Wissenschaft und Publizistik als Kritik

Monat: April 2026

Warum wird der US-Botschafter nicht abgeschoben, wenn sein Präsident mit der „Vernichtung“ des Iran droht?

Von Dr. phil. Clemens Heni, Direktor, The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA)

Donald Trump droht mit der Ermordung von 90 Millionen Menschen, wie die Frankfurter Rundschau berichtet:

Update, 6. April, 19:33 Uhr: US-Präsident Donald Trump verschärft seinen Ton gegenüber dem Mullah-Regime im Iran. Er hat dem Iran erneut mit massiven und verheerenden Luftangriffen gedroht. „Das ganze Land könnte in einer Nacht ausgelöscht werden, und diese Nacht könnte morgen sein“, sagte Trump am heutigen Montag bei einer Pressekonferenz zum Iran-Krieg im Weißen Haus.

Die Abgeordnete im Repräsentantenhaus Yasamin Ansari fordert wegen Kriegsverbrechen die Absetzung des US-Kriegsministers Pete Hegseth.

Man stellt sich als Demokrat die Frage, warum ein Land wie die USA, das solche Kriegsverbrechen ankündigt und schon welche in diesem Krieg begangen hat, weiterhin eine Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland haben darf? Diese Frage stellt sich seit Jahrzehnten bezüglich dem Iran, jetzt auch bezüglich den USA und Israel sollte auch scharfe Kritik, offizielle scharfe Kritik der Bundesregierung erfahren, weil sie bei diesen Kriegsverbrechen und angekündigten Kriegsverbrechen mitmacht, was dem einzigen Judenstaat so stark schadet wie nichts seit 1948.

Der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland Jeremy Issacharoff attackiert Benjamin Netanyahu frontal

Von Dr. phil. Clemens Heni, Direktor, The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA)

In der Times of Israel schreibt am 5. April 2026 der ehemalige Botschafter Israels in Deutschland von 2017-2022 Jeremy Issacharoff  („Netanyahu’s wars and squandered diplomatic gains„) über die politischen Fehler von Benjamin Netanyahu und der aktuellen rechtsextremen Regierung Israels. Laut Issacharoff hätte der Gaza-Krieg spätestens im Januar 2025 beendet werden müssen – und nicht erst im Oktober 2025, wobei er nur die Dutzenden Toten Israelis erwähnt, die in diesem Zeitraum im Krieg getötet worden sind, aber von den Zehntausenden getöteten Palästinenser*innen schweigt. Gleichwohl eine Kritik an Israels Gaza-Krieg, ohne jedoch das Wort Kriegsverbrechen zu verwenden, wie es notwendig ist und in der Haaretz auch regelmäßig getan wird.

Jedenfalls geht die Kritik des Ex-Botschafters weiter. Er sagt, wie es denn sein könne, dass Israel im Juni 2025 laut Netanyahu einen „historischen Sieg, der Generationen halten wird“ errungen habe gegen den Iran, wenn acht Monate später ein viel größerer Krieg gegen den Iran notwendig geworden sei? Das ist komplett inkonsistent und zeigt, dass Netanyahu lügt.

Er möchte Krieg um jeden Preis, weil sich die Israelis grundsätzlich hinter ihre Armee stellen, egal wie sinnfrei oder verbrecherisch ein Krieg ist – und gerade nicht im Sinne des Schutzes des einzigen Judenstaates. So war die libanesische Regierung, so Issacharoff weiter, sehr wohl bereit und in der Lage, die Hisbollah schrittweise zu entmachten und militärisch einzuhegen – doch Israel marschiert lieber ein x-tes Mal in das Land ein, zerstört Infrastruktur und tut so, als könne man die Hisbollah besiegen, was irrational ist, wie jeder weiß.

Netanyahu verspielt alle diplomatischen Erfolge der letzten Jahre und Jahrzehnte, wie das Abraham-Abkommen und macht keinerlei Anstalten, gerade auch mit Saudi-Arabien eine Art Friedensschluss zu erzielen, da die Saudis das entgegen den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain oder Marokko sehr wohl mit der Perspektive für einen Staat Palästina verknüpfen.

