Von Dr. phil. Clemens Heni, Direktor, The Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA)

Die Neue Rechte beherrscht unser Leben täglich mehr. Der Kulturstaatsminister möchte keinen Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig:

Begründet hatte Weimer die Entscheidung damit, die Sammlung gedruckter Werke sei nicht mehr zeitgemäß und die DNB solle stattdessen stärker auf digitale Inhalte setzen.

Zuvor hatte Wolfram Weimer drei linken Buchläden – dem Golden Shop in Bremen, der Roten Straße in Göttingen und der Schwankenden Weltkugel in Berlin – den ihnen von einer unabhängigen Jury zugesprochenen Buchhandlungspreis abgesprochen, was ein juristisches Nachspiel haben wird.

Das ist jedenfalls neu-rechte Kulturpolitik.

Dabei haben sich Buchläden wie Verlage, aber vor allem auch Restaurants und Veranstaltungsorte wegen der gesundheitsschädigenden Coronapolitik ohnehin nur schwer halten können, viele gingen auch bankrott, was den ganzen Einzelhandel, inklusive große Ketten betrifft. Der jetzt verstorbene Sozialphilosoph Jürgen Habermas hatte gegen Ende seines Lebens seinen autoritären Zug während Corona deutlich gemacht, was nahezu niemand erinnert, dabei ist das nur wenige Jahre her.

Dazu hatte ich in meiner Studie „Pandemic Turn“ von 2023 Folgendes geschrieben:

Jürgen Habermas stellt die ganze Debatte über Demokratie, Menschen- und Grundrechte auf den Kopf und möchte in Carl Schmittscher Manier dem Staat alle Rechte für den Ausnahmezustand geben, ja es sei eine Pflicht, dass der Staat so rigoros durchgreift, wie nur möglich, ohne mit der Wimper zu zucken. Habermas ist der extreme Rechte, der Schmittianer und nicht nur ein Teil der Kritiker*innen der Coronapolitik, der auch unzweifelhaft rechts ist. Habermas schreibt in aggressiver Diktion:

„Das Ziel, die Rate der auf Corona zurückzuführenden ‚Übersterblichkeit‘ der Bevölkerung so niedrig wie möglich zu halten, deckt sich ja keineswegs mit dem Ziel zu verhindern, dass die Zahl der schwer erkrankten und behandlungsbedürftigen Corona-Patienten die Grenze der vorhandenen Betten und Beatmungsgeräte üb­er­schreitet. Das aber bedeutet faktisch eine Verschiebung der Zielbestimmung, mit der die eigentlich entscheidende Frage aus der politischen Öffentlichkeit verdrängt worden ist: ob denn ein demokratischer Verfassungsstaat bei der Verfolgung des Ziels der Pandemiebekämpfung überhaupt das Recht hat, Politiken zu wählen, mit denen er die vermeidbare Steigerung von Infektionszahlen und damit der wahrscheinlichen Anzahl von Sterbefällen stillschweigend in Kauf nimmt.“[1]

Raphael Gross hat in seiner Dissertation den Antisemitismus von Carl Schmitt detailliert untersucht und kritisiert. Im Zusammenhang mit Corona passt seine Analyse des Begriffs „Dezisionismus“, wie er bei Schmitt 1922 in „Politische Theologie“ Verwendung findet:

„Etwa ein Jahrhundert später führt Schmitt, de Maistres Thema wieder aufgreifend, Hobbes Satz gegen denjenigen von Locke an: ‚the Law gives authority.‘ In diesem Kontext führt Schmitt seinen Begriff des Dezisionismus ein; dieser wurde später zur Kennzeichnung seines eigenen Denkens verwendet: ‚Der klassische Vertreter (wenn ich dieses Wort bilden darf) dezisionistischen Typus ist Hobbes.‘ Hobbes‘ dezisionistische Formel ‚Auctoritas facit legem‘ sollte Schmitts Entscheidung gegen das Gesetz, gegen die ‚Herrschaft des Gesetzes‘ und für die Autorität stützen. Denn schließlich sage ‚das Gesetz‘ nicht, ‚wem es Autorität‘ gebe.“[2]

Exakt so handelte Kanzlerin Angela Merkel zu Beginn der Coronakrise. Es wurde nicht im Parlament gestritten, debattiert und Kompromisse oder die bestmögliche Antwort auf eine Krisensituation gesucht, sondern es wurde beschlossen, dieser dezisionistische Akt war schockierend für eine parlamentarische Demokratie, die nicht mehr funktionierte. Für Merkel und die gesamte Politik zählte nicht das Gesetz, sondern die Autorität, nicht die Legislative, sondern die Exekutive.

