seiner umfassenden Studie „A Lethal Obsession“ von 2010 ebenso behandelt und in die gesamte Geschichte des Antisemitismus einbettet. Dieses Buch und die gesamte Forschung von Wistrich in einem solchen Bericht zu ignorieren wäre so, als ob jemand eine „Geschichte der Physik in den Jahren 1900–1925“ schreiben würde, ohne Albert Einstein auch nur zu erwähnen.

Weitere nicht nur in Deutschland bekannte Wissenschaftler und Kritiker des (muslimischen) Antisemitismus werden völlig ignoriert, keiner von ihnen wird zitiert (in alphabetischer Reihenfolge): Clemens Heni, Jeffrey Herf, Johannes Kandel, Necla Kelek, Matthias Küntzel, Richard Landes, Klaus-Michael Mallmann/Martin Cüppers, Daniel Pipes, Bassam Tibi, um nur einige zu nennen.

Auch viele bekannte Journalisten wie Richard Herzinger oder Clemens Wergin, sowie Blogs werden nicht zitiert (gleichwohl wird auf Facebook und das „Social Web“ sehr wohl Bezug genommen), obgleich sich dort häufig hervorragende und wichtige Kritik am Antisemitismus findet (Beispiele sind LizasWelt.net, tw24.net, SpiritofEntebbe, Achgut.com, haolam.de, juedische.at oder z.B. auch honestlyconcerned.info etc.). Andere Internetquellen werden hingegen sehr wohl herangezogen, sprich: Der Expertenkreis weiß, dass es das World Wide Web gibt, scheut jedoch die Auseinandersetzung mit Seiten, die sich kritisch mit dem (muslimischen, linken, rechten, elitären, gesamtgesellschaftlichen, etc.) Antisemitismus befassen.

Eine wichtige Kritik am heutigem Antisemitismus und der Genese des arabischen und muslimischen Antisemitismus ist sicherlich die Studie „Jihad und Judenhass“ von Matthias Küntzel aus dem Jahr 2002. Küntzel hat auch 2002 die wohl erste (Teil-) Übersetzung ins Deutsche der antisemitischen Charta der Hamas publiziert.

Doch wie wird stattdessen in dem Bericht des BMI die Charta der Hamas rezipiert? Über ein Buch der antiisraelischen Hetzerin und Arafat-Freundin Helga Baumgarten.

Auch sonst fällt bei der rezipierten Literatur auf, dass hier keine „unabhängigen“ Forscher am Werk waren, sondern Promotingagenturen (Demirel, Heil oder Longerich zitierten ihre Leute, Wetzel die ihren, Schoeps wieder andere etc. etc.). An einem breiten kritischen Überblick über den Stand der Forschung zu Antisemitismus (in Deutschland) haben sie kein Interesse und die Bundesregierung demnach auch nicht. Die ausgewählte Literatur wirkt so, als habe es ein Casting gegeben: wer Antisemitismus beschreibt oder herunter spielt, passt – wer hingegen analysiert und luzide Kritik übt und auf internationalem Niveau agiert und die enorm große Gefahr des heutigen Antisemitismus betont, passt nicht.

Die Nichtthematisierung der Versäumnisse und die Fehlgriffe der eigenen Wissenschaftszunft sind darum eigentlich nicht verwunderlich. Dennoch sei erwähnt, dass im „Handbuch des Antisemitismus“, Band 2/1 „Personen“, 2009 (herausgegeben von Wolfgang Benz), Katajun Amirpur das Märchen vom „Übersetzungsfehler“ bezüglich der Rede des iranischen Präsidenten Ahmadinejad über die Vernichtung Israels noch einmal verbreiten durfte. In dem Bericht des BMI wird Ahmadinejad zwar richtig zitiert, aber was bringt das, wenn die junge (mittlerweile) Professorin Amirpur und das ZfA-Handbuch nicht (selbstkritisch) erwähnt werden? Im Gegenteil taucht wenige Fußnoten nach dem Ahmadinejad-Zitat in dem Bericht der Hinweis auf jenes Handbuch des Antisemitismus auf und Benz bleibt ein unangefochtener ‚Held der Forschung‘.

Ähnlich verhält es sich mit der Analyse von islamistischem Antisemitismus in Deutschland. Zwar wird z.B. das antisemitisch-islamistische Portal „Muslim Markt“ in dem Bericht kritisiert, doch die Unterstützung für Muslim-Markt durch eben jenen ehemaligen Leiter des ZfA Wolfgang Benz (dessen langjährige, von 1991–2011, Kollegin Juliane Wetzel eine der beiden Sprecherinnen des „Expertenkreises“ ist), der den Antisemiten im November 2010 ein sehr freundliches Interview gab, wird verschwiegen.

Es bleibt der fade Beigeschmack, dass wesentliche Forscher, die öffentlich bekannt sind für ihre Kritik am Antisemitismus (in Deutschland) und die Kritik am Iran oder am gepflegten deutsch-iranischen Verhältnis üben, gezielt nicht beachtet werden. Mit Steuergeldern bezahlte Forschung zeigt somit der Öffentlichkeit ein ziemlich unausgewogenes, schiefes und falsches Bild über den Stand der Forschung, gerade auch zum Thema des muslimischen Antisemitismus, der deutsch-iranischen Beziehungen oder der deutschen Islamforschung zum Antisemitismus.

Eklatant ist ebenso die Literaturauswahl und Fokussierung bei der Abhandlung der proisraelischen „Antideutschen“ im BMI-Bericht. Jene werden als tendenziell gewalttätig dargestellt und über agitatorische Texte rezipiert und dabei kommentarlos Bücher z.B. des problematischen Unrast-Verlages aus Münster zitiert. Mehr noch: bei der Darstellung des links-autonomen, antiimperialistischen Antisemitismus schreibt der Bericht ernsthaft:

 „Als bekanntes Beispiel dafür steht eine Parole, die Mitte der 1980er-Jahre von Autonomen auf ein besetztes Haus in der Hamburger Hafenstraße gemalt wurde: „Boykottiert ‚Israel‘. Waren, Kibbuzim + Strände. Palästina – das Volk wird dich befreien [...]“. Folgende Gesichtspunkte sprechen möglicherweise für einen antisemitischen Hintergrund: Das Existenzrecht Israels wird mit den Anführungszeichen in Zweifel gezogen, die Boykottforderung erinnert an die NS Parole „Kauft nicht bei Juden“, und die Anrufung des Volkes offenbart nationalistische Prägungen.“

Dieser linke Antisemitismus, der für einen Israelboykott agitierte, spreche also nur „möglicherweise für einen antisemitischen Hintergrund“. „Möglicherweise“! Man muss sich bei solchen Worten vergegenwärtigen, dass 10 Experten, darunter renommierte Professoren und wissenschaftliche Angestellte mit jahrzehntelanger Erfahrung, diesen Bericht geschrieben haben.

Weiter heißt es bezüglich der „Antideutschen“ und ihrer Kritik am antiimperialistischen und autonomen Antisemitismus und dem Islamfaschismus, der en passant auch thematisiert wird, aber als Begriff im gesamten Bericht gar nicht auftaucht:

 „Deshalb stehen die „Antideutschen“ eindeutig auf der Seite Israels und sehen in den islamistischen und nationalistischen Gegnern Israels die fortschrittsfeindliche und reaktionäre Verkörperung eines neuen Antisemitismus und Faschismus im Nahen Osten. Da die Mehrheit des Linksextremismus eine antiisraelische und proarabische Grundposition im Sinne des Antiimperialismus vertritt, musste es notwendigerweise zu heftigen Debatten und Vorwürfen kommen. Letztere gipfelten darin, dass die „Antideutschen“ den „Antiimperialisten“ eine judenfeindliche Ausrichtung vorwarfen. Unter dem Deckmantel von „Antizionismus“ und „Israelkritik“ offenbare sich nach dieser Lesart ein „neuer Antisemitismus“. Damit wurde die antiimperialistische Mehrheit von der antideutschen Minderheit zumindest indirekt in die Nähe des „Faschismus“ gerückt, was im linksextremistischen Lager zu einer Konflikteskalation bis hin zur Gewaltanwendung führte. Die inflationäre Verwendung des Antisemitismusvorwurfs spielte dabei eine bedeutende Rolle: Die „Antideutschen“ erklärten nahezu jedes Abweichen von einer unbedingten Solidarität mit Israel für einen Ausdruck von Antisemitismus, womit aber die eigentlichen ideologischen Gründe für die Einstellung der „Antiimperialisten“ verkannt wurden.“

Wie schön und wissenschaftlich, dass die Experten die „eigentlichen Gründe“ der „Antiimperialisten“ kennen – womöglich aus eigener Erfahrung? Jedenfalls wird hier die Analyse des Islamfaschismus, wie er sich historisch z.B. im Judenhass des Großmufti von Jerusalem, Muhammad Amin al-Husaini, zeigte, der von den Nationalsozialisten finanziell unterstützt wurde, im Radio im faschistischen Italien und in Deutschland Propaganda machte und aktiv am Holocaust beteiligt war, und gegenwärtig insbesondere in der Ideologie des Iran, der Hamas, der Hezballah und vieler Imame und Autoren (wie auch deutsch-türkischer Internetuser, die zu Hunderten im Mai/Juni 2010 Pro-Holocaust Statements auf Facebook posteten), die einen Vernichtungsantisemitismus gegen Israel und die Juden propagieren, sich zeigt, einfach nur abgewehrt. Es könne so etwas wie einen „neuen Antisemitismus und Faschismus im Nahen Osten“ demnach gar nicht geben, nur böse, proisraelische „Antideutsche“ würden davon reden. In der Forschung zum Islamfaschismus sieht es jedoch ganz anders aus, es ehrt die Antideutschen geradezu, in welcher Galerie sie auftauchen: bereits der Holocaustüberlebende Simon Wiesenthal sprach 1947 von der Nähe des Großmufti zu den Nazis bzw. den Achsenmächten, später und bis heute haben sich auch Nahost-, Islam- und Antisemitismusforscher wie Manfred Halpern (in den 1960er Jahren), Walter Laqueur, Daniel Pipes, Martin Kramer, Josef Joffe, Robert S. Wistrich und andere mit dem Islamfaschismus kritisch beschäftigt. Kein Wort davon in dem Expertenbericht, der die internationale Forschung einfach ignoriert.

Antiimperialistische Israelfeinde werden hingegen vor (antideutscher) Kritik in Schutz genommen, da es eine „inflationäre Verwendung des Antisemitismusvorwurfs“ gebe – eine Formulierung, die an Martin Walser, Jürgen W. Möllemann oder Martin Hohmann erinnert, von denen sich die Autoren doch so gern abgrenzen wollen.

Fazit: Kein einziger der Experten scheint sich mit der jahrzehntealten internationalen Diskussion über den Islamfaschismus auszukennen. Eher werden Ressentiments gegen in Deutschland hörbare Kritiker des Islamfaschismus generiert und mit Steuergeldern verbreitet.

3) Schweigen zu den deutsch-iranischen Beziehungen

Während der Bericht den Antisemitismus im Iran analysiert und kritisiert, verliert er kein einziges Wort über die auch in Deutschland hörbare öffentliche Kritik am iranischen Antisemitismus, der durch die deutsche Wirtschaft, Kultur und Politik massiv unterstützt wird. Kein einziger Text beispielsweise von Benjamin Weinthal, einem international bekannten Journalisten, der u.a. als Korrespondent der Jerusalem Post in Deutschland arbeitet, oder anderer hörbarer und mitunter erfolgreicher NGO-Gruppen, die die deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen scharf kritisieren, wie Stopthebomb, Réalité EU, das Simon Wiesenthal Zentrum, The Israel Project werden erwähnt. Das Thema wird komplett negiert. Dabei sind die politisch-ökonomisch-kulturellen Beziehungen zum Iran zwar weltweit ein Topthema, nicht jedoch für die deutschen Experten der Bundesregierung. Möglicherweise meint der Expertenbericht, der Antisemitismus werde beim Dialog mit dem antisemitischen iranischen Regime nur „bedingt“ gefördert, wie bei der Imagination, das offensichtliche Schulhof-Schimpfwort „Jude“ sei „bedingt“ antisemitisch, weil allermeist nicht direkt ein Jude direkt angesprochen sei, wie der Bericht schreibt.