Dieser Staat wird durch das E1-Projekt und den Rassismus und die Pogrome gegen Palästinenser*innen im Westjordanland torpediert. Dazu kommt die tatsächliche Apartheids-Politik in Bezug auf die Todesstrafe im Westjordanland, die nur Araber also Palästinenser*innen treffen kann. Eine Regierung, die ein solches Todesstrafen-Gesetz mit einer Sektflasche und Sektgläsern feiert, wie es Ben-Gvir und seine rechtsextremen Knessetfreunde getan haben, hat jegliche Menschlichkeit, jegliche Legitimation verloren und steht jenseits der Demokratie. Eine solche Regierung kann man auch nicht mit Staatsbesuchen einfach so empfangen. Das zerbröselt den Zionismus.

Der Diplomat Jeremy Issacharoff fordert daher am Ende seines Texte angesichts der (vermutlich) bevorstehenden Wahlen zur Knesset dieses Jahr in Israel mehr Diplomatie, Kompromisse und eine rationalere Politik. Immerhin. Das ist weit entfernt von der scharfen und linken Analyse wie man sie in vielen Texten in der Haaretz lesen kann, aber es ist viel für einen Ex-Botschafter, der unter genau diesem Ministerpräsidenten Netanyahu seinen Job ausführte – in Berlin – und wenige Jahre später Netanyahu so scharf attackiert, wie es ein Diplomat eben kann.

Die Kernausage von Issacharoff jedoch sollte wenigstens die nicht komplett Fanatisierten und nicht völlig Realitätsgestörten (gibt es die??) in der europäischen und weltweiten Pro-Israel Szene zum Nachdenken bringen:

Das Ansehen und die diplomatische Legitimität Israels in der Region sowie auf internationaler Ebene waren noch nie so schlecht wie heute, und es besteht die Gefahr einer weiteren Verschlechterung.
(Übersetzung CH)

So ist es. Vermutlich noch nie war Israel seit 1948 so isoliert wie heute, all die Solidarität, die es nach den genozidalen Massakern der Hamas und der Palästinenser vom 7. Oktober 2023 erhalten hatte, hat es mit einem schier unendlichen Militarismus und Extremismus verspielt. Nie wurde der Zionismus so sehr von innen beschädigt, wie durch Benjamin Netanyahu. Leiden tun darunter primär die Palästinenser*innen, aber auch die – allerdings sehr kleine Zahl – linken Zionist*innen in Israel.

Doch auch die Gesamtbevölkerung leidet ja darunter, tägliches Schutzsuchen in Bunkern, Safe-Rooms in Wohnungen, Apartments und privaten Häusern und anderen Schutzräumen sind ein unerträglicher Zustand und sie sind Resultat des israelischen und amerikanischen völkerrechtswidrigen Angriffskrieges. Jeder, der minimal wusste, wie der Iran funktioniert, wusste, dass es so kommen würde, inklusive einer Verschärfung des Regimes nach Ali Khamenei.

Und nicht mal die Ankündigung von Trump, das ganze Land zu zerstören, Kraftwerke, die Strom- und Energieversorung für 90 Millionen Menschen zu zerbomben, wie es in seiner zwischen Infantilismus, Prä-Demenz und faschistischer Gewalt oszillierenden Sprache heißt, schockiert diese Pro-Israel-Szene.

Ich sah die dümmlichen Lachgesichter, Icons, Reels, Kommentare und Memes auf den a-sozialen Medien von jenen, die sich freuten, dass dieser Islamist Ali Khamenei gleich am ersten Tag des Iran-Krieges getötet worden war. Seine Nachfolger sind für Israel noch weit gefährlicher. Am gefährlichsten jedoch für den einzigen Judenstaat ist die aktuelle israelische Regierung.

 

P.S., 06.04.2026, 22 Uhr:

Die Ökonomin Fawzia Naqvi sieht heute in Anlehnung an Experten die realistische Gefahr, dass der Iran mit dem nur 60 Prozent angereicherten Uran eine  Atombombe wie von Hiroshima bauen könnte und vermutlich bauen wird.