[1] Jürgen Habermas (2021): Corona und der Schutz des Lebens. Zur Grundrechtsdebatte in der pandemischen Ausnahmesituation, September 2021, https://www.blaetter.de/ausgabe/2021/september/corona-und-der-schutz-des-lebens#_ftn3.

[2] Raphael Gross (2000): Carl Schmitt und die Juden. Eine deutsche Rechtslehre, Frankfurt a.M.: Suhrkamp, S. 164 f.

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Dann kam der Ukraine-Krieg im Februar 2022 und der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands wurde nicht engehegt, was diplomatisch möglich gewesen wäre – Stichwort: die Ukraine erklärt, kein NATO-Mitglied werden zu wollen, worauf es jetzt, nach Hunderttausenden Toten und massiven Gebietsverlusten für die Ukraine auch hinauslaufen wird -, aber nicht gewollt.

Auf einmal war Geld da, „Sondervermögen“ für die Bundeswehr, davor bei Corona auch schon, ohne sich demokratisch über die Konsequenzen Gedanken zu machen. Die kapitalistische Austeritätspolitik des Neoliberalismus seit den 1970er/80er Jahren war wie hinweggefegt – mit noch mehr Kapitalismus, steigenden Mieten, der ökologischen Krise, aber staatliche Ausgaben (Schulden!) en masse, jetzt vor allem für die Bundeswehr.

International ist die Neue Rechte also seit vielen Jahren am Ruder, wenn wir die irrationale Coronapolitik unter neu-rechte Politik subsumieren wollen, wofür – siehe Carl Schmitt – einiges spricht. Zudem gibt es die Anti-Sozialstaatspolitik der Bundesregierung (CDU/CSU/SPD), die den Armen noch mehr Druck macht und das erst jüngst eingeführte Bürgergeld wieder abschafft, über Italiens Meloni und ihrer antifeministischen Familienpolitik sowie Trumps Anti-Diversitäts und Anti-Woke Agenda hin zur Kriegspolitik, zumal im Nahen Osten, ohne aber die Aggressionen der USA in Lateinamerika zu vergessen.

Der völkerrechtswidrige Krieg Israels und der USA gegen das islamfaschistische Regime in Teheran könnte den Iran näher an eine für Israel lebensbedrohliche Atombombe bringen als gedacht.

Ist klar: wer auch nur vom „Völkerrecht“ redet, ist ein Antisemit, so denken die irrationalen, unstrategischen, extrem rechten und völkerrechtswidrigen angeblichen Pro-Israel-Leute, inklusive der israelischen Regierung und ihrer Lakaien.

Wer Israel wirklich existentiell schadet, ist nicht nur der islamistische Iran, sondern auch Benjamin Netanyahu und seine rechtsextreme Bagage und natürlich Donald Trump mit seiner aggressiven, irrationalen, machistischen, kriegslüsternen, antikommunistischen, turbo-kapitalistischen, anti-ökologischen, rassistischen, verschwörungsmythischen, antifeministischen und anti-woken Politik.

Doch verhindert der zweite Krieg Israels gegen den Iran in acht Monaten wenigstens, dass der Iran „die Bombe“ kriegt?

Nein, es könnte den Weg des Iran zur Bombe beschleunigen.

Das wäre der exakt gegenteilige Effekt von den Märchen, die uns Netanyahu und Trump erzählen und die von ihren – allerdings täglich weniger werdenden – Anhänger*innen im Westen geglaubt und propagiert werden.

Und das sagt nicht irgendjemand, sondern einer, der sich wirklich auskennt, ein Israeli, Zionist, Soldat, Geheimdienstler.