4) Der Bericht verharmlost den Antisemitismus in Deutschland

Bevor ich mich dem Resümee des Berichts widme, sei noch eine weitere Leerstelle erwähnt. Der Bericht verliert kein Wort zu einer weiteren europäischen Zukunftsform des Antisemitismus, wie er sich in der „Prager Erklärung“ von 2008 wieder findet, in der der „Kommunismus“ und der „Nationalsozialismus“ auf eine Ebene gestellt werden, der Holocaustgedenktag 27. Januar zugunsten des 23. August (1939), als der Hitler-Stalin-Pakt geschlossen wurde, als gesamteuropäischem Gedenktag de facto abgeschafft werden soll. Mit verantwortlich dafür: der ehemalige Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck. So etwas kann in der ebenfalls unerwähnten traditionsreichen Vierteljahreszeitschrift TRIBÜNE nachgelesen werden. Weite Teile der internationalen Diskussion über sekundären Antisemitismus, Holocaust-Trivialisierung und antisemitische Vergleiche der Shoah mit den unterschiedlichsten historischen und gegenwärtigen Phänomenen, wie sie z.B. der Antisemitismusforscher Dr. Manfred Gerstenfeld vom Jerusalem Center for Public Affairs (JCPA) oder ich selbst seit Jahren untersuchen, werden in dem Bericht der Bundesregierung ausgeblendet.

Das Resümee ist bezeichnend für den ganzen Bericht des „Expertenkreises“:

 „Eindeutig hat dieser Bericht das rechtsextremistische Lager als nach wie vor wichtigsten Träger des Antisemitismus in Deutschland benannt. Dieser Befund wird insbesondere durch die Tatsache unterstrichen, dass mehr als 90 Prozent aller antisemitischen Straftaten durch Täter begangen werden, die dem rechten Spektrum zugeordnet werden.“

Sind denn deutsch-iranische Wirtschaftsbeziehungen generell, wie auch die (mögliche) Lieferung von Material, das im Zweifelsfall für eine Atombombe direkt oder indirekt benötigt wird, nicht Ausdruck von Antisemitismus, wenn man die Holocaustleugnung und die Vernichtungsdrohungen des iranischen Regimes ernst nimmt und nicht nur deskriptiv darstellt wie in dem Bericht?

Es gab in der Geschichte der Bundesrepublik keine einzige große (mit mehren Tausend Teilnehmern) Neonazi-Demo, auf der lautstark „Tötet die Juden“ gerufen wurde. Zudem wurde von den zumeist muslimischen und arabischen Antisemiten auf den Demos „Tod, Tod Israel“, „Kindermörder Israel“, „Juden raus aus Palästina“, „Jude, Jude feiges Schwein“ gerufen. Im Januar 2009 gab es solche von muslimischen Organisationen durchgeführte und von ganz normalen deutschen Muslimen und anderen antiisraelischen Hetzern besuchten Demos jedoch sogar gleichzeitig in verschiedenen Städten in Deutschland (u.a. in Berlin, Duisburg, Frankfurt am Main). Die Demonstrations-Ordner von „Milli Görüs“ waren entzückt, als die Polizei (!) in Duisburg der Hetze der Masse nachgab und die Wohnung von Studenten stürmte und zwei Israelfahnen konfiszierte.

Sind die oben zitierten Zehntausende Muslime demnach kein Ausdruck von muslimischem Antisemitismus? Vielmehr werden solche Demonstrationen geradezu lapidar erwähnt, ohne sie für sich genommen einzuordnen:

 „Einschlägige Reaktionen auf Demonstrationen zum Al-Quds-Tag, zum Libanonkrieg 2006 oder zum Gazakrieg 2009 zeigen, dass dieser Ideologietransfer nicht allein zu mobilisieren vermag, sondern dass die antisemitischen Deutungsmuster der Islamisten komplexe politische Sachverhalte erklären und sich hier insbesondere bei arabisch- und türkischstämmigen Jugendlichen verfestigen.“

Ganz ähnlich verhält es sich mit der sog. Gaza-Flottille und dem Schiff Mavi Marmara. Es wird zwar die Berichterstattung türkischer Zeitungen in Deutschland dargestellt, aber kein Wort zur sonstigen Berichterstattung oder zum skandalösen Bundestagsbeschluss vom 1. Juli 2010 verloren.

Dann wird der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, als angeblich großer Kritiker des Islamismus und Antisemitismus vorgestellt, weil er sich zurecht gegen den türkischen antisemitischen Hetzfilm „Tal der Wölfe – Irak“ wandte. Gleichzeitig liest man natürlich nichts zu  einem problematischen Text von Özdemir vom 27. Mai 2011 in der FAZ, in dem er der Agitation gegen Henryk M. Broder und Ralph Giordano des FAZ-Feuilleton-Chefs Patrick Bahners ganz grundsätzlich zustimmt. Bahners hatte die Kritik von Broder und Giordano am antisemitischen Islamismus mit der antisemitischen Hetze von Heinrich von Treitschke („Die Juden sind unser Unglück“) auf eine Stufe gestellt.

Der Bericht der „Experten“ resümiert:

 „Offen ist in diesem Bericht hingegen die Frage geblieben, ob und inwieweit der von extremistischen Islamisten auch in Deutschland propagierte islamistische Antisemitismus unter den hier lebenden Muslimen verbreitet ist. Angesichts fehlender empirischer Untersuchungen ist damit eine genauere Gefahrenabschätzung zurzeit nicht möglich und bleibt als wichtige Aufgabe künftiger Forschungen bestehen.“

Muslime also dürfen solche antisemitischen Parolen rufen und werden nicht einmal in die Statistik aufgenommen, denn sonst würde niemals herauskommen, dass 90% der antisemitischen Straftaten von Rechtsextremen begangen würden. Und offener Aufruf zum Mord an Juden ist eine Straftat, auch wenn die Polizei und der Staatsschutz (Verfassungsschutz) weghören oder/und keine Ermittlungen aufnehmen. Man sieht: Statistiken sind unseriös und haben mit kritischer empirischer Forschung und analytischer Einordnung häufig rein gar nichts zu tun.

Es sei also laut dem Bericht des Expertenkreises „offen“, ob (!) es in Deutschland überhaupt von Muslimen verbreiteten „islamistischen Antisemitismus“ gebe, der zudem nur von „extremistischen Islamisten“ verbreitet würde. Aufgrund der erwähnten antisemitischen Massendemonstrationen alleine von Januar 2009 ein groteskes „ob“.

Was sind darüber hinaus eigentlich „extremistische Islamisten“? Etwas anderes offenbar als ‚normale‘ Islamisten. Dabei ist Islamismus bereits eine antisemitische, zudem natürlich die Scharia predigende Ideologie. Das Adjektiv „extremistisch“ behauptet, es könne auch ‚moderate‘ oder ‚harmlose‘ Islamisten gebe: das ist eine Chimäre.

Kein Wunder, dass in dem Bericht auch nur angepasste, unkritische Islamwissenschaftler wie Gudrun Krämer, Michael Kiefer oder Götz Nordbruch herangezogen werden und jede Kritik an den Leerstellen und problematischen Positionen der deutschen Islamforschung (wie sie z.B. in meiner Studie Schadenfreude. Islamforschung und Antisemitismus in Deutschland nach 9/11, publiziert im August 2011, zu finden ist) unerwähnt bleibt.

In obigem Zitat stellen die „hier lebenden Muslime“ geradezu einen Gegensatz dar, der per se keine Schnittmenge mit „extremistischen Islamisten“ aufweisen könne. Wie passt dies jedoch mit den bereits erwähnten gut 37.000 bekannten und organisierten Islamisten zusammen? Sind das keine Muslime? Alle islamistischen Organisationen fördern und verbreiten Antisemitismus, in unterschiedlichem Maße (Hezballah, Hamas, die Muslimbrüder, die Islamischen Zentren (Iran-hörig), die türkische Milli Görüs, al-Qaida-Ableger und andere).

Die zurecht gut beobachteten Neonazi-Demonstrationen würden sich aus Angst vor Strafverfolgung kaum trauen dermaßen offen aggressiv antisemitisch zu agieren. Vor allem werden Neonazis von der Presse kaum so geduldet oder verniedlicht, wie das bezüglich linker oder muslimischer Israel- und Judenfeinde oft der Fall ist.

Eine große Leerstelle in dem ganzen Bericht ist die Verharmlosung des Antisemitismus in der öffentlichen wie wissenschaftlichen Debatte in den letzten Jahren. Vor allem deutsche Journalisten und Forscher sind dabei Teil des Problems. Kritik an antisemitischen Muslimen ist nicht willkommen. Maßgeblich für die Abwehr jedweder substantiellen Kritik am islamistischen Antisemitismus und für das Propagieren der Rede von der fantasierten „Islamophobie“ sind hingegen federführende deutsche Antisemitismusforscher. Es ist kein Zufall, dass die oben aufgeführten internationalen Forscher, die sich trauen Kritik am islamistischen Antisemitismus zu üben, diffamiert werden. Dafür mit verantwortlich ist die Expertin Juliane Wetzel, die wie ihr langjähriger Chef Wolfgang Benz, der Kollege Werner Bergmann und alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) der Technischen Universität Berlin (TU)

– wie die bezahlte Mitarbeiterin an dem Bericht der „Experten“: „Seit März 2010 arbeitet Frau Dr. Miriam Bistrovic als „Freie Mitarbeiterin des Expertenkreises“, um die Koordinatoren zu unterstützen, Rechercheaufträge der Experten zu erledigen, organisatorische Fragen zu klären und die Koordination des Berichts zu terminieren“ –

seit Dezember 2008 mit ihrer Tagung „Feindbild Muslim – Feindbild Jude“ dafür sorgen, dass Kritik am islamistischen Antisemitismus diffamiert wird und Kritiker des Antisemitismus als „Hetzer mit Parallelen“, „Panikmacher“ oder „Aufklärungsfundamentalisten“ bezeichnet werden.

Da eine Lehrbeauftragte des ZfA, Frau Bistrovic, als einzige (bezahlte) Freie Mitarbeiterin den Bericht offenbar zusammengestellt bzw. koordiniert hat, kommt dem ZfA bei all den Mängeln (wie der Literaturauswahl und den thematischen Blickwinkeln) in dem Bericht eine herausgehobene Stellung zu. Doch verantwortlich sind natürlich alle Experten, Einrichtungen und Organisationen, die für diesen Bericht mit ihrem Namen einstehen.

Der Bericht arbeitet an vielen Stellen unkritisch und bezieht sich nicht auf den aktuellen Stand der nationalen wie internationalen Forschung zu Antisemitismus, Islamismus und Deutschland.

Auch all die antizionistischen, Israel gezielt falsch darstellenden und den arabischen und muslimischen Judenhass derealisierenden deutschen Medien kommen kaum vor; dabei ist für den als „Israelkritik“ getätschelten antizionistischen Antisemitismus die Berichterstattung von ARD (TV und Radio), ZDF, den anderen TV-Anstalten sowie Medien wie die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Rundschau, die FAZ, die taz, Die Zeit, Spiegel (Online), die Welt, der Tagesspiegel etc. etc. zentral. Doch lediglich die Junge Welt, ein tatsächlich besonders krasses, aber auch marginales antisemitisches Hetzblatt, wird als Beispiel für heutigen Antisemitismus namentlich kritisiert.