Naqvi betont, dass die „militärischen Ziele“ der US-Armee menschenverachtend und völkerrechtswidrig sind und dass es eine Schande für die Menschheit sei, wenn die US-Medien einfach so nachplapperten, was der Fascho Trump sagt, dass „wir unsere militärischen Ziele erreicht haben“. Eines der ersten Ziele war ein Gymnasium mit Schulmädchen, über 170 Mädchen, Lehrer*innen und Eltern wurden dabei ermordet. Heute, 6.4., hätte die US Luftwaffe das „MIT des Iran“, eine Eliteuniversität in Teheran, wo sehr viele anti-islamistische Demonstrant*innen studierten, angegriffen, so Naqvi.

Haaretz ruft Juden und Israelis dazu auf, gegen den Iran-Krieg aufzustehen

Von Dr. phil. Clemens Heni, Direktor, The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA)

Enttäuschte Liebe ist ein heftiges Gefühl. Ein viel heftigeres Gefühl als eine rationale Gegnerschaft zu einer bestimmten Politik. So sind auch manche MAGA (Make America Great Again) Anhängerinnen von Trump dermaßen enttäuscht, dass sie verbal durch die Decke gehen. Einige dieser Kriegsgegnerinnen und -gegner sind durchaus eloquent und intelligent, was eigentlich ein Widerspruch ist zur MAGA-Bewegung. Aber sie meinten das ernst, mit nie wieder Krieg – aus isolationistischen, nicht pazifistischen Gründen. Sie betonen, wie viel man für die Gesundheit oder die Bildung tun könnte, anstatt diese Hunderten (!) Milliarden, die der Krieg schon jetzt allein die USA kostet, auszugeben.

Sieger seien Russland, China und der Iran. Was für ein unschilderbares Versagen der USA und Israels. So die Position nicht weniger MAGA-Anhänger*innen mit Gendersternchen.

Sie sind außer sich, dass Trump so dermaßen fanatisch und dumm ist, wie er eben ist. 700 Millionen US-Dollar kostet das Radar-Flugzeug, Typ Awacs, das jetzt auf einer US-imperialistischen Militärbasis in Saudi-Arabien unschädlich gemacht wurde – von einer iranischen Drohne!

Was für ein Debakel für die weltgrößte Militärmacht, die doch eine hoch entwickelte Industriegesellschaft wie den Iran in „die Steinzeit bomben“ möchte – ein Kriegsverbrechen, das Trump und sein faschistischer Kriegsminister Pete Hegseth ankündigen – wobei Hegseth sagte, es werde „kein Mitleid“, „kein Pardon“ geben im Krieg, was die Ankündigung von Kriegsverbrechen, dem Töten von Gefangenen etc. bedeutet – und niemand haut ihnen dafür in die Fresse, wie damals Beate Klarsfeld dem Nazi Kiesinger eine Ohrfeige gegeben hat.

Was neben den toten Zivilist*innen im Iran oder im Libanon beim aktuellen Krieg ebenso unverzeihlich ist, ist die Tatasche, dass Trump und Netanyahu und die ganze Bande einen dazu gebracht haben, unwillkürlich Schadenfreude zu empfinden, wenn ein US-Kampfjet (F-35) ausgerechnet von den Islamfaschisten des Iran abgeschossen wird.

Der völkerrechtswidrige Krieg gegen das islamfaschistische Regime des Iran vom Faschisten Donald Trump und seiner faschistischen US-‚Regierung‘ sowie in Kooperation mit der rechtsextremen Regierung des Antizionisten Benjamin Netanyahu muss sofort aufhören.

Bedingungslose Kapitulation der USA und von Israel sowie freie Fahrt für alle Schiffe durch alle Weltmeere, was ein Ende der Herrschaft des Iran über die Straße von Hormus sowie des Roten Meers bedeutete.

