Wissenschaft und Publizistik als Kritik

Monat: Januar 2026

So beginnt das Jahr 2026: Faschismus in den USA, Massaker durch das islamofaschistische Regime im Iran

Von Dr. phil. Clemens Heni, Direktor, The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA)

Die Morde an zwei Bürger:innen durch die faschistischen Paramilitärs von ICE der US-Regierung in Minneapolis im Januar 2026 sind ein weiteres Zeichen, dass die Demokratie in den USA am Ende ist. Es gibt Proteste, ja, es gibt in Grenzen noch die Möglichkeit, sich unzensiert zu äußern, der Song „Streets of Minneapolis“ von Boss Bruce Springsteen ist enorm wichtig und ein Zeichen dafür.

Aber auch er wird die unerschütterliche Macht des Sexisten, Rassisten, antisemitischen Verschwörungsmythen-Verbreiters und Faschisten Donald S. Trump nicht stoppen.

Ich kann das schreiben, weil ich die nächsten drei Jahre ohnehin nicht vor habe in die USA zu reisen. Jan van Aken von der Linkspartei könnte das auch schreiben, weil auch er nicht in die USA reisen wird, weil er als Demokrat nicht in ein „Abschiebegefängnis“ geworfen werden will von den Handlangern von Trump. Trump hat schon gedroht, die drohende Niederlage bei den Midterm-Wahlen nicht anzuerkennen. Er ist Diktator des größten und mit Abstand gefährlichsten Militärs der ganzen Welt, auch wenn Russland natürlich ebenso unzählige Male die USA auslöschen könnte, wir leben in der letzten aller Zeiten. Wir sind seit August 1945 die letzte Generation, wie als erster der Philosoph Günther Anders erkannte.

Trump oder der frauenverachtende, Frauen nur als Inkubator seiner widerlichen Gene sehende Elon Musk, der vom Springer-Konzern publiziert wurde, sind das Ende der westlichen Welt und Promoter des digitalen Faschismus obendrein.

Und konnte man das alles nicht erahnen? Doch, konnte man. Ich schrieb daher am 20. Januar 2017, zur Amtseinführung von Trump 1:

Amerikas 1933 und die „identitäre Demokratie“ (=Faschismus)

Die Rede Donald Trumps bei seiner Inauguration zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika war eine faschistische Rede. Warum? Weil sie, wie die Politikwissenschaft es nennt, die „identitäre Demokratie“ beschwor, die Einheit von Führer und Volk.

Es gibt keine Parteien, Eliten und Kompromisse mehr. Nur noch den Willen des Führers, der sich im vorgeblichen Apriori des Volkes widerspiegelt. Das meint heute „identitäre Demokratie“.

Alles was er tut, der Führer, macht er nur für das Volk. Trump sieht sich nicht als Politiker, Elite oder Establishment. Sondern er ist identitisch mit dem Volk, keine Vermittlung ist nötig oder möglich. Das ist die Ideologie. Eine antidemokratische, faschistische Ideologie.

Das kennen wir aus der Geschichte, allerdings niemals aus der amerikanischen, aber der deutschen.

Der Größenwahn und der Minderwertigkeitskomplex, der aus jeder Silbe dieses narzisstischen Fanatikers spricht, sind Ausdruck wahlweise eines präbubertären oder postpubertären Entwicklungsstadiums. Darüber kann man aber nicht lachen, denn die Lobpreisung der faschistoiden bzw. faschistischen und nazistischen „identitären Demokratie“ in Reinform ist das Programm von Donald Trump.

Führer und Volk als amerikanische Volksgemeinschaft, „America First“ – Deutschland den Deutschen, sagt die AfD, und gegen Krieg sind auch viele linke Trumpgegner, am absurdesten in Berlin war die Teilnahme der Anti-NATO-Gruppe am Anti-AfD-Anti-Trump-Protest, die ja vielmehr Brüder und Schwestern im Geiste Trumps zu sein scheinen.

America First war die Bewegung, die einen Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg unter allen Umständen verhindern wollte. Kein Krieg gegen die Nazis und die Deutschen. Das sind die pro-nazistischen Vorbilder für Trump.

Dagegen war George W. Bush ein Freiheitskämpfer, der Freiheit und Demokratie verbreiten wollte (auch wenn das, logisch, primär die Freiheit des Kapitals ist).