Darüber hinaus wird z.B. ausgerechnet eine Arbeit über Medien und Judenbild herangezogen, die 1989 endet, aktuelle Studien (wie Dissertationen) über Antisemitismus in der politischen Kultur in Deutschland bis 2005 werden hingegen ignoriert (und das obwohl solche Studien in der ausgewählten Bibliothek des Zentrums für Antisemitismus (ZfA) stehen).

Der Bericht schweigt zu dem antiisraelischen Bundestagsbeschluss vom 1. Juli 2010, mit dem sich fraktionsübergreifend alle Parteien erstmals gegen Israel stellten, während die Teilnahme von zwei Bundestagsabgeordneten an der „Gaza-Flottille“, die eine selbst von den Vereinten Nationen als rechtmäßig eingeschätzte Seeblockade Gazas brechen wollte, hingegen goutiert wurde. Das Verbreiten antisemitischer Propaganda auf deutschen Buchmessen wird erwähnt, aber die noch viel gefährlicheren deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen bleiben außen vor.

Vor diesem Hintergrund ist der Bericht nicht nur politisch höchst fragwürdig, auch wissenschaftlich weist er bereits bei einem ersten genaueren Blick eklatante Mängel auf. Weder werden deutsche Politiker, Unternehmer oder Theaterleute und ihr Kooperieren mit dem islamistischen Regime aus Teheran kritisiert, noch werden die Wissenschaft wie die Islamforschung, Nahostforschung und auch Antisemitismusforschung und ihr Versagen bei der Kritik des Islamismus und Antisemitismus vor allem seit dem 11. September 2001 untersucht. Wichtige Forschungsliteratur aus USA, Israel, Deutschland und anderen Ländern wird schlicht ignoriert. Es erweckt den Eindruck, dass der Bericht keine genuine Forschungsleistung unabhängiger Forscher ist, vielmehr hat er den Charakter einer heutzutage immer beliebter werdenden Auftragsarbeit, hier des Deutschen Bundestags und der Deutschen Bundesregierung.

Bleibt die Frage: Wird es eines Tages auch einen kritischen Bericht zu Antisemitismus geben? Einen, der die kritische nationale wie internationale Forschung einbezieht, zudem selbstkritisch und reflektiert Deutschland und seine politischen Aktivisten (solange sie keine Rechtsextremen sind), Politiker, Elite, Forscher, Medien, Großunternehmer, Aktionäre und Mittelständler etc. nicht a priori entlastet?

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Das neue, alte ZfA: Die Obsession für schiefe Vergleiche

 

Das neue, alte ZfA:
Die Obsession für schiefe Vergleiche

 

Von Dr. Clemens Heni (The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA) )

Geht es den Muslimen heute so wie den Juden Anfang des 19. Jahrhunderts? Das meint die neue Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA), die Historikerin Stefanie Schüler-Springorum. Bevor diese These etwas näher untersucht wird, geht es um eine geplante Veranstaltung des ZfA Ende Oktober 2011.

Während der ehemalige Leiter des ZfA, Wolfgang Benz, mit den Antisemiten und Islamisten des Muslim-Markt freundschaftlich diskutierte und „Islamophobie“ bzw. „Islamfeindlichkeit“ zum Thema machte, folgt die neue Leiterin den letztgenannten Topoi offenbar gerne, wie ein Text des bekannten Internet-Blogs tw24 zeigt.

Demnach wird Schüler-Springorum Ende Oktober 2011 in Berlin in der umstrittenen „Werkstatt der Kulturen“, die 2009 eine Ausstellung über die „Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“[i] wegen einer kritischen Tafel zum Nazi-Mufti Muhammad Amin al-Husaini zensierte und die Ausstellung nicht zeigte, auf einer Konferenz mit dem Titel „Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft“ reden.

 Diese Tagung, gesponsert von der „Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft“[ii], hat Schüler-Springorum nicht nur mit konzipiert. Sie wird auch ein Panel moderieren, auf dem[iii] problematische Teilnehmer dabei sein werden wie Yonas Endrias, der mit der „Islamischen Zeitung“ freundlich redete und sich 2009 gegen einen Boykott des antisemitischen und islamistischen Hetzfestivals, genannt Durban II-Konferenz, in Genf aussprach, wie tw24 berichtete. Dann ist da Naime Cakir vom „Abrahamitischen Forum“ sowie vom „Kompetenzzentrum muslimischer Frauen“, die sich aggressiv gegen die Islam- und Kopftuchkritik von Necla Kelek oder Seyran Ates wendet und als Kritikerin oder Forscherin zu Antisemitismus noch nie in Erscheinung getreten ist. Cakir hat mit dem Abrahamitischen Forum und dem „Interkulturellen Rat“ eine Erklärung zum 11. September 2011 verfasst, worin sie sich dafür einsetzt, „das Miteinander zu verbessern sowie Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit und Christenfeindschaft zu überwinden“. Schon diese groteske Verharmlosung des Antisemitismus in Deutschland, der mit herbei geredeter „Muslimfeindlichkeit“ und „Christenfeindschaft“ gleichgesetzt wird, ist auffallend.

Damit wird der genozidale Charakter des Antisemitismus geleugnet und als bloße Ablehnung einer Religion (wie des Christentums oder des Islams) herunter dekliniert.

 Wer waren eigentlich die Täter am 11. September 2001? Und wer waren die Opfer? Das Abrahamitische Forum und der Interkulturelle Rat schreiben:

  „Am 11. September 2011 erinnern wir uns an ein Ereignis, das mit menschenverachtender Gewalt die Welt verändert hat. Blutige Kriege und Anschläge waren eine Folge. Hunderttausende wurden weltweit zu Opfern von Gewalt, insbesondere Muslime in Afghanistan und Irak, aber auch Menschen in London, Madrid oder Istanbul. Bis heute dauern die damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen an.“

 Wie bitte? Die einzige Gruppe von Menschen, die näher beschrieben wird, sind Muslime als Opfer! Viel absurder und geschichtsverfälschender geht es nicht. Muslime waren die Täter am 11. September. Sie ermordeten 3000 Menschen in New York City im World Trade Center, im Pentagon und vier entführten Flugzeugen.

 In London, Madrid, Djerba waren Europäer, nicht-religiöse Menschen, Christen, Juden und andere Opfer – wiederum waren Muslime die Täter. Davon kein Wort vom interkulturellen Rat. Dass in Afghanistan und im Irak Muslime ermordet werden von anderen Muslimen, ist schrecklich; für den Interkulturellen Rat aber offenbar schlimmer als 9/11 oder die islamistisch motivierten Massenmorde in Madrid oder London, denn da waren Muslime kaum unter den Opfern. Auch hier wird nicht erwähnt, worum es geht: islamistische und jihadistische Muslime sind die Mörder dieser Tausenden von Opfern weltweit. Das verleugnen die Multikulti-Ideologen – eine intendierte Derealisierung.

 Diese Art von „interreligiösem Dialog“, der Antisemitismus mit einer eingebildeten „Muslimfeindlichkeit“ oder „Christenfeindschaft“ in Deutschland auf eine Stufe stellt, ist kontraproduktiv und gefährlich. Antisemitismus wird als spezifisches Phänomen geleugnet. Daher wird Naime Cakir von der ZfA-Leiterin offenbar eingeladen. Inkompetenz zahlt sich aus.

 So ist es also kein Zufall, dass kein einziger der Vorträge Ende Oktober auf der ZfA/EVZ/KIGA-Tagung „islamischen“ oder „arabischen“ Antisemitismus zum Thema hat. Natürlich werden auch nicht die brutalen und zum Mord an Juden aufrufenden Einträge von zumeist Deutsch-Türken auf dem Internet-Portal Facebook, wie sie am 31. Mai 2010 und die darauf folgenden Tage aus Anlaß der Aktionen des Terrorschiffes „Mavi Marmara“ zu Hunderten und Tausenden zu lesen waren, thematisiert, jedenfalls deutet kein einziges der Panel darauf hin. Diese Statements wurden fast immer mit richtigem Namen und mit Bild gepostet und zogen den Neid von Neonazis auf sich, da sich die NPD und autonome Nationalisten kaum so offenherzig mit Namen und Bild Pro-Hitler und Pro-Holocaust äußern und zum Mord an Juden aufrufen.

In der Ankündigung für die Tagung oder in den Titeln der Panels ist davon keine Rede. Dafür wird auf der Veranstaltung über „Die Bedeutung des Sozialraums für Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF)“ fabuliert und damit apriori Antisemitismus mit der „Abwertung Langzeitsarbeitsloser“ oder der Kritik am Islamismus („Islamophobie“) gleichgesetzt – denn so sieht es das federführend von dem Pädagogen Wilhelm Heitmeyer aus Bielefeldt konzipierte und mittlerweile aus zehn Komponenten bestehende Konzept „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF)“ vor.

Darüber hinaus und ganz grundsätzlich meint Schüler-Springorum zuletzt in mehreren Interviews, dass heutige „Islamfeindschaft“ sehr wohl mit Antisemitismus verglichen werden könne, und zwar z.B. mit jenem Anfang des 19. Jahrhunderts. Die „Jüdische Allgemeine“ Wochenzeitung schreibt dazu, ohne kritisch darauf zu reflektieren:

 „So sagt Schüler-Springorum etwa: ‚Man kann Antisemitismus und Islamfeindschaft miteinander vergleichen, weil dann ja auch die Unterschiede deutlich werden.‘ Parallelen zum Antisemitismus des frühen 19. Jahrhunderts sieht sie durchaus, aber für das späte 19. Jahrhundert verneint sie diese.“

Was meint die neue Leiterin des ZfA mit „Parallelen“ des Antisemitismus und heutiger „Islamfeindschaft“? Ging es den Juden Anfang des 19. Jahrhunderts so wie den Muslimen in Deutschland heute?

Anfang des 19. Jahrhunderts mussten Juden konvertieren, wenn sie irgendeine Chance haben wollten – siehe als ein Beispiel den Schriftsteller Heinrich Heine, der sich 1825 taufen ließ, um das „Entréebillet“ in die „bürgerliche Gesellschaft“ zu bekommen.

Die ZfA-Leiterin stellt in den Raum, und die Jüdische Allgemeine oder auch der Kölner Stadtanzeiger bieten den Platz dafür, dass heute Muslime eine Diskriminierung erfahren würden wie Juden um 1800 oder auch um 1825 herum. Das verharmlost und derealisiert den Antisemitismus Anfang des 19. Jahrhunderts und vernebelt vollkommen, wie gut es heute den Muslimen in Deutschland geht. Es ist also ein doppelt falsches Argument.

Zur Erinnerung: In den altdeutschen Liedern unter dem Titel „Des Knaben Wunderhorn“ popularisierten Clemens Brentano und Achim von Arnim zwischen 1806 und 1808 auch den antisemitischen Topos des „ewigen Juden“, Ahasver.

1811 hielt von Arnim eine der antisemitischsten Reden der deutschen Romantik („Über die Kennzeichen des Judentums“), worin er fantasierte, wie die Körper von Juden wohl reagierten, wenn man sie pulverisierte. Darauf wies im Jahr 1996 die Historikerin Susanna Moßmann in dem Band “Machtphantasie Deutschland” hin.