Dass es diese beiden Meerengen gibt, war den USA und Israel zuvor nicht bekannt. Sie ahnten nicht, dass die gesamte Welt in eine massive Energie-, Wirtschafts- und somit Sozialkrise stürzen würde, wenn es so gut wie kein Öl oder Flüssiggas etc. über die Straße von Hormus mehr gibt, obwohl ja ’nur‘ 20 Prozent des weltweiten Öls über diesen Schifffahrtsweg transportiert wurden bislang.

Sie dachten, der Iran würde sofort kapitulieren, weil sie sich die letzten 47 Jahre überhaupt nicht mit dem Iran befasst haben und keine – keine! – Ahnung haben, auch der Mossad und der CIA nicht – wo die Tausenden Rakten gelagert sind und dass viele nie erreichbar sein werden, weil Granit stärker noch ist als Beton. Wussten die Expert*innen in Jerusalem und Washington, D.C. nicht. Und niemand sagte es ihnen vorab.

Wir sind im Krieg, auch Deutschland, das ja weiter eine zentrale Militärbasis für die USA ist. Und mehr noch, wie jetzt bekannt wurde, müssen sich junge Männer in Deutschland im Alter von 18 bis 45 in Zukunft – man fühlt sich an die Nazi-Zeit wirklich direkt erinnert! – abmelden, wenn sie länger als drei Monate dieses elende Land verlassen wollen. Abmelden! Das sind ukrainische Verhältnisse oder russische, mitten in diesem nicht mehr post-, sondern prä-faschistischen Land.

Dazu passt, dass die Nazi-Gründung VOLKswagen jetzt teils umsattelt und nicht mehr nur Autos, sondern auch Militärgüter herstellt, auch in Kooperation mit Israel. Viele die das kritisieren, mögen Antisemiten sein, unzweifelhaft. Aber viele sind auch Anti-Militarist*innen und Antifaschist*innen und hätten es lieber gesehen, wenn VOLKSwagen 1945 komplett platt gemacht worden wäre.

Nach allem, was wir nach fünf Wochen Iran-Krieg wissen, ist Folgendes:

Die USA und Israel haben kein konkretes Kriegsziel.

Das Regime im Iran scheint eher gestärkt zu sein und nicht geschwächt.

Wenn nach fünf Wochen extremen Bombardements der Iran noch locker 50 Prozent seiner Raketen besitzt und Israeli täglich bis zu vier Mal in die Schutzbunker gehen müssen, dann ist das ein Versagen Israels.

Wenn US-Kampfjets abgeschossen werden können, haben die USA eben nicht die Lufthoheit, sondern sind jederzeit – jederzeit – verwundbar.

Dazu kommt dann die Kriegsunterstützung durch die Jüdische Allgemeine wie durch den Präsidenten des Zentralrats der Juden Josef Schuster. In der aktuellen Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen schreibt er auf Seite eins:

Zu viele erheben bereitwillig die Stimme gegen den angeblich »völkerrechtswidrigen« Krieg gegen das Mullah-Regime, um dann zu schweigen, sobald das Leid der Menschen im Iran und in Israel seit Beginn dieses Krieges zur Sprache kommt.

Würde Schuster zum Beispiel die Haaretz lesen oder Texte von J Street, wüsste er, dass dieser Krieg tatsächlich völkerrechtswidrig ist und dass Zionist*innen wie in der Haaretz oder bei J Street den Islamfaschismus des Iran seit vielen Jahren thematisieren und kritisieren.

Weiter schreibt Schuster dann am Ende seines Essays:

Diese Resilienz und die Liebe zur Freiheit sind es, die wir als jüdische Gemeinschaft an Pessach feiern und das ganze Jahr über unter Beweis stellen. Antisemiten werden weiterhin versuchen, jüdisches Leben unsichtbar zu machen und uns an den Rand der Gesellschaft zu drängen. Solange wir die Lektionen der Freiheit beherzigen, solange wir unsere Traditionen ehren und weitergeben – solange wir stolz darauf sind, jüdisch zu sein, werden sie an diesem Ziel immer scheitern.
Dieses Pessach feiern wir im vollen Bewusstsein darum, wie kostbar unsere Freiheit ist.