In einem bemerkenswerten Gespräch der Times of Israel mit Danny Citrinowicz, einem führenden Iran-Experten des israelischen Militärs, vom 13. März 2026 heißt es nämlich:

Nun stehen dem Iran also zwei Optionen zur Wahl: sein Atomprogramm vollständig aufzugeben oder die Entwicklung einer Bombe voranzutreiben.
Danny Citrinowicz, der die Iran-Abteilung der Forschungs- und Analyseabteilung des israelischen Militärgeheimdienstes leitete, vertritt die Ansicht, dass ein bedrohtes Iran sich eher für die zweite Option entscheiden wird, insbesondere angesichts der Tatsache, dass es nun von Khameneis Sohn Mojtaba geführt wird, der entschlossen ist, den Tod seiner Familienangehörigen zu rächen, die zusammen mit ihm getötet wurden.

(Übersetzung CH)

Weiter heißt es:

Während der Iran in den Gesprächen weiterhin darauf bestand, sich das Recht auf Urananreicherung zu bewahren, erklärte der vermittelnde Außenminister von Oman, Badr al-Busaidi, Teheran habe zugestimmt, das von ihm angereicherte Uran nicht zu horten.

„Das war eine wichtige Entwicklung, denn es bedeutete, dass der Iran lediglich darauf abzielte, sein Anreicherungsprogramm aufrechtzuerhalten, um sein Gesicht zu wahren“, erklärte Citrinowicz, der derzeit als Senior Fellow am Institut für Nationale Sicherheitsstudien in Tel Aviv tätig ist.

„Wenn man den Iran daran hindern wollte, eine Bombe zu bauen – und genau das haben die Iraner ja angeboten –, dann war eine solche Vereinbarung eigentlich keine schlechte Option“, sagte er und wies darauf hin, dass eine solche Vereinbarung auch ein Inspektionsregime beinhalten würde, sodass es nicht darauf hinausgelaufen wäre, der Islamischen Republik einfach zu vertrauen.“

(Übersetzung CH)

Citrinowicz betont, dass der Iran-Krieg ohne ein realistisches Kriegsziel begonnen wurde. Natürlich ist er für einen Regimewechsel, aber der ist äußerst unrealistisch. Er betont, dass der Iran diplomatisch hätte eingehegt werden können, ja dass sogar der ehemalige oberste Mullah Ali Khamenei harmloser gewesen sei als sein Sohn oder andere Nachfolger:

„Ich weiß nicht, ob Mojtaba [der Sohn von Ali Khamenei] den Tag nach dem Krieg noch erleben wird, und der Iran wird ohnehin einen schweren Stand haben, was seine innenpolitischen Probleme angeht“, sagte Citrinowicz. „Aber [Ali] Khamenei war ein Ausgleichsfaktor zwischen den IRGC [Revolutionsgarden, CH] und den gemäßigteren Kräften innerhalb des Regimes. Jetzt haben wir jemanden, der von den IRGC kontrolliert wird, und ich glaube, dass sich das in der künftigen Nuklearstrategie des Iran niederschlagen wird.“

(Übersetzung CH)

Schließlich resümiert Citrinowicz:

„Ein Regimewechsel braucht Zeit. Wir können jemanden aus der Opposition finden, wir können die Opposition bewaffnen, wir können vieles tun, aber ich bin mir nicht sicher, ob das in absehbarer Zukunft etwas bringen wird“, sagte er. „Wir sind wirklich ohne jeglichen strategischen Plan in diesen Krieg gezogen.“

Eine Strategie hat Israel schon: den Machterhalt von Netanyahu, um wirklich jeden Preis.

Laut amerikanischen Geheimdienstinformationen läuft Israel Gefahr, immer weniger Abwehrraketen und andere Möglichkeiten zu haben, iranische Geschosse oder Angriffe der Proxies des Iran abzuwehren. Wir sahen das die letzten Tage, Tote in Israel wie in der Westbank. Ja, sogar ein Einschlag in der Altstadt Jerusalems, nur 400 Meter von der Klagemauer und der Al-Aqsa-Moschee entfernt.

Und dann kommt der Antisemitismus und der Verschwörungswahn ins Spiel. Isolationistische und extrem rechte einflussreiche Stimmen in den USA wie Tucker Carlson, Megan Kelly, Candace Owens oder der Holocaustleugner Nick Fuentes behaupten, Israel habe die USA in den Krieg gezogen, wie Arno Rosenfeld im Jewish Forward analysiert und kritisiert. Das erinnert ihn an die antisemitische Dolchstoßlegende nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland, oder an Äußerungen des damaligen US-Präsidenten Nixon, der meinte, besonders viele Juden seien Gegner*innen des Vietnamkriegs gewesen. Viele ziehen heute eine direkte Verbindung des kriminellen Sexualstraftäters und Frauen- und Mädchenhassers Jeffrey Epstein und seinem großen Kreis von männlichen Mittätern hin zu Israel, den Juden und Trump.