Von Arnim gründete 1811 die „Christlich-Deutsche Tischgesellschaft“[iv], zu der Juden (getaufte wie nicht getaufte, sowie Nachkommen von getauften) keinen Zutritt hatten, was Saul Ascher scharf kritisierte.

Hinzu kommen der deutsche Nationalismus und die Propaganda für ein „deutsches Volkstum“ sowie der Antisemitismus von Turnvater Friedrich Ludwig Jahn und seinen Horden. Auch das ist in der Forschung seit langem ein wichtiges Thema. So hat Eleonore Sterling im Jahr 1956 darüber publiziert –„Judenhaß. Die Anfänge des politischen Antisemitismus in Deutschland (1815–1850)“ – und die Bedeutung von Jakob Fries, den Turnvereinen und den Burschenschaften betont. Es wird in Berlin derzeit in Fußballkreisen diskutiert, endlich den Ex-DDR-Jahnsportpark in Prenzlauer Berg umzubenennen.

Nicht zu vergessen das burschenschaftliche Wartburgfest von 1817, inklusive dem Verbrennen von Büchern von französischen und jüdischen Autoren.

Sind Parallelen zur Situation von Muslimen heute zu erkennen, wenn ein schwäbischer Muslim wie Cem Özdemir Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen ist und Islamismuskritik als „Islamophobie“ diffamiert und sich der Hetze gegen Ralph Giordano und Henryk M. Broder, die beide mit dem Antisemiten Heinrich von Treitschke verglichen werden, aus der Feder des FAZ-Feuilleton-Chefs Patrick Bahners anschmiegt?

Die Historikerin Monika Richarz promovierte 1969 an der FU Berlin mit einer Arbeit über den „Eintritt der Juden in die akademische Welt“. Darin behandelt sie auch judenfeindliche Tendenzen Anfang des 19. Jahrhunderts, sie berichtet von einem „Taufzwang“ der Juden, wenn die irgend reüssieren wollten.

Dazu gibt es heute natürlich keine Parallele. Im Gegenteil, eher konvertieren in den letzten Jahren relativ viele Bürger in Deutschland zum Islam. Salafisten und andere rabiate Islamisten in der Bundesrepublik sind häufig Konvertiten.

Das Beispiel der Akademiker ist treffend: heute kann jeder Muslim Student, Doktorin, Doktorand, Post-Doc, Professor, Institutsleiter etc. werden. Juden hingegen hatten mit extrem heftigem, oft blutigem Antisemitismus zu kämpfen, zumal an den Universitäten Anfang des 19. Jahrhunderts, um das es hier geht. 

1822 wurde in Preußen der Ausschluss von Juden von „akademischen Lehr- und Schulämtern“ beschlossen, 1827 wurde verfügt, Juden dürften auch keine Apotheker mehr sein, wie die Sprachwissenschaftlerin Nicoline Hortzitz in ihrer 1988 publizierten Dissertation „Früh-Antisemitismus in Deutschland (1789–1871/72). Strukturelle Untersuchungen zu Wortschatz, Text und Argumentation“ herausarbeitete. 1819 gab es die antijüdischen „Hep-Hep-Krawalle“, insbesondere in Würzburg, Frankfurt, Hamburg, aber auch in anderen Orten. Die pro-jüdische Gesetzgebung unter der französischen Besatzung wurde wieder rückgängig gemacht.

Während Juden in Preußen ab 1827 keine Apotheker mehr sein durften, gibt es hingegen heute selbstverständlich migrantische und muslimische Apotheker in Deutschland. Manche sind sogar im „Palästinensischen Ärzte- und Apothekerverband“ organisiert, der im Oktober 2010 eine Veranstaltung mit dem international berüchtigten Antisemiten und Israelfeind Norman Finkelstein plante, wie die „autonome neuköllner antifa“ berichtete und zu Gegenaktivitäten aufrief.

Heute haben Muslime wie anderen Migranten auch alle Bürgerrechte in Deutschland, viele wollen aber gar nicht die deutsche Staatsbürgerschaft und kapseln sich bewusst ab. Muslime werden nicht anders behandelt als andere Bürger des Landes. Völlig anders die Situation der Juden, hier am Beispiel des Anfangs des 19. Jahrhunderts. Die rechtliche Emanzipation der Juden dauerte im 19. Jahrhundert bis 1871, und auch das war nur eine formale Gleichstellung, de facto waren Juden aus Sicht der nicht-jüdischen Deutschen nie wirklich angekommen, gerade nicht Anfang des 19. Jahrhunderts.[v]

Islamische Staaten wie der heutige Iran sind eine große Gefahr für die Menschheit. Wenn jetzt Forscherinnen insinuieren, dass es den Muslimen in Deutschland, Europa und der Welt in Teilen oder insgesamt so ginge wie den Juden Anfang des 19. Jahrhunderts, wird in den Raum gestellt, dass es damals etwas Ähnliches gegeben haben möge wie den Iran, die Hamas, oder die Muslimbrüder – von jüdischer Seite! Man muss diese These der ZfA-Leiterin nur logisch durchdenken, dann kommt man zu solchen Absurditäten.

Die größten Antisemiten und Islamisten wie der iranische Präsident Ahmadinejad bekommen Foren wie das Rednerpult der Vereinten Nationen, doch Forscher sprechen ernsthaft über „Islamfeindlichkeit“. Das kann man nur als realitätsgestört bezeichnen.

Juden waren seinerzeit eine unterdrückte Minderheit und in deutschen Landen der eingebildete und konstruierte Feind schlechthin. Heute gibt es dutzende Länder mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit und mächtigen Militärapparaten. Islamisten hetzen gegen die westliche Welt, sie sind Täter und nicht Opfer. Islamisten propagieren Judenhass und ihren Wunsch nach Vertreibung und Vernichtung von Juden, während Juden schon Anfang des 19. Jahrhunderts Objekte waren für den Antisemitismus.

Heute sind viele Muslime fanatisiert und propagieren nicht nur die Scharia und schüchtern moderate Muslime ein, sie agitieren auch gegen den Westen: Staatsmänner wie der türkische Ministerpräsident Erdogan, der iranische Präsident Ahmadinejad, sowie islamistische Vordenker wie Yusuf al-Qaradawi, der im Februar 2011 in Ägypten auf dem Kairoer Tahrir-Platz zum Marsch auf Jerusalem geblasen hat und damit die Wahrheit über den arabischen Frühling zum Ausdruck brachte.

Das sind nur einige wenige Hinweise zur Kritik an der neuen, alten Leitung am Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) an der Technischen Universität Berlin.

Die Palästinenser wollen unilateral einen eigenen Staat ausrufen, ohne direkte Verhandlungen mit Israel. Die Terrororganisation Hamas soll aufgewertet werden.

Es geht um Kritik am antizionistischen Antisemitismus, von anderen gegenwärtigen Formen des Antisemitismus wie der Blutbeschuldigung nicht zu schweigen. Die Analyse und Kritik des islamischen und arabischen Antisemitismus spielt heutzutage eine entscheidende Rolle.

Wer jedoch von einer Ähnlichkeit oder „Parallelität“ der Situation der Muslime heute und jener der Juden Anfang des 19. Jahrhunderts redet, argumentiert nicht nur politisch problematisch, vielmehr ahistorisch.

Anstatt der bekannten Programme von KIGA e.V., des ZfA, der EVZ et. al. über „Ausgrenzung“ (von Muslimen!), „Sozialraum“ und daraus abgeleiteten (womöglich teils auch antisemitischen) „Einstellungsmustern“, so die Ankündigung zur Tagung im Oktober, wären z.B. Nietzsche-Seminare, Religions-Aussteiger-Camps oder Ich-werfe-mein-Kopftuch-in-die-Spree-Aktionen[vi] doch einmal eine echte Alternative.

Doch KIGA wie das ZfA und die große Stiftung EVZ gehen von Folgendem aus, wie die Tagungsankündigung schreibt:

 „Antisemitismus als gesellschaftliches Phänomen wird in der Wissenschaft, der Migrationsforschung und der Bildungspraxis intensiv diskutiert. Klar ist: Antisemitismus ist kein spezifisches Problem ausgewählter Gruppen.“

Das ist gerade nicht klar. Eher soll offenbar von vornherein geleugnet werden, dass es heute einen spezifisch muslimischen und islamischen Antisemitismus gibt, und zwar auch in Deutschland. Manche Migranten bilden derzeit vor allem im öffentlichen Raum (neben gewissen Linken und den Neonazis) eine der größten Gruppen, die Antisemitismus und Israelhass verbreiten: auf Demonstrationen, Flugblättern, Kongressen, auf Facebook, auf Schulhöfen, bei Attacken auf jüdische Kindertanzgruppen wie in Hannover etc. etc. Vor diesem Hintergrund erscheinen auch die Projekte von KIGA fragwürdig, da sie die Jugendlichen dort abholen möchte, wo diese stehen: in Berlin-Kreuzberg am „Kottbusser Tor“[vii]; dass dabei der Antisemitismus von Muslimen bei den Projekten und Äußerungen der KIGA-Frontfrau Anne Goldenbogen offenbar eher selten explizit auftaucht, fiel sogar dem Südwestrundfunk in einer Sendung im Juni 2011 auf.

Wo bleiben beispielsweise (kultur-) wissenschaftliche Untersuchungen zum  antizionistischen Antisemitismus vieler Muslime oder zu gegenwärtigen Formen des Antisemitismus wie der Blutbeschuldigung, die in türkischen Filmen oder ägyptischen TV-Serien propagiert wird?

Die Forschung sollte endlich aufhören, absurde, unwissenschaftliche Vergleiche anzustellen – egal ob nun die Situation von Juden Ende des 19. Jahrhunderts (Benz) oder Anfang des 19. Jahrhunderts (Schüler-Springorum) als Vergleichsmaßstab für die halluzinierte heutige „Islamfeindschaft“ herangezogen wird.

Die Forschung sollte sich mit der Realität befassen: (Antizionistischen) Antisemitismus gibt es in vielen Formen. Die muslimischen und arabischen Varianten sind derzeit die gefährlichsten.

 

 



[i] Eine Ausstellung, die man übrigens in anderer Hinsicht durchaus kritisch sehen kann.

[ii] In Kooperation mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung, ZfA, der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus KIGA e.V., sowie mit Unterstützung des Fritz-Bauer-Instituts aus Frankfurt am Main, und anderen Einrichtungen.

[iii] Laut PDF-Programmankündigung am 20.09.2011.

[iv] Mitglieder waren unter anderem „Kleist, Adam Müller, Clausewitz, Fichte und Friedrich Karl von Savigny“, wie der Publizist Hans Schütz 1992 in einem Band über „Juden in der deutschen Literatur“ schrieb.

[v] Von der Einführung des code civil durch Napoleon zwischen 1806 und 1813 abgesehen, doch das war ja keine deutsche Leistung, sondern eine zivilisierte, französische.

[vi] Diese feministische Idee stammt von der Soziologin und Islamkritikerin Necla Kelek, sie schreibt darüber in ihrer Studie „Himmelsreise“ von 2010.

[vii] Mit einer Fotografie von dieser U-Bahn Station wirbt KIGA in Publikationen.

 

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Yale kills YIISA

CLEMENS HENI: ANTISEMITISM IN AMERICA – YALE KILLS YIISA
Published in: SPME Faculty Voices June 8, 2011

 

 

The Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism (YIISA), established in 2006 as the first institute of its kind that dealt particularly with research on antisemitism was shut down by Yale University a few days ago. YIISA made a routine application for a five-year renewal of its status, which Yale University then denied.

 

Since 2005, even before the official establishment of YIISA, prominent scholars and publicists who are critical about new antisemitism, and Arab and Muslim anti-Semitism, appeared at Yale. A core element of YIISA’s activities focused on the Iranian threat, including an event with YIISA founder Charles Small and Wall Street Journal columnist Bret Stephens at 92Y in Manhattan in 2008.