Man kann nur auf etwas „stolz“ sein, was man selbst erreicht hat. Die Herkunft ist völlig beliebig und zufällig. Darauf kann man nicht „stolz“ sein. Wer darauf „stolz“ ist, welcher Gruppe man von Geburt an angehört (oder durch Konversion zu einer dann wieder nur Religionsgemeinschaft konvertierte), sollte vielleicht einfach nochmal ganz von vorne anfangen.

Ich hab jedenfalls mein Abonnement der Jüdischen Allgemeinen endlich gekündigt – als Zionist lese ich die Haaretz, die häufig wohltuend intellektuell vielfältig ist und in einer ganz anderen publizistischen Liga spielt als die Jüdische Allgemeine.

Ich hab schon 2008 den rechtsextremen Kurs von Netanyahu kritisiert, es ist also ein schleichender und kontinuierlicher Prozess der Kritik. Gleichzeit habe ich vor allem durch Texte der Haaretz und in Teilen, geringeren Teilen, auch in der Times of Israel viele zionistische Stimmen gelesen, die nicht nur gegen Netanyahu sind, sondern auch diesen Krieg ablehnen und die Kriegsverbrechen des Gazakrieges nicht unter den Teppich kehren, sondern zum Thema machen wollen.

Und dann geht es wieder um Liebe. Die Liebe zu Israel, dich ich nie als solche bezeichnen würde, aber egal, die Haaretz jedenfalls wendet sich an die Israelis, die ja ihr Land lieben und schreibt zu den jüdisch-zionistischen Israel Liebenden IN ISRAEL:

Verstehst du denn nicht, dass du ausgenutzt wirst, dass sie dich (wieder einmal) über den Tisch ziehen? Dass sie, wie schon am 7. Oktober und unzählige Male zuvor, deine Liebe zu diesem Land und seinen Menschen, dein Bekenntnis zur Überparteilichkeit und sogar deinen Respekt vor dem jüdischen Bund und der jüdischen Tradition ausnutzen?
Es ist einfach, aber bedrückend, diese Gedanken in Haaretz zu äußern – sozusagen vor dem Chor zu predigen. Aber es gibt viele Menschen, die sich mit den ursprünglichen Zielen dieses Krieges identifiziert haben – bevor er zu einem gescheiterten Krieg um Öl wurde –, die vermuten, dass ihr Leben nicht so sein muss, dass man ihnen direkt ins Gesicht lügt. Sie sind sich nicht einmal sicher, ob sie so denken dürfen. (Übersetzung aus dem Englischen von CH)

So schreibt Ravit Hecht am 2. April 2026 in der Haaretz („Israel’s Center Must Rise Up Against the Iran War“).

Was für eine intellektuelle Kluft, ja was für zionistische Welten liegen zwischen diesem Text und jenem von Josef Schuster?

Angesichts der Pogrome gegen Palästinenser*innen in der Westbank, beinahe täglich, und der brutalen Ideologie und Praxis jener, die sich „religiöse Zionisten“ nennen und fast immer weder das eine noch das andere sind, wie Daniel Goldman im Oktober 2024 herausragend analysiert hat („The Religious Zionist Party leadership: Neither religious, nor Zionist“), gilt es Distanz zu wahren und Kritik zu üben.

So wie es zum Beispiel der deutsche Botschafter in Israel Steffen Seibert tut und damit massiv in Konflikt gerät mit der rechtsextremen israelischen Regierung, die sich schon freut, dass er bald turnusmäßig abgelöst werden wird.

Absolut zentral ist die Analyse des Historikers Moshe Zimmermann in der ZEIT, wo er in einem Interview sagt:

Die ursprünglichen Zionisten sprachen nicht vom jüdischen Staat, sondern vom Judenstaat. Ein Staat für Juden, in dem sie ihr Recht auf nationale Selbstbestimmung verwirklichen möchten. Für frühe Zionisten umfasste „jüdisch“ vor allem Tradition, Sprache, Geschichte. Die Religion galt als Privatsache.

 

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