Im Schatten des aktuellen Iran-Krieges herrscht weiterhin Nahrungsmangel in Gaza, in einem nahezu vollständig zerstörten Gebiet. Dazu kommt: die Hamas gibt es weiterhin! Die IDF hatte – logisch, weil unmöglich – die Hamas nicht zerstört, aber Zehntausende Zivilist*innen ermordet in einem Krieg, der alsbald nach seinem Beginn seine Rechtfertigung verloren hatte.

Dazu kommen pogromartige Ausschreitungen, tagtäglich, von Siedlern gegen Palästinenser*innen in der Westbank. Alles religiös oder nationalistisch oder messianisch ‚abgesichert‘ und von der israelischen Regierung ermuntert und geduldet.

Wie Arno Rosenfeld betont, sind Halbwahrheiten oder das „Gerücht über die Juden“, wie Adorno sagte, extrem gefährlich. Es ist nicht alles falsch, was Antisemiten sagen, weil sie Antisemiten sind. So waren viele Jüdinnen und Juden gegen den Vietnamkrieg, doch das waren nicht „die Juden“.

Das Ganze wird noch verschärft dadurch, dass sowohl die amerikanische wie israelische Öffentlichkeit keine klaren Aussagen ihrer Regierungen über die konkreten Ziele des Iran-Krieges erhalten, wie Dan Perry im Jewish Forward betont.

Schließlich schreibt der israelische Brigadegeneral (Reservist) Itzhak Brik in der Haaretz, dass mit Hilfe Chinas und Russlands Iran in absehbarer Zeit an 10 Atombomben kommen könnte, die arabischen Staaten ihren Widerstand gegen Iran aufgeben könnten, weil sie sehen, dass der Beschuss ihrer ökonomischen Infrastruktur und die Blockade der Straße von Hormus existentiell ist für ihre Regime.

Das alles ahnten Expert*innen in den USA wie Israel. Allein die Sache mit dem Öl- und Gaspreis war völlig absehbar, Trump war gewarnt worden, dass die Blockade der Straße von Hormus enormes, ganz enormes Konfliktpotential auch innenpolitisch in den USA haben wird.

Doch die Neue Rechte sieht sich gleichwohl im Aufwind, Trump ist ihr großer Führer, Netanyahu jener neu-rechte Israeli, der seit 30 Jahren versucht, den zionistischen Traum zu zertrümmern, um seinen eigenen Interessen zu dienen und nur militärisch die iranische Gefahr meint eindämmen zu können. Und vermutlich hat Netanyahu den Iran näher an die Bombe gebracht als alle anderen, weil er nicht verstehen will, wie Machtpolitik und Weltpolitik funktionieren. China und Russland stehen hinter dem Iran, auf die eine oder andere Weise, ökonomisch wie politisch, ohne den Jihadismus teilen zu müssen.

Die israelische Journalistin Noga Tarnopolsky erläuterte vorgestern, am 19. März 2026, auf France 24, wie Netanyahu in einer seiner super seltenen Pressekonferenzen eigentlich nur zu einem Mann sprach: Trump. Netanyahu hat panische Angst davor, dass Trump einen Sieg im Iran-Krieg erklären wird – ohne dass zentrale Ziele erreicht worden wären, bis auf das Ausschalten von Führungsköpfen, was – wie oben geschildert – den exakt gegenteiligen Effekt haben kann: mehr Macht für die fanatischen, muslim-faschistischen Revolutionsgarden und eine Verschiebung hin zu noch mehr Extremismus im iranischen Regime.

Schon wenige Tage nach Kriegsbeginn hatte Noga Tarnopolsky in einem langen Gespräch mit UnXeptable unterstrichen, wie schockierend sie es findet, dass sich die israelischen Medien nahezu vollständig hinter den Kriegskurs und somit Netanyahu stellen würden.