YIISA had events on many other topics related to antisemitism, like the history of the Holocaust, Holocaust obfuscation and denial, among other forms of historical and contemporary antisemitism. Invited scholars included Paul Lawrence Rose, Deborah Lipstadt, Dina Porat, Michael Oren (meanwhile Israel’s ambassador to the US), Anne Bayefsky, Phyllis Chesler, Ruth Wisse, Richard Landes, Yossi Klein Halevi, Irvin Cotler, Gerald Steinberg, Jeffrey Herf, Hadassa Ben-Itto, Kenneth Marcus and Michael Walzer along with activists and public figures like ADL president Abe Foxman.

Even controversial scholars like German historian Wolfgang Benz, Yale’s Sheila Benhabib, or American philosopher Martha Nussbaum, none of whom are known as critics of Muslim antisemitism, were given a podium at YIISA. The program of YIISA was diverse.

YIISA became famous due to its outstanding criticism of new antisemitism. Usually academics in the US (like in Europe) do not focus on anti-Semitism unless it derives from Neonazis. Left antisemitism, progressive, Muslim, Arab and even Jewish antisemitism is beyond discussion on campus. Therefore seminars and lectures of famous historians and other scholars like Alan Dershowitz, Benny Morris, and Robert S. Wistrich gave YIISA an international credibility.

Yale, though, was also not impressed by the fact that three well known Muslim moderates were also part of YIISA’s program: lesbian Irshad Manji, German political scientist Bassam Tibi, and Bangladeshi Shoaib Choudhury. Taking this into account, the Yale decision to kill YIISA is also a decision against liberal or moderate Muslims who fight for an enlightened Islam, and a life without Sharia law, terror, and Islamic antisemitism.

 

Finally, in August 2010, there was a big international conference at YIISA, including over 100 presentations. Discussing Arab and Muslim antisemitism and supporting the Jewish state of Israel evoked hatred and bigotry from terrorist organizations like the PLO and bloggers, authors and no-name youngsters alike.

Yale’s action proves that criticism of antisemitism in the US and on campus is possible, as long as you are just dealing with Nazis and Neonazis, or right-wing Christians, promoting old-school antisemitism. The much bigger portion of academia and the public, liberal or progressive Christians, non-believers, Muslims, and others who are spreading new style antisemitism, anti-Zionism, and Israel hatred, remain untouched. This is the core argument of ABBY WISSE SCHACHTER , writing on June 6, 2011, in the New York Post:

„Yale University last week killed the Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism — the only program of its kind in the country, an academically stellar one-stop anti-Semitism research shop. Worse, it almost certainly did so because YIISA refused to ignore the most virulent, genocidal and common form of Jew-hatred today: Muslim anti-Semitism.”

If one is analyzing the most dangerous form of contemporary antisemitism, you are censored, defamed, bullied, and finally thrown out from campus: highlighting Muslim and Arab antisemitism is taboo.

In that sense, American academe is like its counterpart in Europe.

Analyzing liberal and left hypocrisy, YIISA Associate Professor Neil Kressel, already showed in 1992 that progressives aim at antisemites as long as they are right-wing or Nazis. Antisemitism from the Third World or from minority groups, including the left, have never been a topic for mainstream scholars and journalists in the US. Contrary to fantasies about a powerful ‘Israel-Lobby’ in the US, antisemitism is very strong among the elites in America. The recent Yale decision is proof for this.

William Prusoff witnessed Nazi activities in New York City in the mid 1930s, including attacks on the shop of his father, and the marching of Pro-German activists on the streets with swastika and Nazi style antisemitic slogans. Bill fled with his family to Florida, he came back years later and was one of the most renowned pharmacologists in the US. Bill Prusoff was one of the leading figures behind YIISA, a sponsor from the very beginning. With a huge portion of humor and his always optimistic view on society, Bill told me and two friends about his life and experiences with antisemitism.

In April 2011 William Prusoff died, age 90.

 

The Yale commission’s decision to shut down YIISA is a typical behavior for American academics, promoting anti-Zionism and rather Pro-Islamism, while attacking criticism of antisemitism and Islamism. If we look at public counter-intellectuals like Tony Judt, Norman Finkelstein, Noam Chomsky, Judith Butler, Daniel Boyarin, all those Institutes for Middle Eastern Studies, Islamic Studies, Area Studies (or Gender Studies, Philosophy etc. etc.), not to forget Obama’s and Edward Said’s ally Rashid Khalidi: hatred of Israel, anti-Zionism, along with affirmation, trivialization or downplaying of Muslim antisemitism, are conventional wisdom for many elites in the US, especially scholars in the related fields.

 

In January 2009 there were rallies across the nation attacking Israel, but not Hamas and its Qassam rockets fired on Israel. In one of these rallies in New Haven some demonstrators had posters with “Israel Stop the Holocaust in Gaza”. This did not shock Yale University.

I was undercover in a church in downtown New Haven during the preparation of one of these anti-Israel rallies. Trotzkists, Maoists, Marxists, alongside with religious extremists, Islamists, Christians, and others focused on their common enemy: the Zionists!

We know this from Germany, most recently famous Protestant cleric Margot Kaessmann publicly said she prefers to pray for the Taliban instead of fighting or bombing them. This is the German way of love and peace with those who love death and destruction.

CSCharles Small is the founder of the Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism (YIISA). His tireless engagement with YIISA was the force that made YIISA a famous institution among those who love democracy, Israel, America, and who are against bigotry, Sharia law, antisemitism and the cult of death, embraced by Islamism.

Charles was always soft in his tone, respecting the fact that YALE is a typical liberal institution of higher learning.

 

American antisemitism remains an important topic for research. The decision by Yale to kill YIISA adds another chapter to this story. As late as in 2006 a liberal Canadian sociologist, Charles Asher Small, founded YIISA. Not even five years later the story ends (with a tiny exception of an institute on research on antisemitism in Bloomington, Indiana).

Analysis and criticism of Islamic antisemitism is as important as never before. Yale University intentionally destroyed its own institution which really gave Yale the spirit of being an important place for this world. Embracing universal law and fighting cultural relativism, YIISA was a beacon of democracy and the free world. This is no longer welcome.

As soon as Yale closes the doors of YIISA it will be – on another level, sure – as unimportant for criticism of the real threats to world peace (Islamic Jihad and Muslim antisemitism) as German universities like Humboldt-University Berlin, Free University Berlin, Technical University Berlin, like Columbia, or the University of California in LA, Berkeley, and elsewhere: just another place for postcolonialism, Area Studies, postorientalism, cultural relativism, Islamism (framed as „multiculturalism“ or “tolerance”), anti-Americanism, anti-Zionism (“criticism of Israel”) and the minimization of antisemitism.

Yale will be just another place for ignoring or even promoting Jew-hatred. YIISA made Yale a great place – but Yale obviously did not wish to rise to the challenge.. New Haven and Yale do not want to be a great place. Probably they do not even deserve it.

 

YIISA did inspire an entire generation of young scholars to deal with antisemitism in a new, much more critical way we used to do in North America and Europe. Israel has of course the longest record of high-profile research on antisemitism.

 

The idea to challenge academia from within, when it comes to antisemitism, will be among the life achievements of Charles Small.

Bill Prusoff did not witness the end of his dream of YIISA, as he died shortly before Yale’s decision. His dream is still alive and his and Charles’ idea of universalism has already spread around the world. Groups like British Muslims for Israel are indicating a new tendency in world history: moderate Muslims are waking up AND they get support in the West. No longer from Yale, though. However, at some point even Yale University will learn its lesson.

 

 

The author, Dr. Clemens Heni, was among the first five Post-Doctoral Researchers at the Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism (YIISA) in 2008 and 2009. In 2011 he established the Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA). In summer 2011 he will publish his groundbreaking 430 pages study on Schadenfreude. Islamic Studies and antisemitism in Germany after 9/11.

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Antisemitismus in Amerika – YALE kills YIISA

Antisemitismus in Amerika – YALE kills YIISA

Die Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism (YIISA), das 2006 gegründete erste universitäre Institut für Antisemitismusforschung in Nordamerika, wird geschlossen.

Das beschloss vor wenigen Tagen die YALE University, die einen eigentlich routinemäßigen Antrag auf Erneuerung des Institutsstatuts’ von YIISA nach 5 Jahren abschlägig beschied.

Schon vor der offiziellen Gründung gab es bei YIISA seit 2005 Veranstaltungen mit vielen bekannten Wissenschaftlern und Kritikern des neuen Antisemitismus und vor allem des arabischen und islamischen Antisemitismus. Ein Schwerpunkt ist die Analyse der iranischen Gefahr. Es wurden auch andere Aspekte des Antisemitismus wie die Geschichte des Holocaust, die Trivialisierung des Holocaust, Holocaustleugnung und weitere Formen von Antisemitismus angesprochen. Eingeladen wurden Wissenschaftler wie Paul Lawrence Rose, Deborah Lipstadt, Dina Porat, Michael Oren (mittlerweile Botschafter Israels in USA), Anne Bayefsky, Ruth Wisse, Richard Landes, Yossi Klein Halevi, Irvin Cotler, Gerald Steinberg, Jeffrey Herf, Hadassa Ben-Itto, Kenneth Marcus oder Michael Walzer wie auch Aktivisten und bekannte Persönlichkeiten wie der Präsident der Anti Defamation League (ADL), Abe Foxman.

Selbst umstrittene Forscher, die sicher nicht in Verdacht stehen, muslimischen Antisemitismus zu thematisieren oder zu kritisieren, wie Wolfgang Benz, Sheila Benhabib oder Martha Nussbaum bekamen ein Podium. Das Programm von YIISA war also vielfältig.

Weltweit bekannt wurde YIISA aufgrund seiner Kritik am gegenwärtigen Antisemitismus. Es ist in USA wie Europa sehr ungewöhnlich an Universitäten Kritik an anderen Forschern und zumal Kritik am Antisemitismus von Muslimen und Arabern oder auch Linken zu üben. Vor diesem Hintergrund zählen die Vorträge und (teils nur für Institutsangehörige und Freunde durchgeführte) Seminare mit Forschern wie Alan Dershowitz, Benny Morris und Robert S. Wistrich zu den herausragenden Aktivitäten von YIISA.

Natürlich beeindruckt Antizionisten und mehr oder weniger pro-islamistische Forscher und Bürokraten in Yale die Tatsache überhaupt nicht, dass auch drei weltbekannte moderate Muslime wie die lesbische Autorin Irshad Manji, der deutsche Politologe Bassam Tibi oder der aus Bangladesch kommende Shoaib Choudhury in YIISA vortrugen.

Insofern ist die Entscheidung von Yale, YIISA zu zerstören, auch eine Entscheidung und klare Positionierung gegen diejenigen Muslime, die sich für einen aufgeklärten Islam und ein Leben ohne Scharia, Terror und islamischen Antisemitismus einsetzen.

Schließlich gab es im August 2010 eine internationale YIISA-Konferenz mit über 100 Vorträgen. Alleine die Thematisierung des arabischen und muslimischen Antisemitismus und die klare Positionierung für einen jüdischen Staat Israel rief natürlich die Agitation von Terrorgruppen wie der PLO (aus New York City) und antisemitischen Bloggern und Autoren auf den Plan. Das bekamen auch die ohnehin nicht israelfreundlichen Verantwortlichen in Yale mit.