Die Wortwahl und der Wortschatz des neuen US-Präsidenten sind an Primitivität nicht zu überbieten, es sind nicht mal Floskeln, eher Kampfbegriffe und Repetitionen oder das Schreien eines kleinen Jungen, der viel zu viel Macht hat. Unzivilisierter, ungebildeter, grotesker als dieser über 70jährige Mann kann man gar nicht reden. Er badet in seiner eigenen vulgären oder platten, verkümmerten Sprache und brutalen Ideologie. Er sieht sich als ersten wahren Vertreter des Volkes in Amerika jemals. Dieser Größenwahnsinn ist beängstigend, ja vollkommen schockierend.

Eine Schande für Amerika und ca. 60 Millionen Amerikaner sind für diese Schande jeweils persönlich verantwortlich. Das war zwar keine demokratische Mehrheit, aber Amerika hat eben kein demokratisches Wahlsystem.

Trumps Inaugurationsrede ist eine faschistische Rede.

Die vielleicht noch viel größere Schande oder Peinlichkeit – hier: für die Juden Amerikas und das Pro-Israel-Lager weltweit, nicht zuletzt in Deutschland – an diesem Tag war das Gebet von Rabbiner Marvin Hier vom Simon Wiesenthal Center, der Trump fast als eine Art Messias feiert, der „Zion“ und „Jerusalem“ retten würde.

Da hätte David Ben-Gurion aber losgeschlagen, das wäre Rabbi Hier nicht gut bekommen, auf so eine Weise den Zionismus zu diffamieren und ihn mit einem Fascho zu identifizieren und für den Faschisten zu beten. Es kam also wie erwartet.

Der neue US-Präsident ist die größte Gefahr für Amerika jemals und für den Westen und die Welt seit vielen Jahrzehnten. Trump hat von repräsentativer Demokratie nie etwas gehört, er verabscheut sie (da wird er sich mit den legalen Islamisten prima verstehen, by the way).

Er ist ein unpolitischer Kapitalist, der gerne Frauen missbraucht, Rassismus promotet und vor allem „America First“ promotet. Das läuft den deutschen und europäischen Nationalisten natürlich runter wie Honig.

Trump kennt nur sich, den Führer, und die Bewegung, das Volk. Das ist Amerikas 1933.

Wenig später wurde ich aus lächerlichen selbsternannten pro-israelischen Gruppen ausgeschlossen, was schon damals den neu-rechten Trend in der Pro-Israel Szene weltweit zeigte. Das hat sich bis heute noch potenziert.

Ich lernte noch an der Universität Tübingen in Geschichte während des Studiums, dass es gerade kein Zufall sei, dass es in den USA nie einen Faschismus gab. Das war Anfang der 1990er Jahre. Das war kein Verharmlosen der vielen Verbrechen der USA wie der Rassismus, die Rassentrennung, die Sklaverei, den Vietnamkrieg oder die kapitalistische Zurichtung der Welt.

Es war aber eine erstmal korrekte Beschreibung, weil im 20. Jahrhundert der Faschismus in den USA jedenfalls nicht Staatsmacht war. Die USA habe nach dem Holocaust Holocausttäter geschützt und das war eine der widerlichsten Geschichten in der Geschichte der USA nach 1945 überhaupt. Das war aber noch nicht das Gleiche wie Faschismus oder die „identitäre Demokratie“.

Parallel zum US-Faschismus gibt es seit langer Zeit den islamischen Faschismus, insbesondere im Iran, aber auch in unzähligen arabischen und anderen muslimischen Staaten. Die Islamische Republik Iran ist ein faschistischer Staat mit einer in großen Teilen dissidenten Bevölkerung. Jetzt wurden im Januar 2026 geschätzt über 35.000 Demonstrant:innen von den islamistischen Faschisten des iranischen Regimes hingemetzelt, in einem der größten Massaker der letzten Jahrzehnte weltweit überhaupt, in wenigen Tagen, die meisten am 8. und 9. Januar.

Das sind derzeit die beiden größten Bewegungen weltweit überhaupt. Westlicher Rechtsextremismus und Faschismus wie in den USA und islamischer Faschismus wie im Iran oder in Indonesien wie in Aceh.

Trump möchte nach seiner völkerrechtswidrigen Entführung des Präsidenten von Venezuela nun mit einer Seeblockade Kuba in die Knie zwingen, keine Energie mehr hineinlassen und das sozialistische Land zerstören, nach Jahrzehnten des neoliberalen Terrors von außen gegen das Land. (By the way, für linke ZeroCovid-Faschos war Kuba ein Paradies, aber wem sage ich das.)

So beginnt das Jahr 2026.

 

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