Es wäre eine äußerst schwierige, gefährliche und unrealistische Bodenoffensive nötig, um das verschüttete oder noch versteckte angereicherte Uran – ca. 450 kg – zu bergen, wie US-Wissenschaftler*innen betonen (zudem: „Iran was nowhere close to a nuclear bomb, experts say“).

Wenn der Iran und die Hisbollah weiterhin täglich Israelis in die Schutzräume und Bunker zwingen können, nach drei Wochen Krieg – nachdem Israel ja laut Netanyahu (!) schon im Juni 2025 das Atomprogramm des Iran völlig ausgeschalten hatte -, dann sieht es düster aus, weil alle wissen: Netanyahu lügt. Er log damals und er lügt heute. Goldene Zeiten für antisemitische Verschwörungsmythiker aller Art.

Zionismus heißt Kampf für Selbstbestimmung und nicht Krieg um jeden Preis – gegen einen Feind, den man auf diese Weise offenkundig gar nicht besiegen kann.

Es braucht ganz andere Wege, um Israel zu retten, als nur die militärische Option. Doch die internationale und sehr starke Solidarität mit Israel nach den genozidalen Massakern vom 7. Oktober durch die Hamas und die Palästinenser, schwand wenige Monate später, was primär mit dem unverhältnismäßigen und immer verbrecherischen Krieg in Gaza durch die israelische Armee zu tun hat.

Jetzt der nächste Krieg, weil Netanyahu keine anders Sprache versteht und ohnehin große Angst vor dem Gefängnis hat, in das er gehört, wenn sich alle Anklagepunkte als wahr erweisen, wovon viele Menschen ausgehen. Aber selbst das Anti-Netanyahu Lager ist ja derzeit voll und ganz hinter diesem Krieg, Texte in Haaretz oder Reportagen von Noga Tarnopolsky sind die kleinen, würdevollen und echt zionistischen Ausnahmen in einer Welt im Ausnahmezustand.

 

P.S., 22.03.2026, 9:13 Uhr:

Das Handelsblatt berichtet über den oben zitierten Danny Citrinowicz, der betont, dass der jüngste Raketenangriff des Iran auf das 4000 km entfernte Pazifik-Atoll Diego Garcia – ein militärstrategisch wichtiges Relikt des Kolonialismus, das Großbritannien und die USA als Militärbasis nutzen – zeigt, dass es im Vergleich zur Zeit unter dem Islamisten Ali Khamenei jetzt noch offensiver vorgeht, da die Revolutionsgarden jetzt de facto die Macht im Staat hätten:

„Danny Citrinowicz, einer der führenden Iran-Experten, erklärte auf X, der jüngste Raketenangriff sei eine direkte Folge der sich wandelnden Machtverhältnisse im Iran – insbesondere der zunehmenden Dominanz der Revolutionsgarden und des Todes von Revolutionsführer Ali Chamenei.“

Handelsblatt, 21.03.2026

Update, 22.03., 15:00 Uhr:

„Consequently, Iran’s decisions are far less theological and far more military, existential, and strategic.

The lack of clarity regarding the condition of the new supreme leader, Mojtaba Khamenei — who is thought to have been wounded on the first day of the war — only strengthens the assessment that decisions are now mainly being made on a hardline axis, between parliament speaker Mohammad Bagher Ghalibaf and IRGC commander Ahmad Vahidi.“

The Times of Israel, 22.03.2026

Update, 23. März 2026, 9.20 Uhr:

Der Spiegel berichtet in Bezug auf die Washington Post, dass Israel und die USA offenbar gar nicht mehr davon ausgehen, einen Regimechange oder ein Ende des Atomprogramms des Iran erreichen zu können. Das Hauptziel sei jetzt, die Straße von Hormus wieder schiffbar zu machen – die ja nur wegen diesem Krieg aktuell nicht befahrbar ist für Öltanker, Flüssiggas-Tanker etc. pp. Was für ein absoluter Irrsinn, den jede Expertin und jeder Experte VOR diesem Krieg ahnte. Aber die wirklich faschistische Kriegsideologie von Trump, der einfach so ein ganzes Land ‚plattmachen‘ will und meint zu können (wie Israel in Gaza), hat weiterhin ihre Anhänger:innen in der offiziell Pro-Israel-Szene, die de facto eine Anti-Israel-Szene ist.