Kritik am Antisemitismus ist in USA nur dann möglich, wenn christlicher oder neonazistischer Judenhass gemeint sind, schreibt ABBY WISSE SCHACHTER in der New York Post am 6. Juni 2011 in einem wütenden Artikel über das Ende von YIISA. Sie schreibt:

„Yale University last week killed the Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism — the only program of its kind in the country, an academically stellar one-stop anti-Semitism research shop. Worse, it almost certainly did so because YIISA refused to ignore the most virulent, genocidal and common form of Jew-hatred today: Muslim anti-Semitism.”

Wer den heute gefährlichsten Antisemitismus thematisiert wird zensiert, diffamiert, gemobbt und schließlich vom Campus gejagt: Kritik am muslimischen Antisemitismus ist Tabu an Universitäten in USA. Darin ähnelt die universitäre Landschaft Amerikas jener Europas. Auf die Heuchelei der ‚progressives‘, also der Linken oder Linksliberalen, der ‚Gutmenschen‘, wies Neil Kressel, Associate Professor bei YIISA, schon 1992 in einem Artikel hin.

Seinerzeit setzte er amerikanisches Gerede von Multikulturalismus und Antiuniversalismus mit der Liebe von Martin Heidegger für den antiliberalen Nationalsozialismus in eine Reihe. Wie Neil bereits damals analysierte, sind Linke oder Liberale natürlich gegen den KuKluxKlan (KKK) in den USA, gegen Rassismus und gegen Pro-Nazismus. Sobald es jedoch um Antisemitismus von Linken oder Menschen aus der Dritten Welt geht, wird abgewiegelt, verharmlost und toleriert, dass sich die Antisemiten vor Lachen biegen.

Entgegen dem antisemitischen Fantasieren über eine starke Israel-Lobby in USA, ist Antisemitismus in Amerika weit verbreitet.

William Prusoff musste erleben wie in den 1930er Jahren Nazis in New York City das Geschäft seines Vaters attackierten, auf der Straße mit Hakenkreuzen und Nazi-Uniformen marschierten und antisemitisch hetzten.

Bill floh als Teenager mit seiner Familie nach Florida. Später kehrte er in den Nordosten der USA zurück und wurde ein weltberühmter Pharmakologe. Er war einer der Initiatoren von YIISA, sein Leben lang war der Kampf gegen Antisemitismus für William Prusoff eine enorm wichtige Sache. Mit viel Humor und einem ernüchterten, gleichwohl immer optimistischen Blick auf das Leben, erzählte er mir und zwei Freunden in YALE aus seinem Leben. Im April 2011 starb William Prusoff im Alter von 90 Jahren. Er war in USA eine sehr bekannte Person, und in New Haven/Yale war sein Name ebenso mit YIISA verbunden. Die Kommissionsmitglieder der Yale University, die YIISA nun schließen möchten, präsentieren sich als typische Vertreter des amerikanischen Antizionismus und Pro-Islamismus, der an Universitäten herrscht.

Von Tony Judt, Norman Finkelstein, Noam Chomsky über Judith Butler, Daniel Boyarin, den Instituten für Middle Eastern Studies, Arabic und Islamic Studies, Area Studie (oder Gender Studies, Philosophy etc. etc.) bis hin zu Obamas Spezl Rashid Khalidi: Israelfeindschaft, Antizionismus, ein Verharmlosen oder Affirmieren des Islamismus sind common sense in Kreisen der selbst ernannten Progressiven, die doch in Wahrheit ein Echo des Reaktionärsten sind.

Die vom Frieden reden schweigen vom Krieg des Jihad gegen die freie Welt, Amerika, Israel und die Juden. Im Januar 2009 gab es in New Haven Demonstrationen von lokalen Muslimen und linken Extremisten, die vom „Holocaust in Gaza“ faselten. Dies schockierte die Yale University nicht, im Gegenteil: sie umarmen antisemitische Aktivisten, solange sie nicht offene Rechtsextremisten sind. Der amerikanische Antisemitismus kann natürlich auch von Christen ausgehen, nicht nur von erzkonservativen, auch und vor allem von ‚liberalen‘, welche ein offenes Ohr für ‚den anderen‘ haben, solange er kein Jude oder Zionist ist. Ich war undercover in einer solchen Kirche in downtown New Haven bei einem Vorbereitungstreffen für eine jener anti-Israel-Demos im Januar 2009.

Da trafen sich Trotzkisten, Maoisten, Marxisten, Islamisten, lokale Friedensaktivisten und Christen Arm in Arm Schawarma essend gegen den gemeinsamen Feind: die Zionisten! Christen, Islamisten und Linke vereint gegen Israel, das ist in Deutschland nicht anders, man denke nur an Margot Käßmann, den Evangelischen Kirchentag und das Beten für die Taliban.

Charles Small ist der Gründer der Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism (YIISA).

Ohne seine unermüdliche Arbeit wäre YIISA nicht zu solchem Ruhm gelangt. Dabei musste er der Realität in Yale ins Auge sehen: Er war immer um einen moderaten, freundlichen, häufig eher zurückhaltenden Ton bemüht – er weiß welcher Ton den teils unfassbar arroganten sowie die Gefahr des Islamismus negierenden oder Antisemitismus („Israelkritik“) ganz offen umarmenden Akademikern der Ivy League gefällt.

Doch natürlich hat‘s nicht am Ton gelegen.

Das ist der Hintergrund vor dem das Ende von YIISA zu sehen ist. Antisemitismus in Amerika ist ein wichtiges Forschungsfeld. Durch diesen Beschluss der Yale University ist das Kapitel Antisemitismus in USA um ein großes Unterkapitel ‚reicher‘. Erst 2006 hat ein kanadischer Soziologe, Charles Small, YIISA gegründet.

Keine fünf Jahre später ist die universitäre Beschäftigung mit Antisemitismus in den USA (von einer kleinen Ausnahme in Bloomington, Indiana abgesehen) wieder zu Ende. Die Analyse und Kritik des islamischen Antisemitismus sind so wichtig wie nie zuvor.

Die Yale University zerstört mit YIISA die einzige Institution, die YALE zu einer weltweit relevanten Universität gemacht hatte, einer Einrichtung gegen Kulturrelativismus und für Universalismus.

Ab sofort ist Yale wieder so provinziell wie die Humboldt-Universität zu Berlin, wie Harvard, Columbia, die TU, die FU, die University of California in Los Angeles (UCLA) oder in Berkeley: ein Ort für Postkolonialismus, Area Studies, Postorientalismus, Kulturrelativismus, Antiuniversalismus, Islamismus („Multikulturalismus“, „Integration“, „Toleranz“), Antizionismus („Israelkritik“), Antiamerikanismus und das Verharmlosen von Judenhass (natürlich auf sprachlich galante Weise).

Die Idee, die hinter YIISA steht, lebt gleichwohl weiter: Das Problem sind antisemitische Wissenschaftler, nicht muslimische Gemüsehändler oder Schulabbrecher. YIISA hat eine ganze Generation von jungen Wissenschaftlern inspiriert, Kritik am Antisemitismus als zentrale Aufgabe zu sehen und nicht nur als Episode oder Stufe auf der Karriereleiter (was jedoch nicht für alle Fellows bei YIISA galt und gilt).

Die Idee, Kritik am antiisraelischen Wissenschaftsbetrieb gerade von innen, an den Universitäten selbst zu üben, ist der bleibende Verdienst von Charles Small. Bill Prusoff musste das Ende seines Traums eines Instituts für Antisemitismusforschung nicht mehr mit erleben. Auch seine Inspiration lebt weiter. Daran können ein paar Witzfiguren eines Committees der Yale University nichts ändern.

Provinzialität und reaktionäre, Kritik am muslimischen Antisemitismus diffamierende Aktivitäten wie dieser Beschluss von YALE stehen einem weltweit wachsenden Interesse an Universalismus und Anti-Islamismus und dem offensiven Eintreten für Israel (z.B. von den „British Muslims for Israel“) entgegen. Irgendwann wird das auch Yale kapieren.

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AFPC’s World Almanac of Islamism

The American Foreign Policy Council (AFPC) in Washington D. C. is publishing the first

World Almanac of Islamism

All entries will be published in a book later this year, and most of the entries are also available online right now.

I am honored to be among the contributors. I’ve written the entry about Islamism in Germany. Here a a few paragraphs, see the original here:

Germany

Islamism in Germany has deep roots, stretching back to a symbiosis between the German state and radical religious elements during the First World War. These ties endured during the Second World War, fueled by the Third Reich’s close ties to the Grand-Mufti of Jerusalem, Haj Amin al-Hussaini, and throughout the decades of the Cold War against the Soviet Union, before emerging to challenge the stability of the Federal Republic in the post-Cold War era.”

(…)

“There exists considerable ideological and operational difference between lawful Islamism, which seeks the gradual imposition of sharia (Islamic law), and violent jihad, which is aimed at the overthrow of the established state. In Germany, Islamism of the lawful variant predominates, although instances of jihadi activity have been documented as well. As of 2009, Germany’s internal security service, the Federal Office for the Protection of the Constitution (Verfassungsschutzbericht), estimated that some 29 Islamist organizations with a total of 36,270 members were active within the country.2″

(…)

“Since 9/11, and particularly over the past several years, political Islam has become a major topic of public debate in Germany. The wearing of the headscarf, honor killings, forced marriages, and support for terrorism and anti-Zionist activity are among the main topics of discussion surrounding both Islam and Islamism. Yet many newspapers, researchers, and politicians, as well as the general public at large, remain reluctant to deal with these issues. Those political groups or parties which express their opposition to political Islam do so out of ideological and/or racist grounds, rather than as a result of careful analysis of specific elements of political Islam. Likewise, many groups opposed to Islam are also against other foreigners (as well as those considered to be not “German” enough).

Nevertheless, a tiny but growing number of public intellectuals, scholars, activists, authors, and journalists have emerged publicly as critics of Islamism in recent years. These individuals have faced resistance on the public policy front. Some institutions, like the Berlin Center for Research on Antisemitism (ZfA),41  have equated any meaningful criticism of Islam with anti-Semitism, often framed as “Islamophobia.”42  Many journalists and mainstream scholars even compare or equate Islamist preachers of hate with pro-Western scholars, writers or activists,43  and reject any military response to Islamism or Islamic jihad.44  Most instead portray Islam as harmless or interesting, and look uncritically upon figures like leading Sunni Islamist Yusuf al-Qaradawi.45

(…)

“The grand mufti of Jerusalem, Haj Amin al-Hussaini, was welcomed by Adolf Hitler, financially supported by the Nazi regime, and used Germany as a base from which to communicate anti-Jewish propaganda into the Middle East.47  After 1945, Islam was used both by the Federal Republic of Germany and the U.S. (via the CIA) as a tool against the Soviet Union and its allies during the Cold War.48  As part of this effort, Gerhard von Mende, a former Nazi in the “Ostministerium” (department of Eastern affairs), engaged the services of Muslims like Nurredin Nakibhodscha Namangani, a former imam for the Nazi Schutzstaffel (SS). In 1958, Namangani began a “Mosque Construction Commission” in Munich, which became the starting point for political Islam in post-war Germany (if not the whole of Europe). From the start, however, it was clear—given the ideologies and past histories of those Islamists and their German allies—that anti-Semitism and anti-Western thought would become staples of the ideology thereby promoted. ”

(…)

“Still, there are signs of a growing awareness of Islamic radicalism among government officials. On November 17, 2010, for example, former German Interior Minister Thomas de Maiziére warned publicly that Islamic jihadists were on their way to the country with the intent of committing a terrorist attack.61  His successor, Hans-Peter Friedrich, has gone further, announcing in March 2011 that he intends to hold a “prevention conference” dealing with Islamism and Islamic Jihad in Berlin in 2011.62  This marks the first time that the German government has engaged the country’s Muslim community in a joint effort to combat Islamism. The prospects for such a union, however, are far from certain, as most of the Muslim organizations participating in the state’s official “Islam conference” have rejected the outreach.”

Read the entire entry on the page of the American Foreign Policy Council’s World Alamanc of Islamism.

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Die “Facebook-Revolte” zeigt Gesicht – und der Tagesschau fehlen die Worte

Die Revolte in Ägypten ist eine demokratische, gut und rein. Glaubt man Rainald Becker vom ARD-Hauptstadtstudio, ist jetzt die Zeit reif für einen Regimewechsel in Kairo, sind Zweifel an der demokratischen und freiheitlichen Gesinnung der Bewegung “Blödsinn, vorgeschoben, etwas für politische Hasenfüße”.

“Es gibt Politiker für den friedlichen Übergang, und die haben alle nichts mit den Islamisten im Sinn.”

Dumm nur, laufen die Fußtruppen der “Politiker für den friedlichen Übergang” mit gar nicht schönen Plakaten herum und halten sie auch noch demonstrativ in die Kamera von Rainald Beckers Sender. Hosni Mubarak ist da zu sehen mit Davidstern, das Gesicht mit ein paar flotten Strichen ergänzt, so daß es an Adolf Hitler erinnert.

In der Tagesschau um 20 Uhr, der Hauptnachrichtensendung in Deutschland, wurde am 8. Februar 2011 ein Bericht von Jörg Armbruster aus Ägypten gebracht. Man kann die Sendung im Internet („Situation in Ägypten“) nochmal anschauen.

Ungefähr bei Minute 9:06 sieht man einen Demonstranten mit einem Plakat, auf welchem der ägyptische Präsident Hosni Mubarak abgebildet ist. Das Portraitbild ist durchgestrichen, Mubarak bekommt ein Hitlerbärtchen, zu sehen sind die auf Arabisch geschriebenen Worte „Nein, Nein, Nein, Lügner, großer Agent, Kreuzritter“ und dazu sind zwei Davidsterne zu sehen. Hat sich die ARD das nicht übersetzen lassen? Kreuzritter steht in Ägypten meist für Amerika und Christen, Agent für Juden und Israel, was durch die beiden Davidsterne ja auch offensichtlich noch untermalt wird. Dieses ikonographische Arrangement sollte also analysiert werden.

Der Araber und Muslim Mubarak wird als Jude oder als von den Juden eingesetzter Verbrecher, ja als Nazi zum Abschuss freigegeben (Davidstern auf der Stirn), wie anders soll man das interpretieren?

Im Tagesschau-Beitrag von Armbruster kann man sehen, dass dieses Plakat nicht zufällig und am Rande, vielmehr gezielt von der Kamera und dem ARD-Team eingefangen wurde. Eine ruhige Kameraführung zeigt das Plakat recht scharf.

Die ARD kommentiert jedoch dieses antisemitische Plakat nicht. Es wird goutiert, um sodann im Bericht euphorisch über die „Opposition“ zu berichten und wie selbstverständlich einen Vertreter der islamistischen Muslimbrüder – Ikhwan – zu interviewen und wiederum kritiklos zu senden. Armbruster fordert und unterstützt explizit den „Durchhaltewillen“ der Regime-Gegner. Dabei ist die Ideologie der Islamisten der Muslimbrüder seit Jahrzehnten erforscht und bekannt.

Antisemitische Plakate waren schon am 30. Januar 2011 in Ägypten zu sehen. Der israelische Journalist und Deutschland-Korrespondent Eldad Beck berichtet auch von antisemitischen Slogans auf dem Tahrir-Platz in Kairo seither.

Man stelle sich eine Neo-Nazi Demo in Dresden oder Köln vor, wo unwidersprochen ein Neonazi ganz nah an der Kamera ein antisemitisches Plakat hochhält und der Bericht sich mit keiner Silbe davon distanziert, vielmehr die Neo-Nazi Demo vehement unterstützt.

Doch in Kairo handelt es sich ja nach Volksmeinung um gute, demokratische und nach Freiheit strebende Kräfte, nicht wahr? Da wird dann Antisemitismus und Hass auf Israel gern goutiert, promotet und in seiner Aggressivität entwirklicht. „Mehr Demokratie wagen“ heißt bei diesen Leuten auf dem Tahrir-Platz jedenfalls „mehr Antisemitismus“ propagieren.

Es ist in jedem Fall bemerkenswert, dass ein deutscher Fernsehsender ohne Kommentar ein antisemitisches Plakat zeigt und dem antisemitischen Hetzer, der dieses Plakat stolz hochhält, somit ein Millionenpublikum verschafft.

Das Problem bringt der algerische Schriftsteller Boualem Sansal in der Welt am 9. Februar 2011 auf den Punkt:

„Die Frage des Islam ist der eigentliche Stein des Anstoßes. Doch sie wird nie angegangen, ganz im Gegenteil: Alle – Demokraten wie Laizisten – beziehen sich auf die Religion. Mohammed al-Baradei, der sich als Demokrat internationalen Zuschnitts positioniert, wählte als seine erste Geste das gemeinsame Gebet mit den Islamisten auf offener Straße (er hätte auch mal in eine Kirche zu den Kopten gehen sollen), anstatt vor allem seine oppositionellen ideologischen Positionen zu betonen. Unter den aktuellen Bedingungen auf der Straße zu beten ist kein neutraler oder unverfänglicher Akt, es ist ein politisches Zeichen der schlechtesten Sorte. Es zeigt, dass viele von der Zukunft und der Demokratie sprechen, während sie sich zugleich ausgerechnet auf die Kräfte beziehen, die für das Gestern und die Ablehnung der Demokratie stehen. Der arabische Nationalismus, der ein großes Hindernis ist auf dem Weg zur Demokratie, wird immer noch als ein Grundwert angesehen. Keiner wagt, ihm den Prozess zu machen und klar zu benennen, was ihn so gefährlich und ausgrenzend macht: Er ist eine rassistische, antidemokratische, antiwestliche, antisemitische und antiisraelische Ideologie.“

Vor diesem Hintergrund und der Persistenz einer über Jahrzehnte entwickelten und gepflegten antisemitischen, antizionistischen, islamistischen, stolz-arabischen politischen Kultur sollten viele deutsche Medien, NGOs und selbst Aktivisten des eigentlich pro-israelischen Spektrums mit Euphorie endlich zurückhaltender um sich werfen. Skepsis, Angst und Nachdenklichkeit sind angesichts solcher Tagesschau-Berichte, welche offenbar die Stimmung in Ägypten widerspiegeln, eher angebracht.

Das von der Tagesschau gezeigte Bild mit Mubarak und zwei Davidsternen sowie Hitlerbärtchen ist ein antisemitischer Angriff auf Juden weltweit. Mit so einem Plakat wird das Judentum als hitleristisch und Mubarak als von den Juden gesteuert imaginiert.

Der ARD fehlen die Worte.

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Forget About Nazis, Talk About “Islamophobia”

 

Forget About Nazis, Talk About “Islamophobia”

 

This article was published in New York City in “The Algemeiner Journal,” FRIDAY, JANUARY 21, 2011 | 16 SHVAT 5771 VOL. XXXVIII NO. 1996


 

This week, there was a book presentation in Vienna, Austria, about ‘race, as a political and social construction’. One of the panelists at the event is Prof. Wolfgang Benz, head of the Center for Research on Antisemitism (ZfA) at Berlin’s Technical University. Benz has recently come under heavy criticism because he currently equates anti-Semitism with criticism of Islamism.

It started with a conference on December 8, 2008 at his institute in Berlin, entitled “concept of the enemy Muslim – concept of the enemy Jew.” The announcement itself drew clear parallels from the history of anti-Semitism in the 19th century and today’s situation for Muslims.

Well: who was attacked on 9/11? Who organizes conferences like “A World without Zionism” and denies the Holocaust? And who, by the way, organizes rallies in the heart of Berlin as well as in San Franciso, London or any other major city in the Western world in January 2009 screaming “Death to the Jews”, “Olmert is a son of a dog”, or “Hamas, Hamas, Jews to the Gas?”

Who gave some of the nastiest, most anti-Semitic and anti-American speeches at the United Nations in the last years at their General Assemblies in September? Are these examples proof for “Islamophobia?”

 

The analogy of anti-Semitism and “Islamophobia” is also the topic of another conference at an Academy in the city of Tutzing, south of Munich in Bavaria, on January 21-23, organized in collaboration with the “Moses Mendelssohn Center for European-Jewish Studies at the University of Potsdam (MMZ).” The announcement also compares the history of 19th century anti-Semitism with criticism of Islam. The flyer for this event mentions Heinrich von Treitschke, one of the most dangerous and influential anti-Semites ever. He coined the term “Die Juden sind unser Unglück” (“Jews are our Misfortune”), decades later a key term for the Nazi movement and Nazi Germany itself.

The Tutzing event draws a clear line from German pre-Nazi style anti-Semitism of Treitschke in the late 19th century to today’s criticism of Islamism, Islamic Jihad and Islamic Terrorism. Some participants are asked to talk about anti-Semitism, others about criticism of Islam. One participant is striking: a Dr. Mohammed Khallouk, representing the “General Council of German Muslims” (ZMD). He wrote in 2010 that some critics of Islamism like feminist, Muslim authors Necla Kelek or Seyran Ates just criticize Islam in order to prepare Muslims to convert to Christianity respective Judaism!

There can be no doubt, that this is an anti-Semitic (and anti-Christian) conspiracy theory. Kelek and Ates are known as intellectuals who are courageous when criticizing Islamism. Ates, formerly working as a lawyer, was almost shot dead several years ago. She survived and is well known for her books that urge Muslims to wake up to extremist realities.

Other panels of that Tutzing conference compare or equate debates about the building of synagogues in the 19th century with mosques projects today. This is, again, a denial of any specificity of the history of anti-Semitism. Judaism is not a big and imperialistic religion like Islam or Christianity, without forgetting that Christianity, contrary to Islam has had more than 200 years of enlightenment so far. Judaism did not spread terror and hatred and anti-democratic ideology when planning synagogues in Germany let’s say in 1893. Many Muslims today are known to support Hamas. In Germany many of them are serving Turkish-Islamist AKP-ideology, directly managed by the Turkish government. Such mosque projects are sometimes also financed by Saudi or other Arab sources and incorporate their anti-Western, anti-Israeli, and anti-Semitic ideology. This is all well known and analyzed. When scholars, politicians and activists today claim that criticism of Islam or Islamism reminds them of anti-Semitism, this is a distortion of history. It is also an obfuscation of the Holocaust – because 19th century German anti-Semitism led to the Shoah. If today’s criticism of Islam has similarities to 19th century Jew hatred, Muslims are a few years or decades away from a “Holocaust,” according to this relativist fashionable thought.

 

Finally, back to Prof. Benz, who is on the forefront of the equation of anti-Semitism and “Islamophobia,” and is silent about his own history. He is on the board of a “Yearbook on Islamophobia”, published in Austria. He received a Ph.D. in history in 1968 at the University of Munich under the auspices of Prof. Karl Bosl. Bosl was member of the Nazi party (NSDAP), the “Sturmabteilung” (SA), and was later paid by the “Schutzstaffel” (SS) in a scholarly project. On January 16 and 17, 1945, Bosl took part in the (probably) last conference of historians in Nazi Germany. This was a conference of the infamous “Aktion Ritterbusch,” a huge scholarly organization of Nazi historians. To underline their sympathy with the “Führer,” Adolf Hitler, this conference was held in Braunau am Inn, Hitler’s birthplace.

 

Bosl was also active in anti-Semitic circles after 1945. In 1964 he gave a talk at a revisionist conference of the “Witikobund,” equating the Holocaust with the expulsion of Germans from the East after the end of the Second World War. In 1990, three years before Bosl died, he gave a long biographical interview. Asked about his time during Nazi Germany, he said, “I was not at all involved.” Bosl was member of several academic organizations and is still honored worldwide. He was a member of the Medieval Academy of America (Cambridge/Mass.). In November 2008 the Bavarian city of Cham established a “Prof.-Dr.-Karl-Bosl-Place,” and in July 2009 the Bavarian association of Philologists for the fi rst time awarded their “Karl-Bosl Medal.”

 

Prof. Benz congratulated Bosl on his 80th birthday in 1988 by contributing to a volume in honor of Bosl. In 1990 Benz became head of the Center for Research on Antisemitism (ZfA). At an event in the city of Erlangen on March 21, 2010, Benz was asked what he thinks about Bosl’s Nazi legacy. Benz said: “Bosl was not a Nazi.”

 

 

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Johann von Leers and Walt/Mearsheimer

Johann von Leers and Walt/Mearsheimer

By Clemens Heni, Ph.D.

Scholars for Peace in the Middle East
and The Sue and Leonard Miller Center for Contemporary Judaic Studies of the University of Miami

“Fifty Years of the Special US-Israel Relationship (1962-2012) in Perspective”

January 16-18, 2011

The Conrad Miami Hotel
1395 Brickell Avenue, Miami, FL 33131


1:00 – 2:10 pm: Keynote Plenary Panel. Anti-semitism and Walt/Mearsheimer

Chair: Judith Jacobson

Steve Jacobs, University of Alabama

Marc Weitzman, Simon Wiesenthal Center, New York

Jonathan Kessler, AIPAC

Clemens Heni, Germany – Post 9/11 Germany, Nazi Germany and the German Edition of Walt/Mearsheimer’s “Israel Lobby“

Location: Conrad Ballroom, 3rd Floor

Copyright Clemens Heni


The following is part of a lecture I gave on January 17, 2011, in Miami, at the above mentioned SPME conference. Many Thanks to Sam Edelman and SPME US for inviting me and to Judith Jacobson for introducing me on that panel.

Most people think that the book “Israel Lobby” by Stephen Walt and John J. Mearsheimer was published in 2007 – at the same time in the US and in Germany, by the way. Well, the first edition of that book was rather published in 1940 – by leading National Socialist anti-Semitic publicist Prof. Dr. Johann von Leers. Von Leers published “Kräfte hinter Roosevelt” (“Forces behind Roosevelt”) in Berlin in 1940. One of the first bloggers who dealt with this was LizasWelt[i], a well known blogger in Germany.

However, not many scholars dealt with this so far.[ii] (However, co-panelist Marc Weitzman also mentioned Johann von Leers, and I referred to this. AIPAC Jonathan Kessler mentioned in his impressive presentation about Walt/Mearsheimer’s Israel Lobby the role of the Yale Political Union in promoting John J. Mearsheimer at an event in September 2008, an event I myself attended and reported about it here).

The publishing of the book “Israel Lobby” in 2007 both in the US and Germany indicates an increasing hatred of Israel and – in the case of Germany – an increasing anti-American political culture. Anti-Americanism was the response in Europe and Germany to the events of 9/11. Some left-wingers in Germany ordered “Bin Laden cocktails” on that Tuesday, September 11, 2001, in their favorite bars. Anti-Americanism and anti-Semitism are close allies, particularly in Germany.

Well: In 1940 Professor Dr. Johann von Leers published the book “Kräfte hinter Roosevelt” (“Forces behind Roosevelt”).[iii] At the end of the book you find announcements from the same publishing house, including books on “Jewish Blood Libel”[iv] and “Jewish Imperialism”[v].

Copyright Clemens Heni

Von Leers begins his book by emphasizing the German love of American freedom and the history of the settlement movement, saying that Jews had not been involved in it. He remembers stories about America, praises the “backwoodmen,” saying that from the very beginning a “worm”[vi] was working in this America. The puritans had been covered Jews.[vii] Von Leers can’t stand that Americans – as he portrays them – revolted not just against England, rather against every kind of ruler (“Herrscher”) or kingdom. And this ongoing revolt against tyranny was based on the Jewish influence, according to von Leers.[viii] He is in support of anti-Jewish pogroms in Czarist Russia, like in 1903 (Kishinev) or in 1905. He literally denounces American activities to support oppressed Russian Jewry.[ix]

Von Leers is particularly aiming at Jewish groups, he calls them “Kampforganisationen des Judentums in USA” (“organized fighting groups of American Jewry”):

1)      The American Jewish Committee

2)      The American Jewish Congress

3)      The Anti-Defamation League of the B’nai B’rith

4)      The Jewish Labor Committee[x]

Decades later, in 2007 Walt/Mearsheimer attack the American Jewish Committee, the American Jewish Congress and the ADL as well, see page 168 of the German edition of “Israel Lobby” and many other pages in that book.[xi]

 

In addition von Leers mentions the “Joint Distribution Committee,” and its support for Jews in Palestine.[xii] Von Leers says that “Zionism” “is at war with all other peoples” (!).[xiii] He says that “a few small groups” acted against Jews, including publishing the Protocols of the Elders of Zion, of course articles of Henry Ford in the “Dearborn Independent” in Michigan, but also activities of the Ku-Klux-Klan.[xiv]

Remember: Nazi anti-Semitism like that of von Leers – one of the leading Nazi authors – was anti-Zionist. This as a reminder of those people who still claim that anti-Zionism has nothing to do with anti-Semitism.

Von Leers makes lists of – in his fantasies – influential Jews. Bernard M. Baruch is called a “Mammonist,”[xv] using the then fashionable and still existent vocabulary and ideology of anti-capitalist anti-Semitism.[xvi]

Von Leers uses conspiracy theories as well, saying that several mysteries surround deaths in recent times – of course “the Jew” was behind this. He says

“Murder is an old Jewish arm. Jews always killed their political enemies, to path way to their world domination.”[xvii]

This is a typical case of pathological projection: von Leers projects his own will to mass murder onto the Jews, framing victims as Jews.

Von Leers says that Roosevelt is driven by the Jews, and planning a World War in order to silence anti-Semitism in the US. Von Leers says that “Germany” has no dispute with the American people, the “real American people”. He hopes that America frees herself from “Judenherrschaft”[xviii] (domination by the Jews). Doesn’t this sound like Walt/Mearsheimer?

The last chapter deals with Roosevelt and Bolshevism, saying that America will become communist the day they declare war. Anti-Semitism and anti-Communism are a core element of German Nazi ideology.

Finally von Leers says that Jews always (!) wanted to kill “the best among the non-Jews,” this is the “mystery of blood” according to Nazi von Leers. He says that this mystery of blood puts Roosevelt close to Stalin…[xix]

Von Leers wrote many booklets and brochures to spread German National Socialist anti-Semitism. In “Rassische Geschichtsbetrachtung”, published in 1941, he writes about the “De-Judification” of Germans themselves – he had a pathological fear of being Jewish inside! He pleads for “Dejudaization of Germany”, “Blood and Soil” and a “Nordic way of economic thinking”.[xx]

Von Leers was one of the leading Nazi anti-Semites and propagandists. He is all the more important for research because he then converted to Islam after 1945, going to Egypt in the mid 1950s and spreading Jew-hatred and anti-Semitism in the Arab world, after having been in Argentina before.

The cover of “Forces behind Roosevelt” shows eleven persons, with Franklin D. Roosevelt in front. Four orthodox looking Jews with hats and beards are accompanied by six other people rather looking like business men or celebrities. All are shown as Jewish, because the entire cover is framed in the American flag. The flag, however, has Stars of David instead of simple stars.

My message: The cover of the German edition of Walt/Mearsheimer’s “Israel Lobby” has clear similarities with an anti-Semitic book published in Nazi Germany by Johann von Leers in 1940, “Forces behind Roosevelt.”

Both covers use Stars of David instead of simple stars in their portraying of the American flag. The German publisher of Walt/Mearsheimer is Campus publisher, based in Frankfurt AND in New York City.

In an e-mail to the author Campus publisher Frankfurt justified the use of that cover and admitted that they created this cover by their own.[xxi] Obviously they have similar ideas about America and the “Israel Lobby” like Theodor Fritsch publisher in 1940 (respective 1942, third edition).


[i] http://lizaswelt.net/2007/09/11/krfte-mit-tradition/ , published on September 11, 2007; last time I visited that entry on this homepage was on January 14, 2011.

[ii] Herf analyzes von Leers in Jeffrey Herf (2006): The Jewish Enemy. Nazi Propaganda during World War II and the Holocaust, Cambride (MA), London: The Belknap Press of Harvard University Press, 134-136; he writes on page 328, footnoe 151 that the first edition of von Leers (see next footnote) was published in 1941, though it was published in 1940 (long before the US joined the Second World War). Herf does not deal with the cover of that book, though analyzes other important aspects of that anti-Semitic book.

[iii] Johann von Leers (1940)/19423: Kräfte hinter Roosevelt, Berlin: Theodor Fritsch Verlag. This publisher has an icon, made of a sword and a kind of a swastika. The cover was made by “Karl Hanisch”, ibid., 4.

[iv] „Dr. Hellmut Schramm, Der jüdische Ritualmord. Eine historische Untersuchung“.

[v] „Prof. Gregor Schwartz-Bostunitsch, Jüdischer Imperialismus. Dreitausend Jahr hebräischer Schleichwege zur Erlangung der Weltherrschaft“.

[vi] Von Leers 1940, 8.

[vii] Ibid., 9.

[viii] Ibid. 10.

[ix] Ibid., 23.

[x] Ibid., 53.

[xi] John J. Mearsheimer/Stephen M. Walt (2007): Die Israel-Lobby. Wie die amerikanische Außenpolitik beeinflusst wird, Frankfurt/New York: Campus Verlag, 168.

[xii] Von Leers 1940, 55.

[xiii] Ibid., 55.

[xiv] Ibid., 76f.

[xv] Ibid., 115.

[xvi] Clemens Heni (2010): German Ideology: Understanding Ahasver, Mammon, and Moloch, in: Journal for the Study of Antisemitism, Vol. 2, No. 1 (2010), pp. 49-87.

[xvii] „Der Mord ist eine alte jüdische Waffe. Seit jeher haben die Juden ihre politischen Gegner ermordet, um den Weg für ihre Weltherrschaft frei zu machen“ (von Leers 1940, 158).

[xviii] Ibid., 169.

[xix] Ibid., 182.

[xx] The German reads, the last two paragraphs of his brochure: „Auch nach der Ausscheidung der Juden bleibt noch die Aufgabe, den wirklichen Geist unserer Rasse, nordisches Wirtschaftsempfinden, den Gedanken der Bedarfswirtschaft und der Bindung an Blut und Boden auf allen Gebieten zu verwirklichen.

Gerade auf dem Gebiet der Rassenpolitik stehen immer noch vor uns zahlreiche, wichtige und große Aufgaben: Rassepflege, Durchsetzung arteigenen Wirtschaftsdenken, Pflege arteigenen Seelentums – neben der Entjudung durch Verdrängung der in Deutschland noch anwesenden Juden muß die Geistesentjudung und Seelenentjudung, die bewußte Einkehr zu unserer eigenen Werten, stehen“ (Johann von Leers (1941): Rassisiche Geschichtsbetrachtung. Was muß der Lehrer davon wissen, Langensalza/Berlin/Leipzig: Verlag von Julius Beltz,  vierte Auflage, 79).

[xxi] E-Mail from Campus publisher to the author, January 12, 2011.

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